Epcan baut ein Hochsicherheits-Rechenzentrum mit 4000 Servern – Diese Kunden profitieren

rnErster Spatenstich

Die Firma Epcan baut in Vreden ein neues Rechenzentrum mit 4000 Servern. Weil dort sensible Daten gespeichert werden sollen, sind die Sicherheitsvorkehrungen extrem.

Vreden

, 31.05.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fort Knox gilt als einer der sichersten Orte der Welt. Der wohl sicherste Ort in Vreden entsteht gerade an der Stadtlohner Straße. Die Firma Epcan baut da ein neues Rechenzentrum mit dem Namen Epnox. Vom symbolischen ersten Spatenstich Anfang der Woche bis zur Fertigstellung sollen nur drei Monate vergehen.

4000 Server finden in dem 200 Quadratmeter großen Rechenzentrum Platz. Aber wofür werden die gebraucht? Das erklärt Geschäftsführer Nils Waning: „Unternehmen speichern dort ihre Daten und können sie dennoch von überall auf der Welt rasend schnell abrufen.“ Auch für den Privatkunden hat das Rechenzentrum eine Bedeutung, wenn auch eher indirekt. „Wer eine Cloud bei uns hat, dessen Daten liegen in dem Rechenzentrum. Oder wenn jemand unseren Glasfaseranschluss auch zum Fernsehen nutzt, dann kann er zum Beispiel die Tagesschau von vorgestern abrufen. Die liegt auch hier“, so Waning weiter.

Auf Naturkatastrophen vorbereitet

Die Daten werden dabei immer redundant gespeichert. Heißt: In Echtzeit werden sie auf mehrere Server in verschiedenen Rechenzentren gespielt. „Wenn also etwas Unvorhergesehenes passiert, sagen wir mal eine Überschwemmung oder ein Erdbeben, dann haben wir ein Backup“, so Nils Waning.

Auch für einen Stromausfall ist das Rechenzentrum gerüstet. Es gibt eine eingebaute Notstromversorgung für drei Tage. Das Gebäude ist zudem so aufgebaut, dass eine Seite komplett wegbrechen kann – in der anderen Hälfte würde dennoch alles weiterlaufen. Eine automatische Löschanlage füllt den Raum im Brandfall mit einem bestimmten Gas, sodass das Feuer zu wenig Sauerstoff hat, Menschen aber noch genug Zeit haben, das Gebäude zu verlassen.

Name in Anlehnung an Fort Knox

Wegen all dieser Sicherheitsvorkehrungen hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, das Rechenzentrum Epnox zu nennen – in Anlehnung an Fort Knox, das Goldlager in den USA. Wird das Gebäude mitten in Vreden dann also auch von einer dicken Mauer und Stacheldraht umgeben? Nils Waning muss bei dieser Frage schmunzeln. Darüber nachgedacht hat er tatsächlich.

Grundsätzlich ist es Vorgabe, dass das Grundstück komplett eingezäunt wird, sodass keine direkte Verbindung zum öffentlichen Bereich besteht. Zudem gibt es eine Videoüberwachung und Personenschleusen. Aber Nils Waning sagt auch: „Einbrecher sind eigentlich unsere geringsten Feinde. Denn mit einem geklauten Server kann kaum jemand was anfangen. Die funktionieren nur im Verbund.“

Erweiterung kommt früher als geplant

Rund zwei Millionen Euro investiert Epcan in das Rechenzentrum. Es entsteht direkt hinter dem bestehenden Gebäude an der Stadtlohner Straße. Das Grundstück hat das Unternehmen schon beim Umzug vor vier Jahren direkt mitgekauft. „Wir haben darauf geachtet, dass es Erweiterungsmöglichkeiten gibt. Dass es jetzt aber so schnell ging, war eigentlich nicht geplant“, sagt Nils Waning.

Beim Neubau des Firmenhauptsitzes 2015 waren noch drei Büros frei. Jetzt sind sie voll und sogar einige Mitarbeiter nach Bocholt ausgelagert. Deswegen entstehen neben und über dem Rechenzentrum auch weitere Büros. Die 300 Quadratmeter im Erdgeschoss werden direkt bezogen, die 500 Quadratmeter im Obergeschoss werden zunächst als Veranstaltungsfläche genutzt.

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