Barockkirche in Zwillbrock: Ein 300 Jahre altes Prunkstück

rnBarockkirche Zwillbrock

In unserer Serie "zu Hause in" geht es heute zur Zwillbrocker Barockkirche. Mit dem Fahrrad vorbei an der Seerose und durch das Zwillbrocker Venn, stehen wir vor der 300 Jahre alten Kirche.

Vreden

, 04.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon 66 Jahre vor der Grundsteinlegung der St.-Franziskus-Kirche in Zwillbrock feierten tausende Katholiken an diesem Ort gemeinsam einen Gottesdienst. Damals war es den katholischen Niederländern verboten, ihren Glauben auszuüben. Der damalige Bischof von Münster, Christoph Bernard von Galen, beauftrage 1651 die Franziskaner aus Bocholt, eine Christmette für die niederländischen Katholiken zu feiern. So trafen sich die Gläubigen aus Twente und dem Achterhoek an der Stelle der heutigen Kirche, um auf dem freien Feld einen gemeinsamen Gottesdienst abzuhalten.

1717 wurde der Grundstein gelegt

1717 wurde dann der Grundstein für die heutige Kirche St. Franziskus gelegt, es dauerte aber noch bis zum 24. April 1748, bis sie geweiht werden konnte. Seit 2007 gehört die Barockkirche zur Kirchengemeinde St. Georg in Vreden. Aktuell finden rund zwei Gottesdienste in der Woche in St. Franziskus statt, bei denen die aktuellen Corona-Regeln gelten.

Darüber hinaus werden in der Kirche pro Jahr etwa 40 geistliche Konzerte gespielt. Diese beginnen meist sonntags um 16.30 Uhr. So spielt am Sonntag, 6. September, Ulrich Grimpe ein Konzert auf der Orgel. Auf dem Programm steht der erste Satz der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, zu Ehren seines 250. Geburtstages.

Das Doppelkreuz wurde 2001 vom Vredener Dr. Adolf Erning gestiftet.

Das Doppelkreuz wurde 2001 vom Vredener Dr. Adolf Erning gestiftet. © Raphael Kampshoff

Vom Zwillbrocker Venn kommend, passiert man zunächst den Friedhof der Kirche. Über den schönen Vorplatz, mit zwei Bildstöcken und einigen Plastiken, die noch aus der Zeit des Klosters stammen, hat man einen freien Blick auf die Barockkirche. Links der Kirche ist ein großer Garten mit einem Doppelkreuz in der Form eines T, ein Symbol der Franziskanischen Familie. Entworfen wurde das Kreuz vom Vredener Dr. Adolf Erning im Oktober 2001.

Drei Altäre in der Kirche

In der Kirche selbst, die als einige der wenigen im Münsterland im Zweiten Weltkrieg verschont blieb, befinden sich drei Altäre. In der Mitte befindet sich der Hauptaltar. Seine Besonderheit liegt darin, dass das Bild in der Mitte des Hochaltars ausgetauscht werden kann. Die meiste Zeit des Jahres sieht man dort den ans Kreuz geschlagenen Jesus. In der Adventszeit wird dies aber verschoben und man sieht dort die Anbetung der Hirten im Stall von Bethlehem.

Drei Altäre lassen sich in der Barockkirche bestaunen.

Drei Altäre lassen sich in der Barockkirche bestaunen. © Raphael Kampshoff

Auf der linken Seite befindet sich der Marienaltar. Da der Orden der Franziskaner unter dem Schutz von Maria steht, spielt die Marienverehrung bei den Franziskanern eine große Rolle.

Auf der rechten Seite ist der Antoniusaltar. Während der Barockzeit war der heilige Antonius einer der populärsten Heiligen der katholischen Kirche. Auf seiner rechten Hand sieht man eine Jesusfigur, diese ist aber nicht mehr die Originalfigur, die irgendwann einmal verschwand.

Ebenfalls auf der rechten Seite befindet sich eines der Prunkstücke der Kirche, eine Kanzel mit einem Engel in Predigerhaltung.

Orgel mit 24 Registern

Die Orgel aus dem 18. Jahrhundert, auf der heute noch viele der Konzerte gespielt werden, hat 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Zuletzt wurde diese in den 60er Jahren restauriert.

Ein Besuch der Barockkirche in Zwillbrock ist sehr empfehlenswert aber auch von zu Hause kann man einen tollen Einblick auf und in die Kirche bekommen. Auf der Seite http://rundgang.barockkirche-zwillbrock.de/ kann man die Kirche virtuell besichtigen und Bruder Hubert erklärt im Video das Gebäude, die Geschichte und interessante Details.

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