Die Schulpflegschaft will in den Ausschuss, doch es gibt viele Hindernisse

Schulpolitik

Die Stadtschulpflegschaft Vreden möchte die Interessen der Eltern vertreten – auch politisch im Fachausschuss. Doch das scheint nicht so einfach zu sein.

Vreden

, 04.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Elternvertreter der Vredener Schulen wollen einen Platz im Schulausschuss.

Die Elternvertreter der Vredener Schulen wollen einen Platz im Schulausschuss. © Foto: Dr. Hermann Terhalle

Seit zwei Jahren gibt es in Vreden eine Stadtschulpflegschaft und seit zwei Jahren möchte diese auch einen Elternvertreter in den Fachausschuss entsenden. Doch immer wieder wird die Vorsitzende Sonja Heinrichs vertröstet. Jetzt hat der Rat die Entscheidung erneut auf eine spätere Sitzung vertagt – nach einer hitzigen Diskussion über die Stadtschulpflegschaft im Generellen und die Vorsitzende im Einzelnen.

„Wir wollen nah dran sein“, begründet Sonja Heinrichs im Gespräch mit der Münsterland Zeitung den Wunsch nach einem Sitz im Schulausschuss. Den ersten Antrag der Stadtschulpflegschaft hat die Verwaltung im Februar 2017 „aus rechtlichen Gründen“ negativ bewertet. Ein Vertreter aus den Reihen einer Schulpflegschaft sei im Gesetz nicht vorgesehen.

Was in Stadtlohn geht, ist in Vreden plötzlich auch möglich

„Die Stadtschulpflegschaft in Stadtlohn hat aber dann im Frühjahr 2018 direkt einen Sitz im Ausschuss bekommen“, sagt Sonja Heinrichs und versteht nicht, warum das in Vreden nicht möglich sein soll. Deswegen hat sie sich erneut an die Stadt gewandt. „Wir haben die Rechtslage daraufhin erneut überprüft“, sagte Bernd Kemper in der vergangenen Woche in der Ratssitzung. In der Vorlage heißt es, dass es eine andere Auslegung der Gesetze gebe, die „juristisch auf jeden Fall zumindest vertretbar“ sei. Deswegen kommt nun auch die Verwaltung zu dem Schluss, dass ein Vertreter der Stadtschulpflegschaft einen Sitz als sachkundiger Einwohner mit beratender Stimme einnehmen kann.

Die UWG ist da allerdings anderer Meinung. „Wir lehnen das ab. Wir sehen die Stadtschulpflegschaft als Dialogpartner, um uns zu informieren. Aber wir sollten sie nicht als externes Organ im Ausschuss begrüßen“, sagte Elmar Kampshoff in der Ratssitzung. Dadurch öffne man zudem Tür und Tor für andere Interessenverbindungen. Dem konnten die anderen Fraktionen nicht zustimmen.

Irritationen um die Person Sonja Heinrichs

Allerdings gab es Irritationen um die Vorsitzende Sonja Heinrichs. Sie sollte auf Vorschlag der Stadtschulpflegschaft in den Ausschuss gewählt werden. Doch auch damit war die UWG nicht einverstanden. „Frau Heinrichs ist dermaßen pro Gymnasium geprägt, dass eine neutrale Entwicklung nicht mehr gewährleistet ist“, meinte Elmar Kampshoff.

Sonja Heinrichs war lange die Vorsitzende der Schulpflegschaft des Gymnasiums. Bernd Kemper teilte in der Sitzung jedoch mit, dass sie dieses Amt nicht mehr innehabe. Gisela Huning, CDU-Ratsmitglied und Leiterin der Sekundarschule, berichtete, dass Heinrichs ihres Wissens nach auch nicht mehr Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft sei. Daraufhin nahmen auch die anderen Fraktionen von einer schnellen Entscheidung Abstand. Schließlich sei völlig unklar, warum Heinrichs nicht mehr die Vorsitzende ist, ob das überhaupt stimmt und ob die Stadtschulpflegschaft immer noch Heinrichs als Vertreterin im Aussschuss sehen möchte. „Wenn sich herausstellt, dass der Vorschlag nicht mehr aktuell ist, wäre das peinlich“, meinte Gerd Welper (Grüne).

Kein Misstrauen oder Zerwürfnis, nur zu viel Arbeit

Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung bringt Sonja Heinrichs Licht ins Dunkel. „Ich bin als Vorsitzende der Schulpflegschaft des Gymnasiums zurückgetreten“, sagt sie. In der Stadtschulpflegschaft habe sie noch den Vorsitz, sie plane aber, dieses Amt ebenfalls niederzulegen. Mit Misstrauen oder einem Zerwürfnis habe das aber nichts zu tun. „Es wurden einfach zu viele Termine. Das sollte sich auf mehr Schultern verteilen“, sagt die berufstätige, sechsfache Mutter. Schon als die anderen Eltern sie zur Vertreterin für den Ausschuss gewählt haben, sei klar gewesen, dass sie den Vorsitz niederlegen möchte.

Der Rat hat die Entscheidung vertagt, das Thema soll am 30. Oktober erneut auf der Tagesordnung stehen.

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