Verbeek: "Fehlt die Wertschätzung meiner Arbeit"

Hochstätter enttäuscht

Das geringe Zuschauerinteresse bei den letzten Heimspielen des VfL Bochum erhitzt im Verein weiterhin die Gemüter. Auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Zweitliga-Begegnung beim FC St. Pauli am Samstag (13 Uhr) erklärte Trainer Gertjan Verbeek seine Kritik, mit der er am vergangenen Samstag nach dem 4:1-Erfolg über den FSV Frankfurt für Aufsehen gesorgt hatte.

BOCHUM

, 14.04.2016, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verbeek: "Fehlt die Wertschätzung meiner Arbeit"

Verbeek betonte, dass sich seine Kritik "an die Leute richtet, die nicht da sind. Die Leute, die hinter dem Tor stehen, unterstützten uns gut."

Dabei wurde klar, wie sehr er mit den aus seiner Sicht schwachen Zuschauerzahlen der jüngsten Partien hadert. Gegen Sandhausen (23. Spieltag) kamen 12.209, gegen Bielefeld (25.) immerhin 17.699, gegen Fürth (27.) indes nur noch 13.443, gegen Frankfurt waren es 13.300 Besucher.

"Ich höre immer nur Ausreden"

„Ich höre immer nur Ausreden“, begann der Holländer und listete auf: „Das Wetter, der Gegner, kein guter Fußball. Freitag, Samstag, Sonntag! - Viele der Ausreden gelten nicht mehr. Der Ort, aus dem ich komme, hat 27.000 Einwohner, aber der Verein hat bei seinen Heimspielen in der 1. Liga 27.000 Zuschauer. Wir gewinnen jetzt Zuhause fast jedes Spiel. Im Umkreis von Bochum lebt eine halbe Million Menschen, und dennoch kommen keine 20.000 Besucher ins Stadion.“

Verbeek betonte, dass sich seine Kritik „an die Leute richtet, die nicht da sind. Die Leute, die hinter dem Tor stehen, unterstützten uns gut.“ In seinen emotionalen Ausführungen zeigte sich der Bochumer Erfolgscoach persönlich getroffen: „Es fehlt mir auch die Wertschätzung meiner Arbeit. Da muss ich mir auch Gedanken machen: Gibt es eine Zukunft? Kommen mehr Leute, haben wir mehr Einnahmen. Dann können wir im Sommer auch mehr investieren. Ich verstehe das nicht. Ich finde das nicht okay, und ich bin enttäuscht.“

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Damit war der 53-Jährige noch nicht am Ende, sondern führte den Bochumer Fußballinteressierten eindringlich vor Augen: „Hier passiert etwas, hier ist etwas los. Aber wenn der Zug wieder zum Stillstand kommt, gibt es weiter nur 2. Liga – oder vielleicht 3. Liga.“

Auch Hochstätter ist pikiert

VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter pflichtete den Ausführungen seines Trainers bei: „Mit einem Schnitt von 1.000 Zuschauern mehr gegenüber der vergangenen Saison sind wir nicht zufrieden. Tatsache ist: Die Mannschaft und der Verein bekommen aus unserer Sicht nicht die Wertschätzung für die Leistungen, die hier abgeliefert werden.“

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Hochstätter bedankte sich bei den Treuen, die den VfL regelmäßig unterstützten, vermisst aber ebenfalls den Zuspruch derer, die jüngst nicht ins Stadion kamen: „Man kann auch zu seinem Verein stehen, wenn er einige Jahre in der 2. Liga spielt. Wir möchten niemanden anbetteln. Heute haben wir neun Punkte Rückstand auf Platz drei. Vielleicht wären es nur drei, wenn mehr Zuschauer dokumentiert hätten: Wir stehen hinter der Mannschaft.“ Hichstätter stellte klar: „Wir wollen dahin kommen, dass die Bochumer wieder stolz sind auf diesen Klub. Daran arbeiten wir.“

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