Bernhard Becking verstorben

Ehrenbürgermeister der Stadt

Er hat ein wichtiges Kapitel in der Geschichte seiner Heimatstadt mitgeschrieben: Ehrenbürgermeister Bernhard Becking ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 86 Jahren im Senioren- und Pflegezentrum St. Georg verstorben.

VREDEN

, 20.12.2015, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gebürtige Vredener hat die Kommunalpolitik in der Widukindstadt über drei Jahrzehnte lang entscheidend mitgeprägt. Zeit seines beruflichen Lebens bei Niessing in der Herstellung der Trauringe tätig, zog der überzeugte Christdemokrat im Jahre 1961 als Mitglied in den Rat ein. Damals noch die Vertretung der Stadt: Erst 1969 schloss sie sich mit der Gemeinde Ammeloe zusammen - eine wichtige Weichenstellung, um die wirtschaftliche Entwicklung Vredens fördern zu können.

Im Jahr 1974 wurde Becking zum ersten Mal als Bürgermeister gewählt. Er sollte die Amtskette erst 20 Jahre später an einen Nachfolger weiterreichen: Mit Hermann Pennekamp folgte ihm der letzte ehrenamtliche und zugleich, nach Ablauf einer Amtszeit, erste hauptamtliche Bürgermeister der Stadt.

Zeit des Umbruchs

In die Amtszeit von Bernhard Becking fiel eine Phase der Modernisierung der Stadt. Dazu zählte die Erschließung neuer Wohngebiete ebenso wie der Bau neuer Straßen, etwa die Ostumgehung, die heutige Bundesstraße 70 im Jahr 1979, und die Umgestaltung des Stadtkerns. Bernhard Becking begleitete als Bürgermeister aber auch den Umbruch des Wirtschaftsstandortes Vreden, der zuvor noch stark durch die Textilindustrie geprägt worden war und der in den siebziger und achtziger Jahren viele neue Standbeine bekam - sichtbar etwa im seinerzeit neu geschaffenen Industriegebiet Gaxel. Einen ganz besonderen Höhepunkt stellte auch für den damaligen Bürgermeister die Feier dar, mit der im Jahr 1989 die damals 1150 Jahre zurückliegende Ersterwähnung Vredens begangen wurde.

Auch nach seiner aktiven Zeit als Ratsmitglied und Bürgermeister blieb Bernhard Becking dem Geschehen seiner Heimatstadt mit großem Interesse zugewandt. Der Rat würdigte sein Engagement für Vreden im Jahr 1995 mit der Verleihung der Ehrenbürgermeisterwürde.

Breites Engagement

Becking engagierte sich aber auch jenseits der Politik: Viele Jahre wirkte er als zweiter Vorsitzender im Bürgerschützenverein St. Georg mit, saß als Fahrer am Steuer des Bürgerbusses oder brachte sich in den Freundeskreis Barockkirche Zwillbrock mit ein, zu dessen Gründern er zählte. Privat stand für Bernhard Becking immer die Familie mit seinen fünf Kindern im Mittelpunkt. Mit seiner 2013 verstorbenen Frau Walburga genoss er den Ruhestand bei Radtouren oder im Kartenklub.

Das Seelenamt für den Verstorbenen ist am morgigen Dienstag um 14.30 Uhr in der St.-Georg-Kirche; anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof an der Zwillbrocker Straße.

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