30 querschnittsgelähmten Menschen geholfen

Interplast-Team in Asmara

Es war ein besonderer Einsatz für das Interplast-Team in Eritrea: Schon zum zehnten Mal war ein Team für plastisch-chirurgische Operationen vor Ort, es leistete 50 Operationen und freute sich über ein Wiedersehen mit dem Mädchen Neja, das vor zehn Jahren in Vreden operiert worden war. Teamleiter Dr. Arnulf Lehmköster zog eine positive Bilanz.

VREDEN

06.04.2015, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die zwei Wochen vor Ostern war die Gruppe wieder im Halibet-Hospital in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea, im Einsatz. Interplast Germany arbeitet in Eritrea schon lange mit der vor Ort tätigen Organisation "Hammer Forum" zusammen.

Gute Zusammenarbeit

In Eritrea wird vor allem querschnittsgelähmten Kriegsversehrten geholfen, die an zum Teil sehr großen Druck-Liege-Geschwüren im Beckenbereich leiden. Für den Einsatz konnte der Vredener Dr. Arnulf Lehmköster Dr. Julia Hofmann (Assistenzärztin Plastische Chirurgie aus der Schweiz, ehemals Vreden), Petra Wansing, OP-Schwester aus Borken und Prof. Dr. Paul Reinhold, Anästhesist aus Herford, gewinnen. "Wir operierten etwa 30 querschnittgelähmte Patienten der eritreischen ‚War Disabled Association', der Kriegsversehrten-Organisation", berichtete der Vredener Plastische Chirurg. Die Transportkisten waren vorher gepackt worden - dank der vielen Spenden für die Interplast Sektion Vreden. Einen leistunsstarken OP-Sauger ließ das Interplast-Team als Gastgeschenk zurück.

50 Operationen an 30 Patienten

Als das Interplast-Team im Denden-Camp ankam, stand der OP-Plan schnell fest. Die Mediziner vor Ort hatten die Patienten zuvor ausgesucht. Bei vielen sei die Situation dadurch erschwert worden, dass sich die Geschwüre entzündet hatten und eiterten. So galt es für die Ärzte, diese zunächst einmal operativ in einen sauberen Zustand zu bringen. "Die Zusammenarbeit zwischen eritreischem Personal und uns ist das, was diese Einsätze auszeichnet", betont Arnulf Lehmköster. Immer habe das OP-Team auch aus heimischem Arzt und OP-Schwester bestanden, so dass neben der Arbeit am und für den Patienten die Ausbildung im Vordergrund stand - in der Plastischen Chirurgie genauso wie in der Anästhesie. "So konnten wir über 50 Operationen, auch durchaus anspruchsvolle, durchführen", bilanzierte der Teamleiter zufrieden.

Wiedersehen mit Neja

Eine besondere Freude war es, Neja wiederzusehen, berichtet Lehmköster. Neja wurde vor ungefähr zehn Jahren in Vreden wegen Verbrennungsnarben im Gesicht von Arnulf Lehmköster operiert. Sie wohnte damals bei Familie Windmeier, die auch das Zusammentreffen in Asmara von Vreden aus organisiert hatte. "Neja ist zum Teenager herangewachsen. Die eine und andere kleinere operative Korrektur wollen wir, wenn sie erwachsen ist, noch vornehmen", blickt der Vredener voraus.

Weitere Hilfe will Interplast beim Denden-Camp leisten: Das Camp, in dem die querschnittsgelähmten ehemaligen Soldaten des langjährigen Krieges zwischen Äthiopien und Eritrea leben, ist eine Hinterlassenschaft der Amerikaner, die es bauten und im Vietnam-Krieg als Zwischenbasis nutzten. Die Renovierung soll nun angegangen werden. Das Interplast-Team sicherte der Kriegsversehrten-Organisation Unterstützung zu, sobald das Gesundheitsministerium das Dach erneuert hat.

  • Interplast Germany ist ein gemeinnütziger Verein für Plastische Chirurgie in Ländern der Dritten Welt.
  • Dr. Arnulf Lehmköster ist Vorsitzender des Vereins.
  • Mehr Informationen, auch über Spendenkonten, gibt es im Internet: www.interplast-germany.de
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt