Alte Gebäude weichen für neues Pfarrhaus von St. Georg neben dem Kult

rnNeues Pfarrhaus

Der Nachfolger für Schwesternwohnhaus und Pfarrhaus auf dem Kirchplatz in Vreden ist gefunden. Ein Architekt aus Bocholt hat sich im Wettbewerb durchgesetzt und wird so eine Lücke schließen.

Vreden

, 21.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein schlichter Bau wird bald das alte Schwesternwohnhaus und das Pfarrhaus in Vreden ersetzen. Der Sieger des Architektenwettbewerbs, Jens Matzken aus Bocholt, hat am Dienstagmorgen im Kult seinen Entwurf für den Neubau vorgestellt.

In dem zweigeschossigen, länglichen Gebäude werden Büros für die Pfarrverwaltung und Wohnungen für die Pfarrer untergebracht. Äußerlich ist das neue Gebäude in Anlehnung an das Kult geplant.

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Dabei wird es zwei unterschiedliche Eingänge bekommen. Einen für die Pfarrverwaltung und einen weiter zurückliegenden für die Wohnungen.

Pfarrer Christoph Theberath, Architekt Jens Matzken und Heinz Gewering, Leiter der Zentralrendantur Ahaus-Vreden (v.l.) freuen sich auf den anstehenden Neubau in Vreden. Im März muss zunächst der Bewilligungsausschuss des Bistums darüber entscheiden.

Pfarrer Christoph Theberath, Architekt Jens Matzken und Heinz Gewering, Leiter der Zentralrendantur Ahaus-Vreden (v.l.) freuen sich auf den anstehenden Neubau in Vreden. Im März muss zunächst der Bewilligungsausschuss des Bistums darüber entscheiden. © Stephan Teine

Damit werden auch im Gebäude die beiden Funktionen sortiert: Im vorderen Teil, dem Kult zugewandt, befindet sich die Verwaltung mit Büro- und Besprechungsräumen. Im hinteren Teil Richtung Stadtgraben sowie im ersten Stock werden die beiden Wohnungen gebaut.

Pfarrverwaltung an einem Ort konzentrieren

Pfarrer Christoph Theberath freute sich am Dienstagmorgen darüber, dass nun endlich eine Entscheidung für das neue Gebäude feststeht und dass es für die so exponierte Lage nun eine ansprechende Lösung gibt. „Auch dass nun die Wohnung des leitenden Pfarrers und die Pfarrverwaltung in einem Gebäude untergebracht sind, wird in Zukunft vieles erleichtern und Zeit sparen“, sagte er.

Die ausgezeichneten Entwürfe und die weiteren eingereichten Arbeiten sind bis zum 3. Januar im Kult zu sehen. Das Kult ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Auf lange Sicht würden auch die Pfarrbüros in den Kirchdörfern aufgegeben und an einem Platz konzentriert. „Die Kirchen werden wir in den Dörfern natürlich erhalten, aber die Verwaltung müssen wir ganz einfach an einem Ort zusammenbringen“, so Theberath.

Besondere städtebauliche Prominenz

Auch Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter aus dem Vredener Rathaus, war augenscheinlich sehr glücklich mit dem Ergebnis des Wettbewerbs: „Wir haben hier eine so städtebauliche Prominenz, das ist schon etwas ganz Besonderes“, erklärte er. Alle Entwürfe hätten – von den Sanierungskosten einmal ganz abgesehen – die beiden bestehenden Gebäude für verzichtbar gehalten.

So soll das neue Gebäude einmal in der Ansicht vom Kirchplatz aussehen.

So soll das neue Gebäude einmal in der Ansicht vom Kirchplatz aussehen. © Winkelmann Matzken Architekten, Bocholt

Die Entscheidung für den Sieger hätten alle Preisrichter am Ende einstimmig getroffen.

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Das wiederum freute den Architekten Jens Matzken aus Bocholt ganz besonders. Mit seinem Entwurf habe er sich nah an den bestehenden Gebäuden orientiert und auch den Kirchplatz zwischen den Kirchen, dem Kult und dem geplanten Neubau neu eingefasst.

Trennung in öffentlichen und privaten Bereich

Dadurch entstünden auch zwei neue Plätze: Ein öffentlicher Außenbereich vor dem Gebäude in Richtung der Kirchen und ein privater in Richtung des Stadtgrabens. Für die Fassaden sollen sandsteinfarbene Verblender verbaut werden. Damit soll sich das neue Gebäude an die Stiftskirche und das Kult anlehnen.

Baubeginn ist noch unklar, weil erst das Bistum entscheiden muss

Etwas unklar ist noch, wann der Abriss der alten Gebäude und der erste Spatenstich für das neue Gebäude erfolgen können. „Es wäre schön, wenn es im Sommer losgehen könnte“, sagte Heinz Gewering, Leiter der Zentralrendantur Ahaus-Vreden.

Der aktuelle Blick auf Pfarrhaus und Schwesternwohnhaus aus dem Kult: Die beiden stark sanierungsbedürftigen Gebäude sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Im März berät der Bewilligungsausschuss des Bistums über die Neubaupläne.

Der aktuelle Blick auf Pfarrhaus und Schwesternwohnhaus aus dem Kult: Die beiden stark sanierungsbedürftigen Gebäude sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Im März berät der Bewilligungsausschuss des Bistums über die Neubaupläne. © Stephan Teine

Bevor der Neubau beginnen kann, muss der Boden auf dem Grundstück aber auch noch archäologisch untersucht werden. Dort werden Spuren aus den vergangenen Jahrhunderten vermutet.

Im März 2020 wird sich der Bewilligungsausschuss des Bistums mit dem Entwurf befassen. Erteilt der die Freigabe, will die Gemeinde den Bauantrag stellen. Gleichzeitig soll der Antrag auf Rückbau der bestehenden Gebäude – also deren Abriss – gestellt werden.

Zu den Kosten hüllen sich die Planer noch in Schweigen

Zu den Kosten mochte am Dienstagmorgen im Kult noch niemand etwas sagen. „Es ist seriöser, wenn wir dazu erst den Bewilligungsausschuss und die weiteren Planungen abwarten“, sagte Heinz Gewering. Er kündigte aber an, das ganze Verfahren so transparent wie möglich zu halten.

Zum Preisgericht für den Wettbewerb gehörten Heinz Gewering, Christoph Theberath, Hermann Hildring, Architekt und stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands sowie verschiedene Architekten und Stadtplaner aus Münster, Aachen, Recklinghausen und Vreden.

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