Drei Krippen in Vreden zeigen Heilige Familie auf ganz unterschiedliche Weise

rnDrei Krippen

In den dem beiden Kirchen am Kirchplatz sind in diesem Jahr drei Krippen liebevoll aufgebaut worden. Mal traditionell, mal modern – und eine sogar mit lebenden Tieren.

Vreden

, 23.12.2019, 18:12 Uhr / Lesedauer: 3 min

Unterschiedlicher könnten die Krippen in der Georgskirche und in der Stiftskirche in Vreden kaum sein. Für Liebhaber von Krippen gibt es hier einiges zu sehen und zu entdecken. Sei es die mittlerweile 40-jährige Krippe aus der ehemaligen Marienkirche mit ihren Figuren aus den 50er, 60er und 70er Jahren, die moderne Kinderkrippe von Johannes Haase oder die Krippe in der Georgskirche, die im Jahr 2000 ihre Geburtsstunde erlebte.

Mit viel Liebe zum Detail haben sich die Krippenbauer die Mühe gemacht, für alle Freunde der Weihnacht, eine Weihnachtsgeschichte auf ihre eigene Art zu erzählen.

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Auf der Empore der Stiftskirche findet man zunächst die alte Krippe aus der Vredener Marienkirche. Im Jahr 1959 überraschte Pfarrer Theo Kemper die Gemeindemitglieder mit den ersten Krippenfiguren. Diese ließ er von dem Kunstbildhauer Heinrich Kirchner in Münster aus Eichenholz fertigen und alles begann mit der Heiligen Familie. Über viele Jahre kamen weitere Krippenfiguren hinzu, und Pfarrer Josef Bronswick sowie Pfarrer Ansgar Drees brachten mit eigenen Figuren neue Akzente in die Weihnachtsgeschichte.

1982 musste ein neur Stall her

Als im Jahr 1981 der alte Krippenstall marode war, wurden im Sommer 1982 zehn verschiedene Modelle für einen neuen Stall in der Kirche ausgestellt. Die Gemeindemitglieder konnten entscheiden, welche Variante gefertigt werden sollte und das neue zu Hause für die Jesus-Familie darstellen sollte.

Heute kümmert sich der Familienkreis Marienrunde um Heinrich Severt und Thomas Merschformann um den Aufbau der Krippe. Am dritten Adventswochenende bauten sie die Krippe zwei Tage lang auf. Sie ist extra so gestaltet, dass man durch die verschiedenen Teile durchlaufen kann, Kinder dürfen auch die Wege benutzen und die Figuren anfassen. „In dieser Krippe ist man mittendrin“, sagte Thomas Merschformann bei der Vorstellung der Krippen.

Die Krippe aus der alten Marienkirche ist jetzt in der Stiftskirche zu sehen.

Die Krippe aus der alten Marienkirche ist jetzt in der Stiftskirche zu sehen. © Raphael Kampshoff

Wenige Schritte weiter hat Johannes Haase seine Krippe aufgebaut. Vor sechs Jahren hat er mit dem Bau an seiner Krippe begonnen, mit kindergerechten und lustigen Figuren. Viel Wert legt er auf die Darstellung von Gegensätzen, wie dem weißen und dem schwarzen Schaf, Bettler und Könige, Römer und Juden sowie Ochs und Esel.

Insgesamt drei Jahre hat er an den Figuren gearbeitet, bis er sie in der jetzigen Version vorzeigen konnte. Nach Ammeloe im Jahre 2017 und Telgte im Jahr 2018, hat die Krippe in der Stiftskirche in diesem Jahr ihren dritten Standort.

Figuren erzählen ihre Geschichte

Jahr für Jahr hat er sich Gedanken gemacht, welche Figuren noch zu der Krippe passen könnten und dabei auch Bezug auf die Umgebung von Vreden genommen. So gibt es einen Nachtwächter, einen Kiepenkerl und auch eine Windmühle, die allerdings in diesem Jahr in der Ausstellung fehlt.

Auch an alten Bildern von Krippen hat er sich orientiert, so waren auf diesen meistens alte Ruinen zu sehen, die sich nun auch in seiner Krippe wieder finden.

Um die Weihnachtsgeschichte um seine Figuren anschaulicher zu machen, hat Johannes Haase eigens ein Buch geschrieben, in dem die Figuren die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen. Das Buch liegt auf einem Hocker vor der Krippe und ist für 13,90 € in der Bücherei oder im Haus Früchting zu erwerben.

Die Krippe von Johannes Haase befindet sich im hinteren Teil Empore in der Stiftskirche.

Die Krippe von Johannes Haase befindet sich im hinteren Teil Empore in der Stiftskirche. © Raphael Kampshoff

In der Georgskirche findet sich die große Krippe der Gemeinde, die seit dem Jahr 2000 aufgebaut und stetig erweitert wird. So müssen seit einigen Jahren auch die ersten Bänke der Seitenschiffes weichen, damit der Platz für die „lebendige Krippe“ ausreicht.

Jedes Jahr zum ersten Advent wird die Krippe von drei bis zu fünf Personen um Küster Rainer Pag aufgebaut. Die Szenen wechseln dort dann an jedem Adventssonntag, mit Bezug zum passenden Evangelium.

Hirte geht baden

So ist aktuell auch die Heilige Familie noch nicht zu sehen, da diese ja erst zu Weihnachten in das Geschehen eingreift. Auch in den anderen beiden Krippen in der Stiftskirche, ist das Jesuskind noch nicht dabei.

Manchmal verändert sich das Bild der Krippe aber auch von ganz alleine. Im vergangenen Jahr ist der Hirte auf seinem Weg wohl ausgerutscht und in den Teich gefallen in dem seit drei Jahren lebendige Goldfische schwimmen.

Die Figuren der Krippe wurden durch Spenden finanziert und Schwester Bernardine hat die Kleidung für die menschlichen Figuren genäht. Im Hintergrund verlängern Bilder die Aussicht auf die Umgebung, auch diese wurden selbst gemalt und zur Verfügung gestellt.

Die Darstellung der Weihnachtsgeschichte in der Georgskirche wechselt von Woche zu Woche.

Die Darstellung der Weihnachtsgeschichte in der Georgskirche wechselt von Woche zu Woche. © Raphael Kampshoff

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