Eltern kämpfen weiter für Erhalt der Förderschule

Felicitasschule Vreden

Die Eltern wollen sich noch lange nicht geschlagen geben. Auch wenn die Bezirksregierung jetzt mit Blick auf den 1. August als Stichtag von der Stadt Vreden fordert, die Felicitasschule auslaufend zu stellen - sie setzen sich weiter für den Erhalt der Förderschule ein und gehen dazu neue Wege.

VREDEN

von Thorsten Ohm

, 26.11.2015, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eltern kämpfen weiter für Erhalt der Förderschule

Auch der Förderverein der St. Felicitasschule kämpft: So suchten die Vertreter des Fördervereins im Oktober das Gespräch mit Astrid Birkhahn (3. v. l., stellvertretende Vorsitzende des Schulaussschusses des Landtages) und dem Vredener Landtagsabgeordneten Bernhard Tenhumberg.

Das Mittel, das sie jetzt einsetzen: eine Online-Petition. "Vor einer Woche sind wir damit an den Start gegangen, und jetzt haben wir schon so viele Unterstützer", freut sich Beate Krandick über die Resonanz. Mehr als 2900 Menschen haben dafür bereits gezeichnet (Stand gestern abend) - das sogenannte Quorum von 3300 Unterstützern ist damit bereits in greifbare Nähe gerückt.

Online-Petition

Die Online-Petition setzt sich dafür ein, die Förderschule in Vreden zu erhalten und damit ein Angebot, das auch Kindern im Grundschulalter die Möglichkeit gibt, eine solche Schule zu besuchen. In der Beschreibung der Petition nehmen die Verantwortlichen auch Stellung zum Stichtag 1. August. Den hatte die Bezirksregierung als maßgeblich für das Erreichen der Mindestschülerzahl von 144 angesehen, und zu diesem Zeitpunkt lag die Schule noch darunter. Das Datum sei willkürlich festgelegt, so die Eltern, die auch darauf hinweisen, dass zurzeit 156 Schüler die Schule besuchen und darüber hinaus bereits 16 Anfragen für den Besuch der ersten Klasse im nächsten Jahr vorliegen würden.

"Auch mit der ersten Petition, die wir gestartet hatten, gibt es Fortschritte", berichtet Beate Krandick. Schulministerin Sylvia Löhrmann habe sich inzwischen bereit erklärt, die Unterschriften zumindest entgegenzunehmen: "Wir werden im Dezember nach Düsseldorf fahren."

Kontakte mit anderen Interessierten 

Frank Bengfort verspricht sich von der Online-Petition auch, dass neue Kontakte mit anderen Interessierten außerhalb von Vreden geknüpft werden können. "Es geht ja um ganz grundsätzliche Fragen, in denen wir sicher gemeinsam mit anderen auftreten könnten."

"Bislang haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen", unterstreicht Beate Krandick. Auch beim Basar der Felicitasschule am vergangenen Wochenende habe es viel Zuspruch für die Initiative gegeben. Dort hatten die Eltern einen eigenen Stand aufgebaut, um Interessierte informieren zu können. Die Frage, die immer wieder gekommen sei: "Wie geht es weiter?"

Eltern hoffen

Die Eltern hoffen weiter auf eine Wende zugunsten der Felicitasschule. Frank Bengfort sagt: "Neue Fakten müssen doch auch neu bewertet werden." Denn die Schule habe doch einen deutlichen Zuwachs zu verzeichnen - im Gegensatz zu den Zahlen, von denen der Vertreter der Bezirksregierung ausgegangen sei, als er in diesem Jahr im Schulausschuss in Vreden Stellung bezogen hatte (Münsterland Zeitung berichtete).

Als Knackpunkt sehen auch die Eltern an, dass sich die Bezirksregierung auf den 1. August als Stichtag bezieht. Mit einiger Spannung sehen sie daher dem Ergebnis der Prüfung entgegen, der die Stadtverwaltung die Argumentation aus Münster unterzieht. Davon wird auch abhängen, ob und wie der Rat entscheidet. Daher möchten die Eltern nun auch das Gespräch mit den Ratsfraktionen suchen.

Juristisch bliebe noch ein weiterer Schritt: eine Klage von Eltern von Grundschulkindern, denen durch ein Auslaufen der Felicitasschule eine Wahlmöglichkeit genommen wird. Auch ein solches Vorgehen sei möglich, so Frank Bengfort: "Wir sind 100-prozentig bereit, weiterzumachen."

tinyurl.com/petition-vreden

  • In einer ersten Version hatte dieser Artikel eine sinnentstellende Überschrift. Wir haben diese geändert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Lesen Sie jetzt