Die Brücke ist fertig, aber Bäume sollen am Butenwall nicht gefällt werden

rnRund ums Kult

Der Außenbereich am Kult und entlang des Stadtgrabens soll neu gestaltet werden. Doch Bäume wollen die Vredener Politiker dort nicht fällen lassen. Das hatte die Verwaltung anders vor.

Vreden

, 26.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll das Umfeld rund ums Kult gestaltet werden? Nachdem das ursprünglich angedachte ISEK-Projekt „Berkelplatz und Berkelbalkon“ nicht weiter gefördert wird, hat die Verwaltung im vergangenen Bauausschuss einen neuen Plan vorgelegt.

22.000 Euro für die Umgestaltung rund ums Kult

Stadtplaner Dirk Hetrodt von der Vredener Verwaltung umriss die Planungen: Für rund 22.000 Euro soll vor dem Kraftwerk das Pflaster aufgenommen werden und stattdessen eine Blumenwiese angelegt werden. An der Berkel soll ein kleiner Platz mit einer Trauerbuche angelegt werden. Dort sollen auch Sitzgelegenheiten aufgestellt werden. Um Besucher näher an die Berkel heranzubringen, ist angedacht, die den alten Zaun durch ein neues Geländer zu ersetzen.

Es soll ähnlich gestaltet werden, wie das Geländer der Fußgängerbrücke im

Stadtpark. Fahrzeuge sollen nur noch im Ausnahmefall bis zum Berkelkraftwerk fahren.

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Die Planung wurde im Bauausschuss positiv aufgenommen, doch entscheiden mochte an diesem Abend aber noch niemand. Heinrich Wildenhues (CDU) erklärte, dass er sich erst vor Ort ein Bild von der Situation machen wolle, bevor er darüber abstimme. Auch solle die Verwaltung dann noch einmal genau erklären, was geplant sei.

Politiker wollen sich nicht von alten Bäumen trennen

Eine klare Absage gab es allerdings aus mehreren Richtungen für die Idee, entlang Butenwalls gleich mehrere Bäume zu fällen und sie durch neue Bäume und schlichten Rasen und einen neuen Zaun zu ersetzen. Die alte Wildrosenhecke, die dort steht, sei beispielsweise mit anderen Pflanzen durchsetzt und lasse sich nur sehr schwer pflegen. Dadurch wirke sie oft ungepflegt. Durch die Neugestaltung könne aber nicht nur dieser Eindruck verbessert werden. Wie Dirk Hetrodt erklärte, lasse sich so auch der Pflegeaufwand insgesamt minimieren. Doch da hatte er die Rechnung ohne die Politiker im Bauausschuss gemacht.

„Der Bewuchs und die Bäume machen dort ja erst den Charme des Wegs aus“, sagte Gerd Welper (Grüne). Gertrud Welper (Bürgermeisterkandidatin für die Grünen) hatte Fotos aus der Verwaltungsvorlage vorab bei Facebook veröffentlicht und damit eine ganze Reihe von Kommentaren von Vredenern ausgelöst, die sich klar für die Bäume aussprachen. Teils sehr deutlich wurde da am Sinn der Aktion gezweifelt. „Ich finde es gut, dass die Diskussion vorab öffentlich ausgetragen wurde“, bekräftigte Gerd Welper die Entscheidung.

„Deutsche Ordnungsliebe ist nicht zielführend“

Auch Hendrik Mulder (FDP) bezog ganz klar Stellung für die Bäume: „Die sollen auf jeden Fall stehen bleiben“, sagte er. Bürgermeisterkandidat Elmar F. Kampshoff (UWG) setzte noch einen drauf: „Die deutsche Ordnungsliebe ist nicht immer zielführend“, erklärte er. Die Vredener würden die gewachsene Situation dort nicht anders kennen und wollen. Das zeige ja auch die öffentliche Diskussion im Vorfeld der Sitzung

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Bei einem Ortstermin vor einer der nächsten Sitzungen soll das Thema erneut diskutiert werden.

Lücke unterm Brückengeländer durch neue Leisten verschlossen

Abgeschlossen ist derweil eine Ergänzung der neuen Fußgängerbrücke im Stadtpark: Weil die Lücke zwischen Geländer und Fußweg vielen Vredenern zu groß erschien und sie ihre Bedenken bei der Verwaltung vorbrachten, wurde nachgebessert. Eine zusätzliche Metallleiste schließt diese Lücke nun. Wie Dirk Hetrodt erklärte kostete das rund 8000 Euro. Besondere Mehrkosten seien im Nachhinein aber nicht entstanden. „Das wäre genauso teuer gewesen, wenn wir die Leisten direkt mitbeauftragt hätten“, sagte er.

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