Angeklagter übergibt Autofelgen im Gerichtssaal

Verfahren eingestellt

Eigentlich war alles ganz einfach: Ein Autobesitzer wollte von einem Vredener Alufelgen kaufen. Er war im Internet auf das Angebot aufmerksam geworden. Doch dann wurde es kompliziert: Weder kamen die Felgen über, noch kam das bereits gezahlte Geld zurück - und der Vredener landete wegen Betrugs vor dem Amtsgericht Ahaus.

VREDEN

, 22.02.2017, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Richter stellte letztlich das Verfahren vorläufig ein, weil sich die Kontrahenten auf seinen Vorschlag hin einigen konnten. Aber von Beginn an: Vergeblich wartete ein Mann aus Baden-Württemberg auf die Zusendung von Alufelgen, die er bei dem 41-jährigen Vredener über Ebay-Kleinanzeigen erworben hatte. Am 11. Mai 2016 hatte er den vereinbarten Kaufpreis von 775 Euro an den Verkäufer überwiesen mit der Bitte, ihm die Felgen zuzuschicken.

Doch dann gab es Komplikationen in den Verhandlungen, die am Mittwoch vor dem Amtsgericht auf dem Richtertisch landeten. Der Käufer hatte weder das Geld zurückerhalten noch die Felgen bekommen. Als er das Ganze zur Anzeige brachte, wollte er nur noch die Kaufsumme zurück. Allerdings kam es dann doch etwas anders.

Einigung über Kaufsumme

Der ausgiebige E-Mail- und Whatsapp-Kontakt der Kontrahenten, der dem Gericht vorlag, trug nicht unbedingt zur Klärung bei. Der Angeklagte behauptete vor Gericht, dass die Gesamtsumme von 900 Euro vereinbart worden sei. Der Käufer hatte 650 Euro geboten. Zwischenzeitlich einigten sie sich auf 775 Euro.

Als der Verkäufer doch noch auf der Gesamtsumme von 900 Euro bestand, lautete die Einigung so, dass die Ware verschickt werden sollte und die fehlende Summe von 125 Euro per Nachnahme gezahlt werden sollte. Da der Käufer die Nachnahmegebühr nicht zahlen wollte, habe er die Felgen nicht per Post versandt, gab der Angeklagte an.

Fadenscheinige Ausreden

Als der Käufer vom Kauf zurücktrat und die 775 Euro zurückforderte, folgte der Angeklagte mit fadenscheinigen Ausreden dieser Bitte nicht. Der Käufer, der als Zeuge aussagte, gab an, dass die Summe von 775 Euro inklusive Versandgebühr telefonisch vereinbart worden sei.

Für die Verhandlung hatte sich der Vredener ein Gegenangebot einfallen lassen. Er hatte die Felgen im Auto mitgebracht, um sie dem Kläger zu übergeben. Zusätzlich wolle er ihm 175 Euro zurückzahlen. Das könne er aber erst bei der nächsten Gehaltszahlung, die er am 10. März erwarte, so der Angeklagte.

Ware übernommen

Der Richter gab dem Käufer zu verstehen, dass er dann wenigstens noch etwas von dem Deal hätte, denn die komplette Summe von 775 Euro würde er wohl nicht mehr wiedersehen. Nach Begutachtung der Felgen übernahm der Baden-Württemberger die Ware.

100 Euro zahlte der Beschuldigte sofort an den Kläger. Danach stellte der Richter, der den Vredener schon mehrfach wegen Betrugs dieser Art verurteilt hatte, das Verfahren vorläufig ein.

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