Erster Test für neue Schutzstreifen

Radfahrer in Vreden

Was den einen als "weicher Einstieg" galt, stellte sich für andere politisch als harte Nuss dar. So gab es am Ende nur eine von den zwei Entscheidungen, die die Verwaltung mit Blick auf die neue Führung von Radfahrern angestrebt hatte.

VREDEN

, 16.06.2016, 20:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ergebnis am Donnerstagabend im Bauausschuss in Vreden: Ein Fahrradschutzstreifen soll künftig vom Kreisverkehr Up de Bookholt stadteinwärts an der Widukindstraße entlang führen. Auf der anderen Seite wird die bisherige Führung der Radfahrer in Gegenrichtung aufgegeben, es bleibt dort beim stadtauswärts führenden Radweg. Die Ausschussmitglieder konnten sich darauf einigen, das als Versuch umzusetzen - für ein Jahr. Danach wird Bilanz gezogen.

Weiterer Beratungsbedarf

Keine ausreichende Zustimmung hatte ein anderer Vorschlag gefunden. Er betraf die Winterswyker Straße. Dort sollten die Radfahrer stadteinwärts ab Ringstraße auf der Fahrbahn mitgeführt werden. Stadtauswärts sollte der Radweg als Möglichkeit für die Nutzung erhalten bleiben beziehungsweise ab Sachsenring benutzungspflichtig. Die CDU hatte jedoch noch schwere Bedenken und meldete weiteren Beratungsbedarf an. Anders sahen das SPD, FDP und Grüne, die in der Abstimmung aber unterlagen.

Ein besonderes Augenmerk galt neben weiteren Stellen der Situation auf der Ölbachstraße. Dort soll es an der Querungshilfe an der Karl-Arnold-Straße bei der bisherigen Lösung bleiben. Ein Termin morgens vor Ort habe keine Probleme aufgezeigt. Es wurde empfohlen, die Fahrbahnrandmarkierung anzupassen und die Radfahrfurten rot einzufärben. Eltern hatten sich im Vorfeld für andere bauliche Lösungen ausgesprochen wie einen Zebrastreifen oder eine Ampel.

Zu Beginn der Diskussion hatte Bernhard Sieverding vom Straßenverkehrsamt des Kreises Borken noch einmal eindringlich dafür appelliert, sich für das Mitfahren der Radfahrer auf der Fahrbahn offen zu zeigen. Dies schaffe mehr Sicherheit - eine Aussage des Experten, die nicht unbedingt bei allen Ausschussmitgliedern auf ungeteilte Zustimmung stieß.

Mut gefordert

Das sollte sich in der Diskussion niederschlagen. Für die Verwaltung hatte Bernd Kemper als Erster Beigeordneter dazu aufgefordert, den Mut zu Entscheidungen zu zeigen. Es sei schon lange immer wieder über diese Frage gesprochen worden. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch hatte dazu aufgerufen, eher auf sachliche Argumente zu hören als den skeptischen Gefühlen zu folgen.

Das Thema bleibt weiterhin auf der Tagesordnung. Nach dem Sommer dürften dabei die Ottensteiner Straße und die Zwillbrocker Straße ins Blickfeld rücken. Ideen dazu wurden bereits inhaltlich kurz angerissen, wie dort das Mitführen der Radfahrer auf der Fahrbahn umgesetzt werden könnte.

Lesen Sie jetzt