50 falsche Fünfziger im Darknet bestellt

Freizeitarrest als Strafe

Viel Geschick beim Weg auf den dunklen Pfaden des Internets hatte ein junger Vredener bewiesen. Allerdings führte ihn dieser Weg jetzt vor das Amtsgericht in Ahaus. Denn er hatte seine Computerkenntnisse am Ende benutzt, um eine große Dummheit zu begehen.

VREDEN

, 07.02.2017, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der junge Mann hatte sich Falschgeld verschafft. Mehr noch: Er hatte es im Bekanntenkreis weiterverkauft. Dafür musste er sich am Dienstag vor dem Amtsgericht in Ahaus verantworten. Es verurteilte ihn schließlich zu zwei Freizeitarresten und 100 Sozialstunden.

Kein Kavaliersdelikt

Das hätte sicher anders ausgesehen, wenn er zum Zeitpunkt des Geschehens schon älter gewesen wäre. Der Richter führte ihm nachdrücklich vor Augen, dass es sich bei seinem Vergehen keinesfalls um ein Kavaliersdelikt handle. Das Strafgesetzbuch sieht bei Erwachsenen für diese Form schwerer Kriminalität eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr vor. So aber fiel die Tat noch unters Jugendstrafrecht.

Alles hatte sich um die Jahreswende 2015/16 abgespielt. Der junge Mann war zu diesem Zeitpunkt im sogenannten Darknet unterwegs. Diese "dunkle" Form des Internets eröffnet Kriminellen die Möglichkeit, im Schutz der Anonymität illegalen Handel zu betreiben.

Kontakt hergestellt

Diesen Vorteil machte sich auch der Angeklagte zu Nutzen. Auf dem virtuellen Schwarzmarkt eröffnete ihm ein Forum die Möglichkeit, Kontakt zu einem Anbieter von Falschgeld zu bekommen. Dort bestellte der Vredener 50 falsche Euroscheine zu einem Stückpreis von 13 Euro. Zur Zahlung nutzte er sogenannte Bitcoins: eine digitale Geldeinheit, die Transaktionen schwerer nachvollziehbar macht, bei anonymisierten Verbindungsdaten sogar nahezu unmöglich.

Wenig später klingelte der Paketdienst an der Haustür: Die Blüten waren eingetroffen. Offensichtlich hatte der Vredener allerdings nicht vor, selbst damit etwas an der Ladekasse zu bezahlen. Er bot die Scheine lieber Bekannten an: Sie nutzten die vermeintlich gute Gelegenheit und erwarben 40 der Blüten zu einem Stückpreis von 20 Euro.

Hinweis auf Blüten in anderem Gerichtsverfahren 

Auch sie müssen sich daher vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht koppelte das Verfahren gegen zwei von ihnen ab, da am Dienstag ein Zeuge fehlte. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten wurde gegen eine Geldbuße eingestellt.

Auf die Spur des Hauptangeklagten war die Justiz gekommen, als in einem anderen Gerichtsverfahren ein Zeuge darüber gesprochen hatte, eine der Blüten angeboten bekommen zu haben. Daraufhin folgte eine Dursuchungsaktion der Polizei. Die Beamten fanden aber nur einen Schein der Falschgeldsendung, denn neun weitere habe er auf Veranlassung seines Vaters verbrannt, so der Angeklagte.

Reue gezeigt

Der eine Schein reichte jedoch, um den Verdacht zu erhärten. Der junge Mann zeigte sich vor Gericht reuig. Der Computerfreak hatte bislang einen Lebenslauf ohne Vorbelastungen und gestand die Tat in vollem Umfang.

 

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