VfL trennt sich von Verbeek - Atalan der Nachfolger

Paukenschlag in Bochum

Rund zweieinhalb Wochen vor dem Pflichtspielauftakt gegen den FC St. Pauli hat sich der VfL Bochum überraschend von Cheftrainer Gertjan Verbeek getrennt. Das teilte der Verein nun auch in einer Pressemitteilung mit. Auch ein Nachfolger ist schon gefunden. Ismail Atalan erhält einen Vertrag bis 2019.

Bochum

, 11.07.2017, 12:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 19. Juni bereitete Gertjan Verbeek den VfL Bochum auf die anstehende Zweitliga-Saison vor. Am Wochenende ging das einwöchige Trainingslager im niederländischen Vaals zu Ende. Verbeek, der Ende 2014 nach einem kurzen Intermezzo beim 1. FC Nürnberg ins Ruhrgebiet gewechselt war, sah sich und sein Team auf einem guten Weg.

Wie der Verein am Dienstagmorgen mitteilte, gehen der 54 Jahre alte Niederländer und der Revierklub ab sofort aber getrennte Wege - trotz eines gültigen Vertrages bis 2018. Vor allem das Verhältnis zur Mannschaft soll seit einiger Zeit angespannt gewesen sein. VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter erläutert die Personalie: „Der Zeitpunkt der Freistellung kommt für viele sicherlich überraschend. Die fachlichen Qualitäten von Gertjan Verbeek sind unbestritten", wird er in der Mitteilung zitiert. "Dennoch sind wir nach intensiven Gesprächen in Aufsichtsrat und Vorstand zum dem Entschluss gekommen, dass wir fortan mit einem anderen Trainer versuchen werden, unsere Ziele zu erreichen. In der jetzigen Konstellation gab es zu große Differenzen bei unseren Vorstellungen darüber.“

Kauczinski sagt ab

Nachfolger des 54-Jährigen wird Ismail Atalan, der bislang den Drittligisten Sportfreunde Lotte betreute. Der 37-jährige Fußballlehrer, der erst vor Kurzem seinen Vertrag in Lotte bis 2019 verlängert hatte, verabschiedete sich am Dienstagmorgen bereits von seiner Mannschaft, wie der Klub mitteilte. Mit dem VfL Bochum sind alle Formalitäten abgesprochen. Schon am Dienstag wurde Atalan an der Castroper Straße in Bochum vorgestellt. 

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Atalan war nach Informationen dieser Redaktion aber nicht die einzige Wahl. Eigentlich sollte der derzeit vereinslose Markus Kauczinksi die Nachfolge von Verbeek antreten. Mit dem gebürtigen Gelsenkirchener, der nach erfolgreichen Jahren in Karlsruhe in der vergangenen Saison sein Glück beim FC Ingolstadt versucht hatte, wurde man sich aber nicht einig.

Option im Vertrag

Bei Atalan profitierte der VfL von einer Option in dessen Vertrag, die einen Wechsel zu einem höherklassigen Klub ermöglicht. Bisher hatte der Münsterländer laut "Kicker" unter anderem aus familiären Gründen ein Angebot von Erzgebirge Aue ausgeschlagen. "Die Distanz zu seiner Familie war ihm zu groß", zitiert das Fachmagazin Aues Geschäftsführer Michael Voigt. In Bochum sieht das nun anders aus. Nur rund 80 Autobahnkilometer trennen Atalans Wohnort Senden von der Castroper Straße.

Für den 37-Jährigen ist es der erste große Karrieresprung. Nach dem Drittliga-Aufstieg mit Lotte in der Saison 2015/2016 spielten die Sportfreunde als Aufsteiger gleich eine starke Runde und hielten die Klasse als Tabellenzwölfter. Für Furore sorgte der Siegeszug im DFB-Pokal, der nach Erfolgen gegen Werder Bremen, Bayer Leverkusen und 1860 München erst im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund endete. 

Testspiel gegen BVB

Mit dem BVB feiert Atalan am 22. Juli in Bochum ein Wiedersehen (18 Uhr). Es ist das letzte von noch fünf ausstehenden Testspielen, bevor die Saison mit einem Heimspiel unter Flutlicht gegen den FC St. Pauli beginnt (28. Juli, 20.30 Uhr).

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