Abwassergebühren auf dem Prüfstand

Senkung möglich

Die Vredener können im nächsten Jahr mit einer finanziellen Entlastung beim Abwasser rechnen. Wie hoch sie ausfällt, ist aber noch nicht entschieden. Denn je stärker die Senkung, desto eher könnte die nächste Erhöhung kommen.

VREDEN

, 27.10.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abwassergebühren auf dem Prüfstand

Der Kostenfaktor entscheidet bei der Kalkulation mit darüber, wie hoch die Abwassergebühr im nächsten Jahr sein soll.Gehring

Die Mitglieder des Betriebsausschusses Städtischer Abwasserbetrieb waren sich in der Sitzung am vergangenen Dienstag einig. Sie forderten die Verwaltung auf, die Kostenseite der Kalkulation für das nächste Jahr noch einmal zu überprüfen. Denn aus Sicht der Politik ist für die Haushalte in Vreden mit einem starken Senken der Gebühren nur kurzfristig etwas gewonnen. Besser sei es, anschließende Gebührensteigerungen möglichst von vornherein zu vermeiden beziehungsweise abzufedern.

Die Verwaltung war eigentlich mit der Empfehlung in die Sitzung gegangen, die Schmutzwassergebühr im nächsten Jahr von 2,17 Euro auf 2,02 Euro je Kubikmeter zu senken. Die getrennt anzusetzende Gebühr für Niederschlagswasser soll um einen auf 35 Cent je Kubikmeter sinken.

Mehr Schmutzwasser zu verarbeiten

Der Hauptgrund für diese Vorgehensweise: Die Verwaltung geht von entsprechend sinkenden Kosten aus. Deutlich wird das beim Blick auf die Gebührenkalkulation: Der Ansatz für 2017 liegt mit rund 4,02 Millionen Euro deutlich niedriger als für das laufende Jahr, für das ein Ansatz von 4,36 Millionen Euro gebildet worden war. Die deutlichste Einsparung ergäbe sich demnach bei den Betriebskosten. Ausschlaggebend für diesen Effekt seien die beiden Positionen "Aufwendungen für Unterhaltung der Maschinen und technischen Anlagen, die mit minus 380000 Euro zu Buche schlägt, und die Position "Sonstige Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Rechten und Diensten" mit einem weiteren Minus von 80000 Euro. Zum Tragen komme auch der Anstieg der Schmutzwassermenge, der sich auf die Kostenverteilung auswirkt.

Rücklage schmilzt ab

Ein weiterer Aspekt: Gibt es Überschüsse bei den Gebühren, so sind diese spätestens nach drei Jahren an die Gebührenzahlen zurückzugeben. Das erklärt, warum eine Entnahme aus der Gebührenausgleichsrücklage erfolgen soll. Auf lange Sicht kann diese Rücklage dadurch aber auch abschmelzen.

In der Folge könnten die Gebühren in Zukunft also wieder steigen, und das umso stärker, falls zum Beispiel zusätzliche Kosten für Reparaturen anfalle, die so nicht einkalkuliert waren. Am heutigen Donnerstag steht das Thema auch noch einmal im Hauptausschuss an. Den letzten Beschluss fällt der Rat.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt