Die beste Currywurst in der Region kommt aus Lünten und wird meistens verpackt verkauft

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Die Currywurst wird 70 Jahre alt. Dazu haben wir unsere Leser gefragt, wer die beste Currywurst macht. Das Ergebnis: Die beste Currywurst kommt aus Lünten und meistens aus der Packung.

Vreden

, 04.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die mit Abstand beste Currywurst der Region kommt von Wissing Feinkost in Lünten. Das sagen zumindest 45 Prozent der 800 Internetznutzer, die sich in den vergangenen Tagen an unserer Abstimmung beteiligt haben.

Kann das stimmen? So viel vorweg: Die Currywurst schmeckt. Keine Frage. Kross gebraten, in einer leckeren Soße mit genau dem richtigen Gleichgewicht aus Tomate und Gewürzen.

Große Überraschung über den ersten Platz

André Wissing, Geschäftsführer von Wissing Feinkost, ist von dem Ergebnis zunächst einmal völlig überrascht: „Ich habe erst kurz vor Ende der Abstimmung über Freunde davon erfahren“, sagt er strahlend. Zwischendurch habe er immer mal wieder nachgesehen und tatsächlich: Er konnte seinen Spitzenplatz während der ganzen Abstimmungsphase halten.

Auf den richtigen Grill kommt es an

Aber zurück zur Wurst. Was macht er anders, als andere Betriebe? Warum ist seine Wurst so beliebt? Und das obwohl die meisten Würste verpackt über Supermarkt-Kühltheken verkauft werden. „Wir grillen noch richtig auf Gasgrills“, sagt er.

Abstimmung im Internet

  • Wir hatten unsere Leser auf Facebook aufgerufen, uns die besten Currywurst-Macher in der Region zu nennen.
  • Über 300 Kommentare kamen binnen kürzester Zeit zusammen. Einige Nennungen lagen weit außerhalb unseres Verbreitungsgebietes, die fielen leider durch das Raster. Etliche Nennungen kamen auch mehrfach.
  • Am Ende blieben 17 Betriebe übrig. Mit denen wiederum haben wir eine Online-Abstimmung erstellt.
  • Das Ergebnis ist die Grundlage für diesen Bericht. Es erhebt natürlich weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf absolute Objektivität. Aber auch die Geschmäcker bei der Currywurst können ja unterschiedlich sein.

Acht Grills stehen nebeneinander in dem Betrieb in Lünten. „Wenn der letzte fertig mit Wurst bestückt ist, sind die Würstchen auf dem ersten Grill schon fertig und können gewendet werden“, erklärt der Wissing-Geschäftsführer, der eigentlich gelernter Fliesenleger ist. Aber wer in einem Betrieb wie Wissing Feinkost aufwächst, kommt eben um die Feinkost nicht herum.

Anbrennen für das richtige Röstaroma

Die Würste jedenfalls brennen auf dem Grill alle ein bisschen an. „Das ist gut für das Röstaroma und das schmeckt man“, sagt André Wissing. Würste von anderen Herstellern würden auf Garstraßen nur gebräunt. „Da fehlt dann am Ende einfach der Geschmack“, erklärt er.

Doch wo gibt es die Wurst überhaupt, schließlich ist Wissing Feinkost ja keine Pommesbude. „Wir haben die Currywurst vor vier Jahren ins Programm genommen“, erklärt der 35-Jährige. Einen Namen hatte sich das Familienunternehmen in den Jahren zuvor vor allem durch die selbstgemachte Zwiebelsoße gemacht, die sich in vielen Supermarkt-Kühltheken findet.

Die beste Currywurst in der Region kommt aus Lünten und wird meistens verpackt verkauft

Die Currywurst gibt es aber aus der großen Pfanne: 80 Kilo auf einmal kann André Wissing so liefern. © Wissing Feinkost

Auch die Currywurst gibt es vor allem im Supermarkt. „Ursprünglich bin ich auf die Idee gekommen, weil mich viele Gesellschaften nach einem einfachen Snack gefragt haben“, erklärt André Wissing. Beispielsweise für eine Hochzeit zu Mitternacht. Er kam auf die Currywurst.

