Arnsberg setzt Zuweisungen aus

Keine neuen Flüchtlinge bis 7. Dezember

Die Stadt Vreden erhält die von ihr so dringend geforderte Atempause: Die Bezirksregierung in Arnsberg habe zugesagt, die Zuweisung von Flüchtlingen bis einschließlich 7. Dezember auszusetzen. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch berichtete das am Freitag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.

VREDEN

, 27.11.2015, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Arnsberg setzt Zuweisungen aus

Die Turnhalle der Georgschule ist belegt, weitere Hallen sollen aber nicht folgen.

Die Überlastungsanzeige der Stadt Vreden ist von der Behörde offensichtlich ernst genommen worden. Ein telefonischer Gesprächstermin war schnell für den Freitagmorgen vereinbart. Beide Seiten hätten sich in guter Atmosphäre ausgetauscht: „Da gibt es natürlich ein jeweiliges Verständnis für die jeweiligen Zwänge und Situationen.“ Die Bezirksregierung habe deutlich gemacht, dass sie keine Möglichkeit sehe, das System umzukehren und Zuweisungen nur nach Zustimmung der Kommunen vorzunehmen. Dennoch will die Behörde der Stadt nun die Gelegenheit geben, die Unterbringung der Flüchtlinge neu aufzustellen. Holtwisch: „Wir haben eine kurze Zuweisungspause erreicht.“

Zeit nun nutzen

Auch wenn das aus seiner Sicht zwar schlicht zu kurz sei, um alle Fragen zu lösen, will die Stadtverwaltung die Zeit bis zum 7. Dezember so weit wie möglich nutzen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern werde nun darüber beraten, wie sich die Flüchtlinge zumindest besser aufteilen lassen. Dabei könnten Eigenschaften wie Familienstand, Geschlecht, Nationalität und Religionszugehörigkeit eine Rolle spielen. Derweil gehe die Suche nach zusätzlichen Räumlichkeiten weiter. Wäre es in dieser Situation für ihn vorstellbar, nach der Sporthalle der St.-Georg-Schule weitere Turnhallen im Stadtgebiet für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen? Auf diese Frage kommt von Holtwisch ein entschiedenes Nein: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“ Schul- und Vereinssport wären dann in einem zu großen Maße beeinträchtigt. Das könnte sich schließlich auch negativ auf die positive Willkommenskultur auswirken, die in Vreden herrsche.

Reaktionen ausgelöst

Die Überlastungsanzeige aus der Widukindstadt hat unterdessen schon einige Reaktionen erfahren. Aus dem politischen Raum habe es viel Verständnis für diesen Schritt gegeben, weil er auch als das Signal verstanden worden wäre, als das er ebenfalls gemeint gewesen sei.

In den Medien hat es ebenfalls ein Echo gegeben: Nach dem Bericht unserer Zeitung griffen auch weitere Blätter das Thema auf, so etwa die Westdeutsche Allgemeine und die Rheinische Post. Der WDR habe sich für Anfang nächster Woche angekündigt.

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