Backtipps zu Ostern – auch ohne Hamsterkäufe von Mehl und Hefe

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Auch an den Feiertagen muss niemand auf Selbstgebackenes verzichten. Der Vredener Bäckermeister Wilhelm Geelink gibt Backtipps und erklärt zum Beispiel, wie jeder Hefe selber vermehren kann.

Vreden

, 09.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Backen kann jeder – auch diejenigen, die keine Hamsterkäufe gemacht haben. Der Vredener Bäckermeister Wilhelm Geelink gibt kurz vor Ostern Tipps, wie die Festtage auch in der Corona-Krise backtechnisch ein Erfolg werden.

Tipp Nummer 1: Rührteig mit zahlreichen Variationen

Mit einem Rührteig kann man nichts falsch machen, findet Wilhelm Geelink. Deswegen ist das einfache Grundrezept sein absoluter Lieblingstipp für die Feiertage. Die Grundzutaten hat eigentlich jeder im Haus, ohne extra Einkaufen gehen zu müssen.

In seiner Backstube stellt Wilhelm Geelink Teige in großen Mengen her (im Bild keinen Rührteig, da gehört nämlich keine Milch rein).

In seiner Backstube stellt Wilhelm Geelink Teige in großen Mengen her (im Bild keinen Rührteig, da gehört nämlich keine Milch rein). © Victoria Thünte

„Das ist Großmutters Rezept, das brauchen wir hier rauf und runter“, so der Bäckermeister. Die Mengenangaben sind deswegen auch auf eine Backstube ausgerichtet, damit bekommt man einige Springformen gefüllt. Die Mengen lassen sich aber problemlos halbieren oder vierteln. Die Hälfte reicht für ein Backblech.

  • 500 Gramm Mehl (Type 550)
  • 500 Gramm Butter
  • 500 Gramm Eier (circa 10 Stück)
  • 500 Gramm Zucker
  • 5 Gramm Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Teelöffel Zitronensaft
  • Ein bisschen Vanilleschote

Die Butter und den Zucker verrühren, die Eier nach und nach zugeben. Mehl und Backpulver verrühren und unter die Masse laufen lassen. Schließlich noch die Gewürze hinzugeben.

Die Masse eignet sich zum Beispiel für ein Osterlamm. Man kann sie aber auch mit Früchten belegen, mit Obst aus der Dose vermischen oder Nüsse hinzufügen. „Oder man backt ihn ohne Frucht, um nach dem Backen eine Vanillecreme und frische Erdbeeren draufzugeben“, so Wilhelm Geelink.

Tipp Nummer 2: Hefe einfach selber vermehren

Hefe ist derzeit fast noch schwieriger zu bekommen als Toilettenpapier. Doch wer Glück hatte und noch einen Würfel frische Hefe ergattern konnte, kann diese ganz einfach zu Hause selber vermehren.

„Wenn im Rezept steht, dass ich 100 Gramm Hefe brauche, nehme ich nur 5 Gramm“, erklärt Wilhelm Geelink. Die Hefe mischt er dann mit etwa 30 Prozent der Gesamtmenge Mehl und genauso viel Wasser. „Das wird dann eine Art Pfannkuchenteig“, erklärt er.

Wer noch Hefe zu Hause hat, kann diese ganz leicht vermehren.

Wer noch Hefe zu Hause hat, kann diese ganz leicht vermehren. © picture alliance / Florian Schuh

Diese Masse muss bei 30 Grad gehen. „Dann setzt die Zellteilung ein“, so Wilhelm Geelink. Die Hefe vermehrt sich also. Danach einfach die übrigen Zutaten hinzufügen und ganz normal weiterverarbeiten. Aus einem Würfel Hefe kann man so ganz leicht die 20-fache Menge Teig herstellen.

Theoretisch kann man Hefe sogar einfrieren, doch davon rät der Experte ab. „Das tut der Hefe überhaupt nicht gut. Schließlich ist Hefe ein Lebewesen und beim Einfrieren stirbt es ab.“

Tipp Nummer 3: Backen geht auch ohne Mehl

Auch das Mehl ist derzeit mehr als knapp. Die Regale sind quasi leergefegt. Doch deswegen muss das Osterfest noch lange nicht ohne eigenes Gebäck über die Bühne gehen. Denn ganz einfache Plätzchen lassen sich aus nur vier Zutaten und ganz ohne Mehl backen.

  • 380 Gramm brauner Zucker
  • 6 Eier
  • 750 Gramm Sonnenblumenkerne
  • 300 Gramm gehackte Mandeln

Eier und Zucker zusammen schaumig schlagen, Sonnenblumenkerne und Mandeln unterheben. Aus der Masse Plätzchen formen und bei 170 Grad circa 15 Minuten backen.

Wilhelm Geelink steht auch in der Corona-Krise in der Backstube, um die Vredener mit frischem Brot zu versorgen.

Wilhelm Geelink steht auch in der Corona-Krise in der Backstube, um die Vredener mit frischem Brot zu versorgen. © Martin Wispel

Tipp 4: Zur Not mal ein anderes Mehl ausprobieren

Weizenmehl ist momentan fast überall vergriffen. Doch es gibt ja auch noch zahlreiche andere Mehlsorten, aus denen sich auch wunderbar Kuchen backen lassen. Wilhelm Geelink schlägt eine glutenfreie und vegane Variante mit Buchweizenmehl vor.

  • 175 Milliliter Mineralwasser mit Sprudel
  • 150 Gramm Apfelmark (Das ist ungesüßt. Alternative: Apfelmus, dann aber den Zuckeranteil verringern)
  • 150 Gramm Buchweizenmehl
  • 125 Gramm gemahlene Haselnüsse oder Mandelgrieß
  • 100 Gramm Zucker
  • 50 Milliliter Sonnenblumenöl
  • 2 Teelöffel Backpulver (1 Tütchen)

Alle trockenen Zutaten (Buchweizenmehl, Haselnüsse, Backpulver, Zucker) in einer Schüssel gründlich miteinander vermengen. Die feuchten Zutaten (Öl, Apfelmark, Mineralwasser) hinzugeben und mit einem großen Löffel einarbeiten.

Die Springform großzügig ausfetten und danach mit Buchweizenmehl ausmehlen. Den Kuchen im vorgeheizten Backofen (Umluft) auf mittlerer Schiene bei 175 Grad für 30 bis 35 Minuten backen

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