Selbst bei Regen ist das Zwillbrocker Venn einen Besuch wert

rnZwillbrocker Venn

Ob bei Sonne, Regen oder Schnee, das Zwillbrocker Venn und die Biologische Station sind für Naturliebhaber immer einen Besuch wert. Auch für Kinder gibt es spannende Dinge zu entdecken.

Vreden

, 02.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein regnerischer Donnerstagmorgen, als ich mich mit meinen Kindern einer Führung durchs Zwillbrocker Venn anschließe. Regine Kern, Mitarbeiterin des Bildungswerks der Biologischen Station Zwillbrock, begrüßt rund 20 Kinder und Erwachsene zu dieser Führung, es ist schon die fünfte in dieser Woche. Vom Wetter unbeeindruckt geht es mit Gummistiefeln, Regenjacken und Schirmen vorbei an der Barockkirche ins Venn.

Regine Kern, Mitarbeiterin des Bildungswerks der Biologischen Station Zwillbrock, erzählte den Teilnehmern der geführten Wanderung viel Wissenswertes über das Venn, seine Tiere und Pflanzen.

Regine Kern, Mitarbeiterin des Bildungswerks der Biologischen Station Zwillbrock, erzählte den Teilnehmern der geführten Wanderung viel Wissenswertes über das Venn, seine Tiere und Pflanzen. © Raphael Kampshoff

Voller Vorfreude fragen sich die Kinder, ob sie gleich die Flamingos zu Gesicht bekommen, aber als erstes gibt es eine Einführung in die Schilder, Wegweiser und Karten im Zwillbrocker Venn. Auf dem Weg zur ersten Aussichtskanzel begleitet uns das Gezwitscher der Mönchsgrasmücke, einem grauen Vogel mit schwarzem Kopf, wie uns Regine Kern erklärt.

Im Venn fehlt das Wasser

Am Venn angekommen, ist dort deutlich zu sehen was die letzten beiden trockenen Jahre für Probleme verursacht haben: Bis auf ein paar kleine Pfützen ist dort kaum noch Wasser vorhanden. Einen Flamingo kann noch niemand sehen, dafür ist aber durchs Fernglas ein Reh zu erkennen.

1970 wurde der erste Flamingo im Zwillbrocker Venn gesichtet, 1983 kam es erstmals zu einem Bruterfolg. Seit 1995 werden die Flamingoküken mit Ringen gekennzeichnet. Der erste Flamingo, der einen solchen Ring mit der Nummer ZV03 bekam, kommt heute noch ins Zwillbrocker Venn zur Brut zurück, erfahren wir.

Es gibt viel zu entdecken bei einem Spaziergang im Zwillbrocker Venn, zum Beispiel Pilze auf einem Baumstamm

Es gibt viel zu entdecken bei einem Spaziergang im Zwillbrocker Venn, zum Beispiel Pilze auf einem Baumstamm © Raphael Kampshoff

Auf dem Weg zur zweiten Aussichtplattform gibt es viele verschiedene Blumen und auch Pilze zu bestaunen. Auch viele Schafe sind hier beheimatet. So leben zeitweise rund 300 Schafe oder Moorschnucken der Schäferei Moorhof im Zwillbrocker Venn zur Pflege der Moor- und Heideflächen. Der rund sechs Kilometer lange Rundwanderweg um das Venn birgt viel Abwechslung und wird nie langweilig. Gut, um mal vom Alltag abzuschalten.

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Ein Spaziergang bei Regen durchs Zwillbrocker Venn

