VfL: Verbeek wettert gegen seine Mannschaft

Gute Saison steht auf dem Spiel

Lange hofften Spieler und Verantwortliche beim VfL Bochum auf den Aufstieg, lange hielt sich die Mannschaft auf dem vierten oder zumindest fünften Tabellenplatz. Im Endspurt der Spielzeit 2015/16 aber setzt das Team den guten Eindruck der gesamten Saison aufs Spiel.

BOCHUM

, 09.05.2016, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
VfL: Verbeek wettert gegen seine Mannschaft

Gertjan Verbeek könnte gegen Berlin rotieren lassen.

Und nicht nur das: Das letzte Match bestreitet der VfL beim 1. FC Heidenheim. Damit gastiert der derzeitige Tabellenfünfte beim Zehnten der 2. Liga. Läuft es am letzten Spieltag komplett gegen Bochum, können die Blauweißen am Ende sogar bis auf Rang zehn stürzen. Andererseits ist bei einem Auswärtssieg noch immer Rang vier drin.

Selbst hineinmanövriert

„Noch können wir Vierter werden, aber wir müssen auch aufpassen“, brachte VfL-Coach Gertjan Verbeek die Situation auf den Punkt. In die hat sich sein Team selbst manövriert: Nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen, nur ein Sieg aus den jüngsten fünf Heimspielen, nur ein Erfolg aus den vergangenen sieben Partien, in denen Bochum lediglich fünf von 21 möglichen Zählern verbuchte.

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Bei der 2:3-Pleite im letzten Saisonheimspiel gegen Braunschweig zeigte der VfL nach einer 2:1-Pausenführung im zweiten Durchgang ein anderes Gesicht und schenkte Punkte her - zum x-ten Mal. Das brachte Verbeek in Rage: „Wenn man unsere zweite Halbzeit sieht, dann hat man wieder gesehen, dass die Mannschaft nicht konstant ist und über 90 Minuten nicht das macht, was sie kann. Das fehlt über die ganze Saison.“

Hoogland bringt Verbeek auf die Palme

Auf die Palme brachte Verbeek eine Szene nach Wiederbeginn. Tim Hoogland spielte einen Ball zum eigenen Torwart. „Es nervt mich, wenn ich einen erfahrenen Spieler sehe, der von der Mittellinie einen Rückpass zum Torhüter spielt. Das ist nicht meine Philosophie“, wetterte Verbeek. Ohne Hooglands Namen zu nennen, legte der Holländer nach: „Und dann sagt er auch noch zum Trainer: 'Ruhe.' - Aber wir hatten gerade 15 Minuten Ruhe in der Umkleidekabine.“

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Für Verbeek war die Aktion das falsche Signal, das den Gegner aufbaute. „Danach ist nicht zufällig das 2:2 gefallen. Das passiert dann, und wir lassen es zu, dass das passiert“, merkte der Trainer an und schoss gegen die Mannschaft: „Das ist der Charakter dieser Mannschaft. Zeitweise sehr gute Aktionen und fußballerisch stark - und wir können auch gut verteidigen. Aber wenn nicht alle Mann fokussiert sind und kein Tempo machen und nicht nach vorne spielen, dann bekommt man Gegentore, bei denen man sich fragt: Wie können die zustande kommen? Ich bin richtig enttäuscht von meiner Mannschaft.“

Unbeständigkeit verschreckt die Anhänger

Genau diese Unbeständigkeit ist es übrigens, die viele Fans in der Rückrunde abgehalten hat, regelmäßig die Heimspiele des VfL zu besuchen. Nachdem sich die Verantwortlichen in den vergangenen Wochen mehrfach über den fehlenden Zuspruch beklagt hatten, kamen immerhin 17899 Besucher gegen Braunschweig. Das waren über 3000 Fans mehr als im vorherigen Heimspiel gegen Karlsruhe; damals kassierte der VfL in der 87. Minute den Ausgleich zum 1:1-Endstand. Gegen die Eintracht sahen die mobilisierten Besucher ein spektakuläres Spiel – aber nicht einmal ein Unentschieden.

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