Wo jetzt noch Fahrräder parken, soll eine große Sporthalle gebaut werden. Zwischen Sekundarschule und Everplayplatz ist eine Zweifach-Halle geplant. Dafür werden die Walbert-, Mädchen- und Jungenhallen abgerissen. © Victoria Garwer
Schulcampus Vreden

Einigkeit beim Schulzentrum: Pläne für bis zu 25 Millionen Euro beschlossen

Hin und her ging es beim Schulzentrum in Vreden, jetzt gibt es einen einstimmigen Beschluss. Die Kosten könnten aber noch höher liegen als beim ursprünglichen Plan.

Nach mehr als zehn Jahren Diskussion herrscht endlich Einigkeit beim Thema Schulzentrum in Vreden. Politiker, Schulen, Stadtsportverband, Stadtschulpflegschaft und Verwaltung haben sich einstimmig auf einen Entwurf einigen können, der Rat hat diesem in seiner Sitzung am Donnerstagabend ebenfalls geschlossen zugestimmt.

Vorangegangen war ein sogenanntes Werkstattverfahren mit fünf Architekturbüros. Diese haben jeweils Pläne eingereicht für die Anordnung und Gestaltung der beiden neuen Turnhallen und des kombinierten Mensa-Werkstatt-Gebäudes. Die Arbeitsgruppe mit Vertretern aus allen Bereichen entschied sich nach mehreren Sitzungen für eine Kombination aus zwei eingereichten Plänen.

Wie soll die große Sporthalle an der Zwillbrocker Straße aussehen?

Bislang wurde an der Stelle, wo zurzeit der Fahrradständer des Gymnasiums ist, eine Zweifach-Turnhalle geplant, die jedoch etwas größer ist als normal, damit Sportvereine sie für Ligaspiele nutzen können. Inzwischen favorisieren aber sowohl die Schulen als auch die Stadt eine Dreifachhalle.

„Dadurch schaffen wir fünf neue Halleneinheiten im Schulzentrum. Bislang gingen wir immer von einem Bedarf von vier Halleneinheiten aus, aber der Bedarf ist im Laufe der Jahre gestiegen“, sagte der Erste Beigeordnete Bernd Kemper.

Der Entwurf für eine solche Halle, der die Arbeitsgruppe am meisten überzeugt hat, kommt vom Büro Burhoff und Burhoff in Münster. Fachbereichsleiter Joachim Hartmann erklärte die Besonderheit: „Das Gebäude geht auf das Niveau des Schulhofs des Gymnasiums runter.“ An der höher liegenden Straße sei die Halle deswegen trotz seiner Größe nur wenige Meter hoch.

Im Querschnitt ist gut zu sehen, wie die große Sporthalle über mehrere Ebenen aufgebaut ist. Sie geht dabei bis auf das Niveau des Schulhofs des Gymnasiums runter.
Im Querschnitt ist gut zu sehen, wie die große Sporthalle über mehrere Ebenen aufgebaut ist. Sie geht dabei bis auf das Niveau des Schulhofs des Gymnasiums runter. © Burhoff und Burhoff © Burhoff und Burhoff

Die verschiedenen Ebenen sorgen zudem dafür, dass die Schüler während der Pausen das Flachdach über den Umkleiden als Aufenthaltsfläche nutzen können. Auch die Barrierefreiheit sei kein Problem, sagte Joachim Hartmann. „Überall, wo Treppen sind, gibt es auch Aufzüge.“

Was ist für die kleinere Sporthalle an der Schulstraße geplant?

Die genaue Lage der Zweifach-Halle muss noch geprüft und festgelegt werden. Sie wird aber auf jeden Fall westlich des Widukindstadions vor dem Everplay-Platz gebaut. Die Architekten von Burhoff und Burhoff planen eine relativ klassische Sporthalle mit Umkleiden und Waschräumen im Obergeschoss und Geräteräumen im Erdgeschoss auf Höhe der eigentlichen Sportfläche.

Wie sehen die Pläne für das Mensa-Werkstatt-Gebäude aus?

Die Arbeitsgruppe und der Rat haben sich hier für den Entwurf des Büros Bock Neuhaus Partner entschieden. „Klare Struktur, klare Funktionstrennung, wenig Verkehrsfläche, auf den Punkt“, so beschrieb Joachim Hartmann die Pläne.

Zwischen der Mensa und den Werk- und Unterrichtsräumen gibt es in diesem Entwurf eine klare Trennung und sogar zwei unterschiedliche Eingänge. Der Haupteingang führt in den Sitzbereich der Mensa. Die komplette Technik, alle Lagerräume und die Essensausgabe sind ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht. Eine Treppe führt zu weiteren Sitzplätzen im Obergeschoss.

Die große Halle soll an der Zwillbrocker Straße stehen, die Zweifach-Halle und das Mensa-Werkstatt-Gebäude westlich der Sekundarschule. Die ganz konkrete Positionierung wird noch geprüft.
Die große Halle soll an der Zwillbrocker Straße stehen, die Zweifach-Halle und das Mensa-Werkstatt-Gebäude westlich der Sekundarschule. Die ganz konkrete Positionierung wird noch geprüft. © Stadt Vreden © Stadt Vreden

Ein ganz anderes Treppenhaus mit eigenem Eingang nutzen hingegen die Schüler und Lehrer, die zum Unterricht gehen. Im Obergeschoss sind Räume für Arbeiten in Kleingruppen, Lehrerbüros, eine Werkstatt, ein Maschinenraum und zwei Räume für Praxis- und Theorieunterricht geplant.

Wie genau das Gebäude zwischen der Sekundarschule und der Zweifachhalle positioniert und ausgerichtet werden soll, wird noch geprüft.

Wie hoch sind die Kosten?

Sehr hoch. „Anhand der aktuellen Baukosten haben wir eine Summe von 19,5 Millionen Euro berechnet. Wir rechnen aber mit einer Steigerung bis zu 30 Prozent in den kommenden Jahren“, sagte Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp. Dann müsste die Stadt für das Projekt sogar 25,35 Millionen Euro ausgeben.

Darin enthalten sind dann aber auch alle Baukosten: große und kleine Sporthalle, Mensa und Fachräume samt Ausstattung, Abriss der alten Turnhallen, Neugestaltung der Außenanlagen, Sanierung der Schulstraße, Sanierung des Widukindstadions und alle Baunebenkosten.

„Jeder Euro, der investiert wird, ist ein guter. Das ist eine gute Investition in die Zukunft unserer Schulen und des Vereinssports“, sagte Tom Tenostendarp. In der anschließenden Diskussion machte Elmar Kampshoff (UWG) ebenfalls ganz deutlich: „Das ist kein Denkmal, kein übermäßiger Luxus. Die Pläne sind moderner Standard und an den Bedarfen orientiert, aber auch kein Sparprojekt.“

Wann können die Bauarbeiten beginnen?

Voraussichtlich im kommenden Jahr. Zuerst wird die Mensa gebaut, da diese dringend benötigt wird. Danach soll zeitnah die große Halle an der Zwillbrocker Straße folgen.

Sind wirklich alle Beteiligten mit diesen Plänen einverstanden?

Zumindest alle, die sich bislang mit den Entwürfen beschäftigt haben. Die Vereine, Anlieger und Bürger sollen nun ebenfalls beteiligt werden, kündigte Bernd Kemper an.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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