Die ersten Flamingos sind schon wieder im Zwillbrocker Venn

Naturschutzgebiet

Früh dran sind die Flamingos mit ihren Erkundungsflügen zum Zwillbrocker Venn. Aber ungewöhnlich sind diese Besuche nicht. Sind sie Vorzeichen, dass wieder in Zwillbrock gebrütet wird?

Vreden

, 24.01.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die ersten Flamingos sind schon wieder im Zwillbrocker Venn

Die ersten Flamingos sind Mitte Januar im Zwillbrocker Venn aufgetaucht. © Otger Rotthues

Der Vredener Otger Rotthues hat als Naturfreund und Hobbyfotograf und -filmer schon Mitte Januar morgens um 8 Uhr von der Remise im Venn aus die drei Vögel im Flug festgehalten. Ob sie in diesem Jahr gute Brutvoraussetzungen am Lachmöwensee im Zwillbrocker Venn vorfinden? Otger Rotthues hat das Zweifel. Der etwa 30 Hektar große See fülle sich nur ganz langsam. Der 750 Meter lange Graben, den die Biologische Station Zwillbrock Im September 2019 gegraben hat, hingegen sei gefüllt.

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Aber nach Auskunft von Dr. Christoph Rückriem von der Biologischen Station Zwillbrock kann im Winter nicht gesagt werden, ob die Flamingos im Frühjahr zum Brüten nach Zwillbrock kommen. Flamingos hätten ganz eigene Kriterien bei der Entscheidung, wo sie ihre Brut ausführen, erklärte er schon vor einem Jahr im Gespräch mit der Redaktion. In dem Brutgebiet im spanischen Malaga zum Beispiel gebe es in manchen Jahren ein Brutgeschäft in der dortigen Kolonie, in anderen Jahren wieder nicht. „Das ist die Art, das ist so angelegt bei Flamingos, erklärt der Biologe.

Es ist auch möglich, dass die ersten Flamingos, die jetzt über Zwillbrock und das Ellewicker Feld fliegen, noch wieder kurz an den Niederrhein ins Winterquartier zurückfliegen. Wie auch im vergangenen Jahr muss nun wohl abgewartet werden, ob die Lachmöwen wieder zu Tausenden das Zwillbrocker Venn bevölkern und dort brüten. Spätestens im April sollte die Balzerei starten im Venn.

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Im vergangenen Jahr gab es kein Flamingoküken im Venn. „Wir hatten mehrere Brutversuche, allerdings waren die Eier immer nach zwei, drei Tagen wieder weg“, berichtete seinerzeit Elke Happe, stellvertretende Geschäftsführerin der Biologischen Station Zwillbrock. Sie nahm an, dass ein nachtaktives Tier die Eier von Möwen und Flamingos gestohlen hat, auch wenn die Kameras der Biologischen Station dafür keinen direkten Beweis geliefert hatten.

Burggraben soll die Brutinsel vor Füchsen schützen

So wurde im August und September ein Wassergraben angelegt, mit dem die Füchse von den Gelegen auf der Brutinsel ferngehalten werden sollen. Diese sind, wie Otger Rotthues mitteilte, mit Wasser gefüllt. Der Lachmöwensee selbst könne nur in einigen tieferen Bereichen einige Zentimeter Wasser aufweisen.

„Wenn man bedenkt, das in Vreden im Jahr eine Niederschlagsmenge von rund 750 Millimeter fällt, ist das ungefähr die Menge, die hier noch fehlt“, meint der Vredener. Nach seiner Rechnung fehlten, wenn man von einem halben Meter Waserhöhe ausgeht, rund 150.000 Kubikmeter.

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Der See wie in den letzten zwei Jahren komplett zugewuchert und trocken gefallen. Sämtliche Kleinstlebewesen sind abgestorben. „Anfangst wird es im Frühjahr schön grün aussehen, doch der große Pflanzenteppich wird das Venn förmlich aussaugen“, befürchtet er.

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