Vater Wissing war am Anfang skeptisch wegen der Wurstpläne

Doch sein Vater winkte erst einmal ab. „‚Gibt‘s doch alles schon zigfach‘, hat der damals gesagt“, erzählt André Wissing. Doch er ließ nicht locker. Um sich aber gegen die anderen Fertig-Currywürste durchzusetzen, gingen die Wissings einen anderen Weg: „Ohne Gluten, ohne Glutamat und ohne Phosphat“ steht ganz dick auf den Packungen.

Mehr Fleisch statt Phosphat

Damit wollen sie sich abgrenzen, stellen sich in der Produktion aber auch selbst vor einige Schwierigkeiten: „Phosphat macht die Wurstmasse fester“, erklärt André Wissing. Wer darauf verzichtet, muss teurere Zutaten nehmen. „Normalerweise besteht eine Bratwurst zu bis zu 60 Prozent aus Speck. Bei uns ist es genau anders herum“, sagt er. Maximal 25 Prozent Fett lässt André Wissing zu. Entsprechend größer ist natürlich der Fleischanteil.

Und die Soße? Da schweigt André Wissing. In alle Geheimnisse will er dann doch keinen Einblick gewähren.

Bessere Zutaten schlagen sich auf den Preis nieder

Das Fleisch stammt aus der mageren Schweineschulter. Separatorenfleisch, also Fleischreste, die maschinell vom Knochen geschabt werden, gibt es in den Wissing-Würsten gar nicht. Wegen der besseren Zutaten liegt auch der Preis für eine Portion über dem Durchschnitt. 2,20 Euro kostet ein Paket Currywurst im Supermarkt.

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Mit K+K und Edeka arbeitet Wissing seit Jahren zusammen. Seit Frühjahr 2019 kommt auch noch Rewe dazu. „Das sind noch einmal 600 Märkte mehr“, erklärt André Wissing. Wenn das Geschäft dort richtig anzieht, denkt er auch darüber nach, zu erweitern. Aktuell ist das Unternehmen noch fest in Familienhand. Nur ein paar Aushilfen beschäftigt André Wissing. Wie es genau weitergeht, ist aber noch Zukunftsmusik.

Zwei Tonnen Currywurst im Monat

Rund zwei Tonnen Currywurst produziert der Familienbetrieb in Lünten zu den Spitzenzeiten. Dabei überrascht aber nicht nur die Technik mit den acht Gasgrills: Die Wurst wird per Hand geschnitten. „Das geht schneller als mit einer Currywurstmaschine“, erklärt André Wissing.

Wenn die Würste kalt sind schneidet er sie im Bündel mit dem Messer. Dann geht es in die Verpackung: Entweder in die Schälchen für den Supermarkt oder in mehrere Kilogramm schwere Eimer. Für Feste, Märkte oder Partys.

Mischung aus Direktverkauf und Supermarkt

Denn auch abseits der Kühltheke gibt es die Wissing-Wurst: Für Partys kann man sie direkt beim Hersteller in Lünten bestellen. Außerdem steht Wissing-Feinkost mit seinem Stand auch auf Märkten in der Region. Gerade erst hat André Wissing den Stand auf der Vredener Kirmes wieder abgebaut.

Dort hatte er zusammen mit dem Karpaten-Team den Hammans-Stand betrieben. Zuvor stand er auf dem Düstermühlenmarkt. Auch auf etlichen Weihnachtsmärkten oder Schützenfesten gibt es Wurst von Wissing. Dort dann übrigens zu marktüblichen Preisen zwischen 3 Euro und 3,50 Euro. „Da macht es sowieso die Masse“, erklärt André Wissing.

Lünten steht eng zusammen

Einen Grund für das gute Abschneiden kann André Wissing dann aber noch augenzwinkernd hinzufügen: „Wir haben eben den Vorteil, dass wir vom Dorf kommen“, sagt er. Da seien schnell viele Freunde und Bekannte aktiv geworden und hätten mit abgestimmt. Aber das ist am Ende ja auch Wurst.

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