Deutsche Bank-Filiale in Vreden auf der Streichliste

51 Filialen in NRW schließen

Die Deutsche Bank wird ihre Filiale in Vreden schließen und ihre Aktivitäten am Standort Stadtlohn konzentrieren. Der bisherige Leiter der Vredener Filiale, Diethard Triesch, soll dort verantwortlich tätig sein.

Vreden

, 20.07.2016, 00:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Filiale der Deutschen Bank an der Wassermühlenstraße wird ihre Pforten im nächsten Jahr schließen. Noch offen ist, ob eine SB-Filiale vor Ort bleibt.Ohm

Die Filiale der Deutschen Bank an der Wassermühlenstraße wird ihre Pforten im nächsten Jahr schließen. Noch offen ist, ob eine SB-Filiale vor Ort bleibt.Ohm

Vreden gehört zu den 51 Filialen der Deutschen Bank in Nordrhein-Westfalen, die aufgegeben werden. Auf Anfrage erklärte ein Sprecher zum Grund für diesen Schritt, dass die Deutsche Bank ihr Angebot mehr nach den Wünschen ihrer Kunden und nach dem geänderten Kundenverhalten ausrichte. Für ihre Kunden ändere sich kurzfristig nichts. Die Zusammenlegung einzelner Filialen zu "größeren, leistungsstärkeren Standorten" erfolge im Laufe des Jahres 2017. Die Vredener Filiale war im Mai 1968 eröffnet worden.

Die Deutsche Bank werde alle Kunden rechtzeitig informieren und begleiten, die von dem Filialumzug betroffen sind. Kontonummer, IBAN und BIC blieben gleich.

2500 Vollzeitstellen in NRW betroffen

Vom Abbau im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden seien rund 2500 Vollzeitstellen betroffen und damit zehn Prozent weniger als geplant. Die Deutsche Bank werde den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich umsetzen; Mitarbeiter würden weiter qualifiziert und freie Arbeitsplätze im Konzern werden vermittelt. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt weder zu einzelnen Personalentscheidungen noch zu betroffenen Bereichen oder Standorten äußern können", so ein Sprecher. In Vreden betreuen derzeit sechs Mitarbeiter mehr als 4600 Kunden.

Moderne Zugangswege

Die Deutsche Bank sieht durch den Umbau die "richtige Balance aus Betreuung vor Ort und modernen Zugangswegen für unsere Kunden" erreicht. Beratungen sollen künftig per Video, Chat oder Telefon von den sieben Beratungscentern in Deutschland aus erfolgen. Zudem soll das digitale Angebot ausgebaut werden.

Bürgermeister bedauert Entscheidung

Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch reagierte auf Anfrage der Münsterland Zeitung mit Bedauern auf diese Entscheidung der Deutschen Bank. Er nannte diese Entscheidung aber auch nachvollziehbar. Holtwisch begrüßte es, dass der Leiter der Deutsche Bank-Filiale in Vreden, Diethard Triesch, ihn bereits Anfang dieser Woche über die Entscheidung informiert habe und ihm die Hintergründe dargelegt habe.

Triesch habe überzeugend vermittelt, dass dies keine Entscheidung der Deutschen Bank gegen Vreden darstelle. Vielmehr gehe es darum, den regionalen Markt zu optimieren. Dies soll am Standort Stadtlohn erfolgen. "Dass Vreden für die Deutsche Bank weiterhin ein hohes Gewicht besitzt, zeigt sich auch in der personellen Weichenstellung", berichtete der Bürgermeister: Diethard Triesch übernimmt demnach die Leitung des Gesamtbereichs mit zentralem Sitz in Stadtlohn.

Holländischer Markt

Matthias Plewa, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Vreden, zeigte im Gespräch mit der Münsterland Zeitung wenig Verständnis dafür, dass die Deutsche Bank ihre Filiale in der heutigen Form in Vreden nicht mehr weiter betreiben will und sich personell aus der Widukindstadt zurückzieht: "Ich kann das grundsätzlich nicht begrüßen." Matthias Plewa bezweifelte auch, ob es ein erfolgversprechendes Modell für die Deutsche Bank darstellen könne, statt auf den persönlichen Kontakt auf den Austausch über Videokonferenzen und ähnliche Formen der Online-Kommunikation zu setzen. Er wies auch auf den Umstand hin, dass die Lage in Vreden bislang ein guter Standort für das Geschäft mit dem holländischen Markt dargestellt habe. Dieser Punkt scheine keine große Rolle mehr zu spielen. Immerhin einen positiven Punkt konnte Matthias Plewa der Entwicklung noch abgewinnen: Mit Diethard Triesch bleibe als Filialdirektor jemand in maßgeblicher Rolle erhalten, der in Vreden immer eine starke Präsenz gehabt habe und so als "Gesicht der Deutschen Bank" in Vreden gelten könne.

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