Anwohner kritisieren Bauprojekt

Ortstermin mit Bauausschuss

Anwohner eines geplanten Mehrfamilienhaus-Projektes haben am Dienstag ihrem Unmut Luft gemacht: Sie nutzten die Gelegenheit eines Quartierspaziergangs, um Politikern und Verwaltung ihre Meinung deutlich zu machen.

VREDEN

, 06.09.2017, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Sie wohnen nicht hier!“ Dieses Argument mussten sich die Mitglieder des Bauausschusses und die Vertreter der Stadtverwaltung gleich mehrfach anhören. In den Fokus rückte beim Quartiersspaziergang vor allem ein Projekt: die Bebauung eines Grundstücks an der Ostendarper Straße, was einen neuen Bebauungsplan erforderlich macht. Dort gibt es einige Besonderheiten, die es von anderen, ähnlichen Vorhaben im Stadtgebiet unterscheiden. Das zur Bebauung vorgesehene Grundstück hat eine ungewöhnliche Größe. Das macht es möglich, dort zwei Gebäude zu errichten.

Dass dieses Vorhaben nicht nur auf Gegenliebe stößt, hatten bereits zwei Stellungnahmen dazu deutlich gemacht, die von betroffenen Anwohnern verfasst worden waren. Kritisiert wird unter anderem, dass das Neubauvorhaben einen „massiven Eingriff in die bestehende Struktur“ darstelle. Es füge sich nicht in die Umgebung ein und der zweieinhalbgeschossige Baustil falle aus dem Rahmen.

In Garten eingeladen

Durch die vorgesehenen mehr als 20 Wohneinheiten „wird ein Potenzial geschaffen, wie es früher an der Alstätter Straße mit dem Hochhaus vorzufinden war“. Was in dieser deutlichen Form schriftlich formuliert worden war, kam zum Teil auch beim Quartiersspaziergang zur Sprache. Eine direkte Nachbarin des betreffenden Grundstücks lud den Bauausschuss kurzerhand ein, sich einmal von ihrem Garten aus einen Eindruck zu verschaffen.

Sie wollte damit die Dimension aufzeigen, die das Projekt aus Sicht der Anwohner besitzt: „Wenn ich demnächst auf unserer Terrasse sitze, schaue ich auf eine zehn Meter hohe Wand.“

Gesprächsbereitschaft

Schließlich ging es auch direkt zu dem Grundstück an der Ostendarper Straße. Planer und Investor stellten sich dort dem Gespräch mit den Anwohnern. Die machten aus ihrer Sorge vor einer zu massiven Bebauung keinen Hehl. Der Investor signalisierte Gesprächsbereitschaft. Eine besondere Rolle spielte auch die Frage, wie sich die neuen Wohnungen auf den Verkehr und die Parkmöglichkeiten auswirken wird. Anwohner führten an, dass auf der Ostendarper Straße durch die Feuerwache ohnehin schon problematische Situationen entstehen würden.

Die Verwaltung wies ihrerseits daraufhin, dass die vorgesehene Tiefgarage für die beiden Neubauten zu einem Angebot von anderthalb Stellplätzen je Wohnung führen werde und damit deutlich über dem Durchschnitt liege. Gerd Welper (Grüne) wies in diesem Zusammenhang auf den Gleichheitsgrundsatz hin: Von einem Bauherren für ein Mehrfamilienhausgrundstück könne nicht mehr verlangt werden als vom Bauherren eines Einfamilienhauses.

Abstecher in Kleingärten

Unstrittig war das Meinungsbild an einer weiteren Stelle dieses Quartierspaziergangs. Beim Abstecher zu den Kleingärten zwischen Wüllener Straße und Ostendarper Straße wurde deutlich, dass die Mehrheit der Anlieger zum heutigen Zeitpunkt dort keine Bebauung wünscht.

Das Bauprojekt an der Ostendarper Straße lässt sich nur verwirklichen, wenn dafür ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt wird. Der erste Schritt dorthin ist mit der Aufstellung durch den Bauausschuss vollzogen worden (wir berichteten).

Kritische Stellungnahmen

Der Ausschuss beschäftigt sich in einer der nächsten Sitzungen mit den kritischen Stellungnahmen dazu. Positiv aufgenommen worden ist die Änderung für die Pläne, ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten an der Lüntener Stegge zu errichten.

Die Planung dafür sieht nun aktuell vor, auf das eigentlich vorgesehene Staffelgeschoss zu verzichten und es bei zwei Geschossen zu belassen.

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