Corona im Vredener Krankenhaus: Besuchsverbot und Aufnahmestopp

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Im Vredener Krankenhaus gibt es mehrere nachgewiesene Corona-Infektionen und es stehen noch einige Testergebnisse aus. In Absprache mit dem Kreis wurden sofort Maßnahmen ergriffen.

Vreden

, 19.10.2020, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Patienten und zwei Mitarbeiter des Vredener St.-Marien-Hospitals wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilt das Klinikum Westmünsterland am Montagabend mit. Als Konsequenz gilt im Vredener Krankenhaus ab sofort ein Besuchsverbot und ein Aufnahmestopp.

Den Anfang nahm diese Entwicklung am Freitagabend, als bei einer Patientin auf der Station Innere Medizin der Corona-Test positiv ausfiel. „Der Test wurde im Rahmen der Entlassung gemacht“, erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums Westmünsterland. Solche Tests sind zum Beispiel notwendig, wenn die Patientin danach in eine Reha-Klinik, ins betreute Wohnen oder zu einem Pflegedienst kommt.

Es habe sich um eine Routineuntersuchung gehandelt, die Frau war bis dahin symptomfrei. Ob die Frau auch bei der Aufnahme getestet wurde und wie dieser Test ausgefallen war, kann der Pressesprecher am Montagabend nicht sagen.

Mehr als 70 Patienten und Mitarbeiter getestet

Als Konsequenz wurden am Wochenende mehr als 70 Patienten und Mitarbeiter getestet. Die Ergebnisse kamen am Montag: Zwei weitere Patienten sind infiziert. „Eine davon befand sich auf derselben Station, die zweite auf einer anderen“, sagt Tobias Rodig. Die Geriatrie sei nach jetzigem Stand nicht betroffen.

Die beiden Patienten wurden unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen auf die Isolierstation des St.-Marien-Krankenhauses in Ahaus verlegt. Nicht weil ihr Zustand so schlecht sei, sondern weil in Ahaus alle Patienten, die eine Corona-Infektion haben, zentralisiert werden, so Rodig.

Auch bei einem Arzt und bei einer Servicekraft, die unter anderem für das Verteilen der Essen zuständig war, fiel der Corona-Test positiv aus. Am Montag lagen zudem noch nicht alle Ergebnisse der Tests vor.

Klinikum will nun die Infektionswege nachvollziehen

Das Klinikum möchte nun intensiv prüfen, wie die Infektionen zustande kamen. „Wir gehen im Moment davon aus, dass die Infektion von außen kam. Ob und wie es einen Zusammenhang zwischen den Fällen gibt, werden wir nun nachverfolgen müssen“, erklärt Tobias Rodig.

Deswegen hat das Klinikum in Absprache mit dem Gesundheitsamt einen sofortigen Aufnahmestopp verfügt. Wie viele Patienten davon betroffen sind, kann Tobias Rodig am Montagabend nicht sagen. Da in Vreden keine Operationen stattfinden, müssen auch keine abgesagt werden. Doch Patienten, die in den kommenden Tagen stationär aufgenommen werden sollten, wurden informiert, dass ihre Behandlung verschoben werden muss. „Notfälle werden aber natürlich weiterhin behandelt“, sagt Tobias Rodig und verweist auch auf die anderen Krankenhäuser des Unternehmens.

In Vreden gilt zudem ab sofort ein Besuchsverbot. Besuche im Vredener Krankenhaus sind nur noch in dringenden Ausnahmefällen möglich, zum Beispiel wenn jemand im Sterben liegt.

Die Maßnahmen gelten zunächst bis einschließlich Mittwoch, 21. Oktober. So soll das Risiko einer unentdeckten Weiterverbreitung des Virus minimiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums Westmünsterland.

Termine im Gesundheitszentrum nicht betroffen

„Unsere Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sind extrem hoch“, erklärt Pressesprecher Tobias Rodig in dieser Pressemitteilung. „Klar ist aber auch: überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen ist es niemals gänzlich auszuschließen, dass es zu einer Übertragung kommt.“ In enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt sollen nun alle weiteren Maßnahmen besprochen und überprüft werden. „Uns ist es wichtig, dass die Patienten sich sicher darauf verlassen können, dass ihre Behandlung mit der größtmöglichen Sicherheit stattfindet“, sagt Tobias Rodig. Das Klinikum setze daher auf Transparenz der Sachlage.

Nicht betroffen vom Aufnahmestopp sind die ambulanten Patienten der Rheumatologie, des Gesundheitszentrums sowie der Praxis von Dr. Schmitt. Diese können ihre Termine wie gewohnt wahrnehmen. „Wir hoffen, dass ab Donnerstag im Vredener Krankenhaus alles wieder normal läuft“, sagt Tobias Rodig.

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