Ellewicker wollen Bürgergenossenschaft gründen

Für Gasthaus Denno

Der Saal ist voll gefüllt. Mehrere Leute stehen im hinteren Teil und an der Theke. Alle unterhalten sich und stoßen mit Bier an. Szenen wie diese haben sich schon lange nicht mehr im Gasthaus Denno in Ellewick abgespielt. Bis Sonntagmorgen.

ELLEWICK

, 21.12.2014, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ellewicker wollen Bürgergenossenschaft gründen

Der Saal in der Gaststätte Denno war so voll wie lange nicht mehr.

Die konkreten Pläne sehen so aus, dass die Genossenschaft das Gasthaus von dem Eigentümer Bernd Nienhaus-Lensing pachtet. Der hat in seinem Heimatdorf bereits positive Erfahrungen mit einer Genossenschaft gemacht und war deshalb schnell einverstanden. „Mit guten Leuten kann man so eine Kneipe zum Laufen bringen. Und die findet man in einer Genossenschaft“, sagte er. Für den Kneipenbetrieb wird Jule Denno zuständig sein. Sie wurde bei der Veranstaltung gestern als zukünftige Geschäftsführerin vorgestellt. Sie freue sich auf diese Arbeit, sagte sie. „Kneipe ist einfach mein Ding.“ In der Küche und in einem Imbiss wird die Familie Lauer arbeiten. Die Räumlichkeiten dafür wird die Genossenschaft an sie verpachten. Edith Lauer zeigte sich motiviert: „Wir werden das hier auf jeden Fall beleben.“

Das alles wird aber erst möglich, wenn die Verantwortlichen es schaffen, genügend Leute für ihre Idee zu begeistern. Die Mitglieder zahlen bei ihrem Eintritt in die Genossenschaft einmalig 50 Euro. Von diesem Geld werden die anfallenden Kosten für notwendige Renovierungsarbeiten gedeckt. Darunter fallen zum Beispiel Malerarbeiten oder die Installation einer Beschallung im Kneipenbereich. Zusätzlich kann sich jedes Mitglied Anteile an der Genossenschaft für jeweils 100 Euro kaufen. Dafür erhalten sie Vergünstigungen bei der Miete der Räumlichkeiten für private Feste und das Recht auf Mitbestimmung. Bereits bei der Informationsveranstaltung haben die Verantwortlichen Fragebögen verteilt, um herauszufinden, was sich die Ellewicker und Crosewicker für das Gasthaus wünschen. „Wir brauchen mindestens 150 Mitglieder und müssen einen Betrag von 15 000 Euro sicher haben“, erklärte Jan Reirink. Mit dem Geld wären die laufenden Kosten für die nächsten zwei Jahre gedeckt. Wenn sie diese Ziele bis zu der selbst gesetzten Frist am 15. Januar 2015 nicht erreicht haben, wird die Bürgergenossenschaft nicht gegründet. Wenn sie aber genug Beitrittserklärungen erhalten, wird die Gründung im Januar kurzfristig durchgeführt. Die Satzung und weitere notwendige Unterlagen haben die sechs Verantwortlichen bereits vorbereitet.

Bereits gestern haben viele der Anwesenden die Beitrittserklärung ausgefüllt. Die meisten haben die Unterlagen aber erstmal mit nach Hause genommen. Terwersche war mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Er sagte: „Viele waren vorher skeptisch und die konnten wir jetzt überzeugen. Rund 90 Prozent von denen, die hier waren, haben gesagt, dass sie auf jeden Fall Mitglied werden.“ 

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