Als wäre eine Müllbombe explodiert

Schützenhalle Köckelwick

Das Handy zeigte eine neue Nachricht auf Facebook an. Eine Walkerin war am Montagabend schockiert über die Zustände an der Köckelwicker Schützenhalle und setzte direkt einen Post mit Fotos auf Facebook online. Es sehe dort aus, als wäre eine "Müllbombe explodiert".

VREDEN

von von Eva Terbrack

, 03.05.2016, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass an der Köckelwicker Schützenhalle am 1. Mai gefeiert wurde, war am Montag gut erkennbar. Der ganze Hof wirkte wie eine Konfetti- Landschaft mit kleinen Müllschnipseln verteilt. Wer sich dort ein Bild machte, sah einen umgefallenen Einkaufswagen, Glasscherben oder Bierdosen, die in den Pfützen schwammen.

Auf dem gesamten Platz konnte man noch praktisch die Geschehnisse des vorangehenden Tages nachvollziehen. Ein Einweggrill, Grillkohlesäcke, zerbrochene Bierflaschen und Schnapskartons erzählten ihre eigene Geschichte. Links entlang der Hecke der Schützenhalle ging das Müllchaos weiter, Pappbecher, Orangensaftpakete und ein Bierfässchen stapelten sich hier entlang zu einem riesigen Müllhaufen.

Party-Treffpunkt

Auf Facebook gab es gleich am Montagabend viele empörte Kommentare dazu, wie die Feierwütigen das Umfeld der Schützenhalle hinterlassen hatten. Seit einigen Jahren hat sich wohl das Partygeschehen von der Teufelsschlucht nach Köckelwick verlagert. Schon vor einem Jahr habe es dort nicht gut ausgesehen. Der Schützenverein Köckelwick hat mit der Veranstaltung nichts zu tun. Nur mit den Hinterlassenschaften. Hubert Bockwinkel vom Schützenverein erinnert sich im Gespräch mit der Münsterland Zeitung ans vergangene Jahr: "Die Stadt hat da am Folgetag schon jede Zigarettenkippe aufgehoben."

Dass es viele junge Menschen am 1. Mai nach Köckelwick zieht, ist auch der Polizei bekannt. Sie war - wie an vielen Orten im Westmünsterland - auch an der Schützenhalle. Nach Auskunft aus der Polizeileitstelle wurden einige Platzverweise ausgesprochen, darüber hinaus gab es eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit. Auch der Rettungswagen sei zum Einsatz nach Köckelwick gerufen worden.

Bauhof im Einsatz

Die Beseitigung des Chaos wurde dann von der Stadt Vreden in die Hände genommen: So beauftragte das Ordnungsamt am Dienstag den Bauhof mit den Aufräumarbeiten. Welche Kosten durch die Reinigung entstehen, ist noch unklar. Denn diese sind abhängig von den Arbeitstunden, die die Müllbeseitigung in Angriff nimmt.

In einer solchen Angelegenheit sei es allerdings schwierig, eine Anzeige zu erstatten. "Denn bei so einem Flashmob gibt es keinen offiziellen verantwortlichen Veranstalter", so Jürgen Depenbrock, Ordnungsamtsleiter Vreden, auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Doch auch ihm sei es ein Anliegen, diese Kosten zu ermitteln, die die Allgemeinheit tragen muss - wenn nicht bekannt wird, wer für den Müll verantwortlich ist.

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