"Du gehst mich an"

Vreden "Nur zwei Bürger jüdischen Glaubens kehrten nach der Shoah nach Vreden zurück." Die dunkelsten Kapitel der Geschichte spart diese Ausstellung ebenso wenig aus wie den reichen kulturellen Schatz vieler Jahrhunderte jüdischen Lebens in Deutschland.

30.01.2009, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Bei der Ausstellungseröffnung richteten der Erste Beigeordnete Dr. Christoph Holtwisch, Pfarrer Klaus Noack und Günter Schnieder von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit eindringliche Worte an die Gäste. Ohm</p>

<p>Bei der Ausstellungseröffnung richteten der Erste Beigeordnete Dr. Christoph Holtwisch, Pfarrer Klaus Noack und Günter Schnieder von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit eindringliche Worte an die Gäste. Ohm</p>

Seit gestern ist sie im Vredener Rathaus zu sehen: Auf vielen großen Tafeln finden sich Texte und Bilder, die sensibel machen für die jüdische Geschichte und das Leid zahlloser jüdischer Opfer der Verfolgung in der NS-Zeit. "Du gehst mich an" ist die Ausstellung überschrieben. Sie spannt einen weiten zeitlichen Bogen von den geschichtlichen Wurzeln der jüdischen Religion bis in die Gegenwart. Dabei greift sie unterschiedlichste Aspekte auf: Dazu zählen die gemeinsamen religiösen Wurzeln von Juden und Christen ebenso wie aktuelle Themen, etwa die Schändung jüdischer Friedhöfe. Einen Schwerpunkt bildet die Verfolgung und Ermordung von Juden während der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945. Auf zwei Tafeln finden sich auch Fakten zur jüdischen Geschichte in Vreden. Erarbeitet wurde die Ausstellung im Auftrag des Ausschusses Christen und Juden in der evangelischen Kirche.

Kultur des Gedenkens

Bei der gestrigen Eröffnung hob für die Stadt Vreden der Erste Beigeordnete Dr. Christoph Holtwisch hervor: "Auch Vreden hat in der NS-Zeit schwere Schuld auf sich geladen." Heute gebe es im Ort eine Kultur des Gedenkens, die eine neue Basis des Verhältnisses zwischen Juden und Christen lege. Die Ausstellung sei ein Schritt auf diesem Weg.

Für die evangelische Kirchengemeinde mahnte Pfarrer Klaus Noack, sich auch anhand der Ausstellung das Leid der Juden ins Gedächtnis zu rufen, um nicht zuletzt die eigene Haltung bedenken und in Frage stellen zu können. Kritisch beleuchtete er die Rolle der Kirchen während der NS-Diktatur.

Günter Schnieder von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit betreut die Ausstellung. Er rief dazu auf, den Dialog zu fördern und jedwedem Pogrom vorzubeugen. to

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