Brücken ohne Namen und Zahl

Spaziergang durch Vreden

Was liegt näher, als am Brückentag einen Blick auf die Brücken der Stadt zu werfen und dabei – Achtung: – eine Brücke zu schlagen zwischen Kirche und Kultur, Liebstöckel und Liebesschlössern, Vatertagsfreuden und dem Vorplatz zum letzten Lebensabschnitt. Ein Spaziergang über sieben Brücken.

VREDEN

16.06.2017, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Liebesschlösser zieren die Fußgängerbrücke im Stadtpark über die Berkel.

Liebesschlösser zieren die Fußgängerbrücke im Stadtpark über die Berkel.

Die erste ist eigentlich keine: Am Fuß der Stiftskirche überragt eine Metallkonstruktion den alten Stadtgraben. Erst bei genauerem Hinsehen lässt die Brücke erkennen, dass sie eher ein Spielgerät ist. Der Kindergarten St. Georg bietet seinen Schützlingen die Wahl: Hinüberrutschen oder Hinüberklettern. Was beliebter ist, ließe sich von der kleinen Holzbrücke wenige Meter weiter gut beobachten, die in einer bunten Wildblumenwiese mündet. Heute aber bleibt es Fantasie, denn es ist niemand da. Brückentag.

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Über sieben Brücken in Vreden

Was liegt näher, als am Brückentag einen Blick auf die Brücken der Stadt zu werfen und dabei – Achtung: – eine Brücke zu schlagen zwischen Kirche und Kultur, Liebstöckel und Liebesschlössern, Vatertagsfreuden und dem Vorplatz zum letzten Lebensabschnitt. Ein fotografischer Spaziergang über sieben Brücken.
16.06.2017
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Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
Beim Brückentagsspaziergang über Vredener Brücken bieten sich neue Perspektiven auf die Stadt.© Foto: Christiane Nitsche
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Ob vom Feiertag ins Wochenende oder von hüben nach drüben, ob im Kalender oder auf steinernen Fundamenten, hinüberrutschen oder durchmarschieren: Brücken überwinden Hinderliches, verbinden, vereinen mitunter sogar. Vielleicht fünf Dutzend Brücken gibt es in Vreden, für Auto- und Radfahrer, Fußgänger und Poporutscher, über Berkel oder Ölbach, den Moor-, den Ausbach und am Berkelsee.

Die Brücken in Vreden bieten Ausblick, Perspektivwechsel und Ruhepunkt – so etwa im Stadtpark, wo an einer Kette zahllose Liebesschlösser der in die Jahre gekommenen Fußgängerbrücke über die Berkel neuen Glanz verleihen. Unter der Brücke halten Enten Siesta. Am anderen Ufer sitzen zwei Männer auf einer Bank, teilen eine Flasche Feiertagserholungsbier und lassen sich vom mitgebrachten Transistorradio berieseln.

Über sieben Brücken

„Über sieben Brücken“ dudelt es. Die Leute vom Radio thematisieren den Brückentag auf ihre Weise. Die beiden Männer auch. Nein, ob die Brücke hinter ihnen einen Namen hat, das wissen sie nicht. Auch die beiden Pflegerinnen, die vor dem St.-Georg- Senioren- und Pflegezentrums eine Pause einlegen, haben keine Ahnung, wie die Brücke über die Berkel heißt, die vor ihren Füßen am Vorplatz der Einrichtung endet.

Drüben ruhen – ob brückentagsbedingt ist unklar – die Bauarbeiten rund ums Kult, auch die an der (noch) namenlosen Brücke, die in den Stufen hinauf zum Portal des neuen Kulturzentrums mündet. Ein Radfahrer stoppt und blickt sich um. Nach kurzem Gruß schwingt er sich zurück in den Sattel. Über die neue Brücke zur Rundsporthalle knattert ein Mofa. Vom Spielplatz her klingt Kinderrufen. Die beiden Pflegerinnen gehen zurück an die Arbeit, die Männer stellen das Radio ab. Stille wie am Feiertag. Nur die Enten unter der Liebesschlösser-Brücke sind wieder wach und putzen ihr Gefieder im Berkelwasser.

Das einzige Federvieh weit und breit an der Kapelle Maria Brunn ist die Vogelskulptur hinter der Kapelle. Auch hier scheint das Leben eine Auszeit genommen zu haben an diesem Tag zwischen Baum und Borke. Eine Dame mit Hund überquert die kleine hölzerne Brücke, die von der kurzen malerischen Allee am Kapellenweg hinüber zur Kapelle reicht. Auch diese Brücke führt offenbar ein namenloses Dasein. Eine von vielleicht fünf Dutzend. Die, die es von Berufs wegen wohl besser wissen, können übrigens an diesem Tag nicht befragt werden. Die Männer vom Tiefbauamt haben frei. Brückentag eben.

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