Ein Ort für Trauernde

Wand der Sternenkinder

Sternenkinder sind Kinder, die vor, während oder nach der Geburt verstorben sind. Auf dem Vredener Friedhof finden Trauernde jetzt mit der Wand der Sternenkinder einen festen Ort für ihre Erinnerungen.

VREDEN

, 11.03.2014, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Ort für Trauernde

Vredens Bürgermeister Christoph Holtwisch (v.l.) Simone Willing, Kläre Winhuysen, Guido Leeck, Bernd Kemper, Doris Wintershoff und Jürgen Depenbrock besprachen letzte Details der Einsegnungsfeier für die Wand der Sternenkinder.

Seit Oktober vergangen Jahres steht die Wand im Eingangsbereich des Friedhofes, entworfen wurde sie von Guido Leek. „In der Wand werden persönliche Gedenksteine in Form einzelner Sandsteinquader gebildet“, erklärte Leeck. Ähnlich wie in einem Kolumbarium besitzen die übereinander eingemauerten Steinquader jeweils einen Bereich aus Nischen und Flächen, in denen Kerzen und Andenken dauerhaft aufgestellt werden können. Die Mauerabdeckung besitzt die Form eines Daches und soll den Haus-Charakter betonen. „Über die Stadt Vreden können Betroffene eine Gedenkplatte beziehen, auf die der Name des Kindes eingraviert wird“, sagt der Beigeordnete der Stadt Vreden Bernd Kemper. Simone Willing und Doris Wintershoff gehören zu einem Kreis von insgesamt fünf betroffenen Eltern, die ihr Kind verloren haben.

„Es gibt viele Eltern, die für ihr totes Kind kein Grab haben. Durch die Wand kann man seine Trauer verorten. Man kommt so mit anderen Betroffenen ins Gespräch und steht nicht alleine dar“, streichten die beiden die Bedeutung der Trauerwand heraus. Kläre Winhuysen vom Hospizdienst Omega der Regionalgruppe Vreden fügte hinzu: „Früher wurde über Fehlgeburten gar nicht groß gesprochen. Die Mütter wurden oft mit ihrer Trauer alleine gelassen. Die Wand ist auch für diejenigen, die schon länger den Verlust ihres Kindes zu beklagen haben.“ Direkt neben der Wand der Sternenkinder steht seit dem Jahr 2004 die Kinderstele. „Hinter der Stele sollen Kindergräber entstehen. Es ist ein zentraler und geschützter Bereich des Friedhofs“, erklärte der Leiter des Ordnungsamtes Jürgen Depenbrock.

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