Wikbertstraße, Graf-von-Moltke-Straße und Sachsenring sind nun offiziell eine Fahrradstraße. „Die Markierungsarbeiten sind abgeschlossen“, heißt es von der Stadt. © Markus Gehring
Fahrradstraße

650 Meter Straße, auf denen Radfahrer mehr Rechte haben als Autofahrer

Die Stadt Vreden hat die Markierungen für die neue Fahrradstraße zwischen Wikbertstraße und Sachsenring angebracht. Fahrradfahrer haben dort Vorrang, Autofahrer müssen sich unterordnen.

Die großen blauen Felder auf der Fahrbahn sind nicht zu übersehen. Sie machen deutlich, wer auf dieser Straße Vorrang hat: Fahrradfahrer. Wikbertstraße, Graf-von-Moltke-Straße und Sachsenring sind nun offiziell eine Fahrradstraße. „Die Markierungsarbeiten sind abgeschlossen“, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus.

Ab sofort müssen sich dort also Autofahrer den Radfahrern unterordnen. Denn auf einer Fahrradstraße sind zunächst einmal immer die Fahrradfahrer im Recht. Sie dürfen mitten auf der Straße fahren und müssen keinen Platz für Autofahrer machen. Sie bestimmen das Tempo und dürfen die gesamte Fahrbahnbreite für sich nutzen. Grundsätzlich gilt Tempo 30 – für Auto-, aber auch für E-Bike-Fahrer.

Die neue Fahrradstraße ist Teil des Projektes Gaxelino. Das soll dafür sorgen, dass mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit ins Industriegebiet Gaxel fahren. Deswegen wird der Fahrradweg entlang der Winterswyker Straße verbreitert und eine Radunterführung an der Kreuzung mit der Ringstraße gebaut, sodass Radfahrer nicht mehr an der Ampel warten müssen. Die Bauarbeiten dafür beginnen in der kommenden Woche.

Pättken entlang der Fahrradstraße bekommt neue Beleuchtung

Die Fahrradstraße ist quasi eine Verlängerung dieser Maßnahmen. Denn so können Radfahrer bequem von der Straße Up de Bookholt aus über die Wikbertstraße und den Sachsenring bis zur Winterswyker Straße und dann ins Industriegebiet gelangen. Der Weg führt dabei auch durch ein Pättken, das noch umgebaut wird. „Die Wechselgitter werden entfernt und die Beleuchtung optimiert“, heißt es in der schriftlichen Antwort auf eine Presseanfrage bei der Stadt.

Das Pättken zwischen der Graf-von-Moltke-Straße und dem Sachsenring wird noch umgebaut. Die Wechselgitter kommen weg, dafür gibt es eine neue Beleuchtung.
Das Pättken zwischen der Graf-von-Moltke-Straße und dem Sachsenring wird noch umgebaut. Die Wechselgitter kommen weg, dafür gibt es eine neue Beleuchtung. © Markus Gehring © Markus Gehring

Für die Anwohner in den Wohngebieten gab es im Sommer 2020 eine Infoveranstaltung vor Ort. Dabei haben sie durchaus Kritik geäußert. Die Anwohner hatten Sicherheitsbedenken. Schließlich seien Autofahrer schon jetzt häufig zu schnell unterwegs. Eine Geschwindigkeitsmessung ergab jedoch, dass 85 Prozent der Autofahrer maximal 29 km/h fahren. Außerdem argumentierte die Stadtverwaltung, dass Radfahrer eine positive Wirkung auf das Geschwindigkeitsniveau von Autofahrern hätten.

Zweite Fahrradstraße in Vreden nach dem Langen Diek

Auch die Tatsache, dass die Straße durch die Einführung der Fahrradstraße eine Vorfahrtsstraße wird, kam nicht so gut an. Die Anwohner fürchteten, dass Autofahrer schneller unterwegs sind, wenn sie nicht mehr auf Rechts-vor-Links achten müssen. Doch nach einigen Diskussionen wurde diese Option nicht mehr grundsätzlich abgelehnt. Deswegen kommt nun die neue Vorfahrtsregelung.

Auf dem Sachsenring machen große blaue Markierungen auf die neue Fahrradstraße aufmerksam.
Auf dem Sachsenring machen große blaue Markierungen auf die neue Fahrradstraße aufmerksam. © Markus Gehring © Markus Gehring

Die entsprechenden Schilder wurden bereits aufgestellt. Es ist die zweite Fahrradstraße in Vreden. Die erste wurde im Herbst 2018 auf dem Langen Diek zwischen Vreden und Ellewick eingerichtet. Eine weitere Fahrradstraße könnte auf der Lochumstraße und einem Abschnitt der Von-Stauffenberg-Straße entstehen. Der Bauausschuss hatte die Verwaltung 2020 mit der Erstellung eines Konzeptes beauftragt. Dies läuft unabhängig vom Projekt Gaxelino.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer