Vredener Parteien protestieren gegen AfD-Wahlstand auf dem Marktplatz

rnKommunalwahl 2020

An einem Wahlstand auf dem Vredener Marktplatz hat die AfD am Freitag über ihre Ziele bei der Kommunalwahl 2020 informiert. Die Vredener Ratsfraktionen haben vor Ort protestiert.

Vreden

, 28.08.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die AfD hat am Freitagmorgen einen Wahlstand zur Kommunalwahl 2020 auf dem Vredener Marktplatz aufgebaut. Dagegen formierte sich schnell ein Protest, an dem alle Vredener Fraktionen beteiligt waren.

Freitag, 11 Uhr, Vredener Marktplatz. Ein blaues Zelt mit AfD-Logo steht vor dem Alten Rathaus. Vier Herren und eine Frau stehen darunter. Sie wollen mit den Vredener Bürgern ins Gespräch kommen. Mit der Presse jedoch lieber nicht.

AfD-Vertreter wollen Namen nicht öffentlich nennen

Wer sie sind? Keine Ahnung. Denn ihre Namen wollen die vier nicht nennen. „Wir stehen hier für Privatpersonen, nicht für die Presse“, sagt einer. Stattdessen übergeben sie einen AfD-Kulli mit der Aufschrift „Wir schreiben Geschichte“ und drei Zettel mit Informationen zum Wahlprogramm.

Demnach möchte die Partei den Windkraft-Ausbau stoppen. Die Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke soll dauerhaft auf 7 Prozent gesenkt werden, um Gastwirte vor allem nach der Corona-Krise zu unterstützen. Weitere Ziele: Volksabstimmung auf Landes- und Bundesebene, Zuzug beschränken, Abschaffung von Straßenbaubeiträgen und keine Pflicht zur Ganztagsschule.

Vredener Fraktion haben Protestaktion schnell organisiert

Darüber sprechen wollen die AfD-Vertreter aber an diesem Morgen nicht – zumindest nicht mit der Presse. Umso auskunftsfreudiger ist die Gruppe, die sich nur wenige Meter von dem Wahlstand entfernt versammelt hat. Vertreter aller Fraktionen protestieren mit Plakaten und Musik gegen die AfD.

Erst am Vortag hatten die Kommunalpolitiker von dem Wahlstand erfahren. „Innerhalb von fünf Minuten waren wir uns einig, dass wir etwas dagegen tun müssen“, berichtet Reinhard Laurich, Fraktionsvorsitzender der SPD.

In wenigen Stunden entstand ein Plakat mit der Aufschrift: „Die einzige Alternative für Vreden: Vredener Bündnis für Demokratie, Toleranz und Miteinander.“ Darunter prangen die Logos von CDU, SPD, UWG, FDP und den Grünen.

AfD tritt bei der Wahl für den Kreistag an

Die AfD tritt bei der Wahl für den Kreistag an, die ebenfalls am 13. September stattfindet. Die Vredener können Kandidaten aus Gescher und Raesfeld wählen. Ein Vredener hat sich von der AfD in Südlohn aufstellen lassen. Für den Stadtrat kandidiert die Partei in der Widukindstadt nicht.

„Das kann auch gerne die nächsten 150 Jahre so bleiben“, meint Pascal Otterbeck, Vorsitzender der Grünen in Vreden. Auf dem Plakat der Grünen heißt es: „Ausgrenzung ist keine Alternative.“

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Die Vredener SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte stimmt zu und sagt: „Denen dürfen wir hier keinen Platz geben.“ Und Reinhard Laurich sagt ganz deutlich: „Solche Leute wollen wir in Vreden nicht haben.“

Bei der Europawahl im Mai 2019 hat die AfD in Vreden übrigens 4,05 Prozent der Stimmen geholt.

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