Eine letzte Chance für den Vredener Wochenmarkt

Neuer Anlauf beschlossen

Sie wollen den Wochenmarkt noch nicht aufgeben: Die Vredener Ratsmitglieder haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, noch einmal einen letzten Anlauf zu unternehmen.

VREDEN

, 15.07.2016 / Lesedauer: 3 min
Eine letzte Chance für den Vredener Wochenmarkt

Das Bild am Donnerstagnachmittag auf dem Marktplatz in Vreden: Kein einziger Markthändler hält dort zum Wochenmarkt-Termin noch die Stellung.

Die Verwaltung soll gemeinsam mit der Stadtmarketing GmbH nach einem neuen Weg suchen, um den Wochenmarkt vielleicht doch noch zurück in die Erfolgsspur zu bringen.

Dass dies kein leichtes Unterfangen wird, weiß auch Erster Beigeordneter Bernd Kemper: "Die Bemühungen um den Markt sind leider keine Erfolgsgeschichte geworden." Die Zahl der Händler hatte sich mit der Zeit immer mehr verringert, bis nur noch ein einziger Beschicker donnerstagnachmittags seinen Stand öffnete. Die Bevölkerung habe auf diesen negativen Trend kaum reagiert, bedauert Bernd Kemper: "Es ist bezeichnend, dass das vielen erst auffiel, als der Markt nicht mehr da war."

"After-Work-Markt"

Jetzt soll es also noch einmal einen Anlauf geben. An Ideen hatte es dafür nicht gemangelt: Die Abgabe des Marktes an eine Marktgilde wäre eine Alternative, ein "After-Work-Markt" wie in Borken bis in den Abend und mit gastronomischen Angeboten ebenfalls. Wohin die Reise gehen soll, will die Stadt jetzt mit Karin Otto erarbeiten. Sie tritt im August ihren Dienst als Stadtmarketing-Geschäftsführerin an.

Von der Politik gab es klare Rückendeckung für dieses Vorgehen. "Die Aufgabe des Wochenmarktes wäre ein schlechtes Zeichen", sagte Reinhard Laurich (SPD). Hermann Geesink begrüßte die Strategie hin zu einem neuen Marktkonzept: "Das ist der richtige Weg." Auch Heinrich Noldes (FDP) schloss sich an: "Ich hoffe, dass sich da noch etwas bewegt."

Pause für den Markt

Elmar Kampshoff (UWG) sah zugleich aber auch kein Tabu darin, den Markt für zwei oder drei Jahre pausieren zu lassen: "Vielleicht wäre das heilsam." Dass es in jedem Fall schwer für die Zukunft des Wochenmarkts in Vreden wird, machte Gerd Welper deutlich: "Etliche Faktoren sind weder von der Stadt noch von den Markthändlern lösbar." Eine Chance erkennt er für regionale Produkte und regionale Anbieter auf dem Markt.

Heinz Gewering (CDU) sah die Verantwortung für die Zukunft des Markts auch bei den Kunden: "Die Verbraucher haben die Macht. Es wäre schön, wenn sie es auch wüssten."

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