Ein Spaziergang durchs Zwillbrocker Venn ist immer entspannend und lehrreich. Es gibt viel zu entdecken, selbst bei Regen.
02.08.2020
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Zwillbrocker Venn Regen Juli 2020© Raphael Kampshoff
Zwillbrocker Venn Regen Juli 2020© Raphael Kampshoff
Eindrücke von einem geführten, informativen Spaziergang durchs Zwillbrocker Venn an einem verregneten Vormittag im Juli.© Raphael Kampshoff
Unterwegs im Zwillbrocker Venn gibt es immer wieder Infos.© Raphael Kampshoff
Zwillbrocker Venn Regen Juli 2020© Raphael Kampshoff
Eindrücke von einem geführten, informativen Spaziergang durchs Zwillbrocker Venn an einem verregneten Vormittag im Juli.© Raphael Kampshoff
Am Wegesrand gibt es viel zu entdecken.© Raphael Kampshoff
Regine Kern ist oft auf geführten Wanderungen durch das Zwillbrocker Venn unterwegs. Die Mitarbeiterin des Bildungswerks der Biologischen Station Zwillbrock erzählt den Gästen eine Menge von der Tier- und Pflanzenwelt im Venn.© Raphael Kampshoff
Eindrücke von einem geführten, informativen Spaziergang durchs Zwillbrocker Venn an einem verregneten Vormittag im Juli.© Raphael Kampshoff
Eindrücke von einem geführten, informativen Spaziergang durchs Zwillbrocker Venn an einem verregneten Vormittag im Juli.© Raphael Kampshoff
Eindrücke von einem geführten, informativen Spaziergang durchs Zwillbrocker Venn an einem verregneten Vormittag im Juli.© Raphael Kampshoff
Die Biologische Station Zwillbrock hat eine sehr informative Dauerausstellung zu bieten. Ein Besuch lohnt also zu jeder Jahreszeit.© Raphael Kampshoff
Die Biologische Station Zwillbrock hat eine sehr informative Dauerausstellung zu bieten. Ein Besuch lohnt also zu jeder Jahreszeit.© Raphael Kampshoff
Die Biologische Station Zwillbrock hat eine sehr informative Dauerausstellung zu bieten. Ein Besuch lohnt also zu jeder Jahreszeit.© Raphael Kampshoff
Die Biologische Station Zwillbrock hat eine sehr informative Dauerausstellung zu bieten. Ein Besuch lohnt also zu jeder Jahreszeit.© Raphael Kampshoff
Unterwegs im Zwillbrocker Venn gibt es immer wieder Infos.© Raphael Kampshoff
Unterwegs im Zwillbrocker Venn gibt es immer wieder Infos.© Raphael Kampshoff

An der zweiten Kanzel ist dann zur Freude aller ein Flamingo zu sehen. Er ist aber alleine und versteckt sich hinter einem großen Baumstamm. Weitere Flamingos bekommen wir jedoch nicht zu Gesicht. Doch die Hoffnung geben wir nicht auf, es soll noch weiter gehen zu einem dritten Aussichtspunkt, der für Besucher normalerweise nicht zugänglich ist. Durch ein Tor geht es ins Venn, über einen langen Holzsteg weiter auf einem schmalen Pfad durch den Wald. Auf dem vom Regen glitschigen Boden gibt es einige schwierige Passagen, an denen dann auch mal die Hilfe Dritter erforderlich ist, um nicht auszurutschen.

Rehe statt Flamingos

Doch weitere Flamingos waren auch an dieser Stelle nicht mehr zu sehen, am Vortag waren es noch fünf, wie Regine Kern zu berichten weiß. Dafür lassen sich nun vermehrt Rehe blicken, die das trockene Venn für sich entdecken.

„Mit den Führungen versuchen wir, die Neugier bei den Besuchern zu wecken. Wenn diese sich einmal für das Venn interessieren, kommen sie auch auf eigene Faust zurück, um es zu erkunden", erzählt Regine Kern mir, als wir wieder an der Biologischen Station ankommen.

Die Biologische Station Zwillbrock

Die Biologische Station Zwillbrock © Raphael Kampshoff

Dort haben die Besucher die Möglichkeit sich in einer interaktiven Ausstellung zu Themen rund um Moor, Heide, Wald und Grünland zu informieren. Bis Oktober ist das Besucherzentrum noch montags bis freitags von 8 bis 16.30 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Kinder einen Euro, für Erwachsene zwei Euro und Familien bezahlen fünf Euro.

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Neben den Führungen durch das Venn, die sich jetzt gerade zur Corona-Zeit großer Nachfrage erfreuen, bietet die Biologische Station viele weitere Führungen, Wanderungen und Kurse an. Es gibt ein Ferienprogramm mit Fred-Flamingo, Gesundheitswandern, Fotokurse und auch ein Besuch des Allwetterzoos in Münster bei Nacht wird angeboten. Das vielfältige Angebot ist auf der Internetseite der Biologischen Station zu finden (www.bszwillbrock.de).

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