Autos sollen über den Markt fahren

Bauausschuss empfiehlt

Eine neue Verkehrsführung in der Innenstadt zeichnet sich ab: Mit großer Mehrheit empfahl der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend, den motorisierten Verkehr über den Markt zu führen. Von der Freiheit über den Markt zur Neustraße hin sollen Autos - in eine Richtung - fahren dürfen. Gleichzeitig soll die Straße "Zur Synagoge" in eine Richtung geöffnet werden. Dies vor dem Hintergrund, dass die Gasthausstraße für den Verkehr gesperrt werden soll. Diskutiert wurde auch über eine von der Pfarrgemeinde St. Georg gewünschte Öffnung der Wassermühlenstraße für Autos zu den Gottesdienstzeiten am Wochenende.

VREDEN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 14.09.2011, 08:08 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Gasthausstraße soll für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Die Gasthausstraße soll für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Unterschiedlich bewertet wurden die weiteren Vorschläge, die die Stadtverwaltung mit der „Variante 1“ erarbeitet hatte. Für die CDU befürwortete Christian Rolvering auch den Vorschlag, auf dem westlichen Teil des Marktes weitere Parkplätze einzurichten. Er beurteilte den Plan aus Sicht von Touristen, Bewohnern und Kunden und bezeichnete den Vorschlag als „zum jetzigen Zeitpunkt zielführend“. Der Vorschlag ermögliche Konsens und sei eine Grundlage für – falls notwendig – weitere Entwicklungen, spielte er auf die eigenen Vorschläge der CDU-Fraktion zur Verkehrsführung an. Diese hatten unter anderem die Öffnung der Wüllener Straße als Option gesehen. „Nicht mit Begeisterung, sondern aus Notwendigkeit mit Blick auf die Gasthausstraße“ stimme die SPD dem neuen Verkehrsweg zu, betonte Fraktionschef Reinhard Laurich. Mehr Parkplätze lehnten die Sozialdemokraten aber als nicht praktikabel ab: „Das gibt doch nur mehr Suchverkehr“.

Dass, wie von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch dargestellt, die Parkplätze dem Markt auch optisch eine neue Struktur verleihen sollte, sah Gerd Welper (Grüne) anders. Auch er befürchtete mehr Suchverkehr. Die UWG habe sich über die „ganz alte UWG-Idee“ der Öffnung der Straße „Zur Synagoge“ gefreut, meinte Elmar Kampshoff . Weniger begeistert sei man aber über die neuen Parkplätze: Die vordere Reihe solle aus ihrer Sicht gestrichen werden. Heinrich Noldes (FDP) konnte insgesamt „keine übersichtliche und nachvollziehbare Verkehrslösung“ erkennen, die auch den Anforderungen des Einzelhandels gerecht werde. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch warb dafür, jetzt „den ersten Schritt zu machen“. Auch wenn es keine Lösung gebe, die jeden zu 100 Prozent zufrieden stelle: Der Verwaltungsvorschlag erfülle die Anforderungen des Museumsquartiers und sei kein „K.O.-Schlag“ für die weitere Entwicklung.

Die Wassermühlenstraße zu den Gottesdienstzeiten am Samstagabend und Sonntagmorgen für Autos zu öffnen, um den „Marienkindern“ nach der Profanierung der Marienkirche den Weg zur St.-Georg-Kirche einfacher zu machen – dieser Wunsch der Gremien der Pfarrgemeinde St. Georg stieß im Bauausschuss auf geteiltes Echo. Auch das Angebot, das Parkplatzangebot auf dem Grundstück rund um St. Georg zu optimieren, wurde unterschiedlich bewertet. Beides hatten die Gremien in einem aktuellen Schreiben an Verwaltung und Politik zusammengefasst. Die Stadtverwaltung sah kein Hindernis für ein Entgegenkommen in Bezug auf die Wassermühlenstraße. Die Gottesdienste lägen ja außerhalb der Geschäftszeiten mit Betrieb in der Innenstadt, argumentierte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch. Im Grundsatz bewerte er das Schreiben der Pfarrei als sehr positiv. Die CDU stimmte zu. Damit wolle man ein Zeichen setzen, begründete Christian Rolvering, und noch einen Schritt weiter gehen: Er schlug vor, entlang des gedachten Kulturpfads eine Rad- und Fußwegeverbindung anzulegen, um die Verbindung von ehemals St. Marien zu St. Georg zu verbessern. Der SPD gefiel die Bedingung nicht, die sie aus dem Schreiben der Pfarrei las: Parkplätze gegen die Öffnung der Wassermühlenstraße. Wie auch Elmar Kampshoff (UWG) und Heinrich Noldes (UWG) sah SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Laurich die Öffnung der Straße nur zu bestimmten Zeiten kritisch, weil es dann unklare Verkehrsregelungen gebe und sich damit unerwünschtes Verhalten der Verkehrsteilnehmer einschleiche. Ein „riesiges Entgegenkommen“ seitens der Pfarrgemeinde konnte Gerd Welper (Grüne) dem Schreiben auch nicht entnehmen. An den weiteren Parkplätzen müsste die Pfarrgemeinde ja auch selbst großes Interesse haben. Hermann Hildring (CDU) wies zurück, dass die Pfarrgemeinde Bedingungen stelle: „Man handelt partnerschaftlich und Hand in Hand“, bewertete er wie auch Bürgermeister Dr. Christoph Holiiwsch die bislang geführten Gespräche. „Zwingend notwendig“ sei die Öffnung der Wassermühlenstraße, machte Heinrich Wildenhues abschließend für die CDU klar.

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