Bundesbank prüft Geldschein einer 86-Jährigen

Falschgeld aus dem Automaten?

Der Schock sitzt noch tief bei einer 86-jährigen Rentnerin aus Vreden. Ein 50-Euro-Schein, den sie ihrem Enkel gegeben hat, soll gefälscht sein. "Der Schein muss von der Sparkasse kommen", so die Vredenerin. Robert Klein, Pressesprecher der Sparkasse Westmünsterland, widerspricht: "Das ist unmöglich."

VREDEN

, 01.04.2016, 06:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundesbank prüft Geldschein einer 86-Jährigen

Die Bundesbank überprüft derzeit einen 50-Euro-Schein einer Rentnerin aus Vreden darauf, ob er gefälscht ist.

800 Euro in 50-Euro-Scheinen hat einer der Enkel der Rentnerin aus einem Automaten gezogen. Mit einem dieser Scheine hat sie ihren 18-jährigen Enkel zum Bäcker geschickt. "Die Verkäuferin hat den Schein unter so eine Lampe gehalten und dann gesagt, dass es Falschgeld ist", sagt der junge Vredener. Sie habe gesagt, dass eigentlich Sterne zu sehen sein müssten, die bei diesem Schein fehlten. Die Verkäuferin habe daraufhin die Polizei gerufen, die den 18-Jährigen zu seiner Großmutter begleitete.

"Auf einmal stand die Polizei vor der Tür. Da war ich erst einmal geschockt", sagt die 86-Jährige. Sie ist sich sicher, dass der Schein von der Sparkasse kommen muss. "Einen 50er kriegt man ja nicht als Wechselgeld und sonst kriege ich von nirgendwo Bargeld", sagt die Rentnerin.

Sparkasse: Alle Scheine werden vorher geprüft

Robert Klein jedoch hält das für unmöglich. "Alle Scheine, die in einem Geldautomaten landen, werden vorher von der Bundesbank untersucht", sagte er gestern auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Automaten, an denen Kunden auch Geld einzahlen können, haben einen Kontrollmechanismus, der Falschgeld erkenne. Außerdem sei nicht nachzuweisen, dass der entsprechende Schein tatsächlich von der Sparkasse komme, da zwischen dem Abheben und dem Erkennen des Falschgeldes einige Tage lagen.

"Es taucht immer mal wieder Falschgeld auf. Aber dass es in Vreden in letzter Zeit häufiger vorkommt, kann ich nicht sagen", sagte Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Borken, auf Anfrage. Er weist darauf hin, dass nicht nur das Herstellen falscher Geldscheine, sondern auch das bewusste in Umlauf bringen und Erwerben von Falschgeld strafbar sei.

Schein wird untersucht

Bisher ist noch nicht sicher, dass der Schein der Rentnerin wirklich gefälscht ist. Die Polizisten haben den entsprechenden Geldschein mitgenommen. Er wird derzeit von der Bundesbank überprüft. Ein Ergebnis hat die Rentnerin noch nicht bekommen.

Norbert Klein rät dazu, diese Untersuchung zunächst abzuwarten. "Es kann schließlich sein, dass sich die Verkäuferin geirrt hat und der Schein gar nicht falsch ist." Darauf hofft auch die Rentnerin: "Das wäre ideal."

In diesem Fall würde sie ihr Geld nach der Überprüfung zurückbekommen. Wenn allerdings bestätigt wird, dass es sich um Falschgeld handelt, ist das Geld weg. Einen Anspruch, dass falsche Scheine ersetzt werden, gibt es nicht.

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