Die Grenzen sind dicht: Keine Erntehelfer aus Polen, aber Vredener bieten Hilfe an

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Vor ein paar Tagen war Daniel Geesink noch optimistisch, was die polnischen Helfer für die Spargelernte angeht. Jetzt sind die Grenzen dicht. Doch die Hilfsbereitschaft in Vreden ist groß.

Vreden

, 26.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Worst-Case-Szenario für Spargelbauer Daniel Geesink ist eingetreten. Das Innenministerium hat die Einreise von allen Erntehelfern verboten. Die Grenzen sind dicht, schuld ist das Coronavirus. „Die Nachricht hat uns richtig kalt erwischt“, erzählt der Inhaber von Geesinks Spargelhöffken.

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Die Meldung machte am Mittwochnachmittag die Runde. „Um 17 Uhr sollten die Grenzen geschlossen werden. Wir hatten also noch gut drei Stunden Zeit, um möglichst viele Helfer von Polen nach Deutschland zu bekommen“, berichtet Daniel Geesink.

Nur die Hälfte der Saisonarbeiter ist da

Die Familie setzte alle Hebel in Bewegung und schaffte es tatsächlich noch, einem Polen die Einreise zu ermöglich. Fünf Saisonarbeiter sind inzwischen auf dem Hof in Großemast eingetroffen. Eigentlich braucht die Familie mindestens zehn.

  • Der Spargelverkauf an Geesinks Spargelhöffken, Großemast 13, startet am Samstag, 28. März.
  • In Südlohn, Eschlohn 3, beginnt der Verkauf am 1. April.

Kann nun also auch nur die Hälfte des Spargels gestochen werden? Daniel Geesink mag noch keine Prognose für die Saison treffen. „Man weiß ja nie, wie lange diese Regelungen gelten. Vielleicht ist in zwei Wochen wieder alles anders.“

Allen Spargelfans kann er aber gute Nachrichten übermitteln: „Wir starten auf jeden Fall am Samstag mit dem Verkauf.“ Damit der Nachschub an Spargel gesichert ist, haben auch schon viele Vredener ihre Hilfe angeboten.

Schüler und Friseure bieten Hilfe an

Bereits seit zwei Wochen rufen immer wieder Freiwillige an, die bei der Ernte helfen wollen. „Am Anfang haben wir ihnen noch abgesagt, weil wir positiv gestimmt waren. Aber jetzt freuen wir uns wirklich über jede Hilfe“, so Daniel Geesink. Vor allem Schüler hätten sich gemeldet, aber auch das ganze Team eines geschlossenen Friseursalons. Fast schon zu viele Helfer haben sich angeboten.

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Die Hilfsbereitschaft ist also groß. Doch wie lange das gut gehen kann, weiß Daniel Geesink nicht. „Wir haben vor ein paar Jahren schon deutsche Arbeitslose beschäftigt. Viele sind nach dem ersten Tag nicht wiedergekommen. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend und vor allem im Sommer in der prallen Sonne nicht immer angenehm.“

Es könnte eine finanzielle Katastrophe werden

Genau das sei ja auch der Grund, warum die Familie auf die Helfer aus Polen zurückgreift. „Viele Deutsche wollen diese Arbeit nicht machen“, so Daniel Geesink. Die zahlreichen deutschen Helfer, die die Familie jedes Jahr beschäftigt, arbeiten deswegen vor allem im Verkauf und helfen beim Sortieren.

Für die Pflanzen sei es übrigens gar nicht mal schlecht, wenn nicht alle Spargelstangen aus der Erde geholt werden. „Dann ist die Qualität im nächsten Jahr sogar ein bisschen besser“, erklärt Daniel Geesink. Finanziell aber wäre eine halbe Spargelernte eine Katastrophe für das Spargelhöffken.

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