Extra-Spur oder eigener Weg für Radler?

Anlieger sollen gehört werden

Bürgersteig, Parkstreifen, Fahrbahn: So soll der Ausbau der Zwillbrocker Straße erfolgen. Was daran die Wogen im Bauausschuss hoch schlagen ließ, zeigt sich beim Blick aufs Detail.

VREDEN

, 31.08.2016, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Extra-Spur oder eigener Weg für Radler?

Der bisherige Ausbau der Zwillbrocker Straße endet in Höhe des Edeka-Parkplatzes. Wie es gerade mit Blick auf die Führung der Radfahrer weitergeht, sorgte jetzt im Bauausschuss für einigen Diskussionsstoff.Foto Thorsten Ohm

Denn auf der wichtigen Verkehrsachse sollen künftig Radfahrer auf eigenen Schutzstreifen auf der Fahrbahn mitradeln. Den Abschied von der baulichen Trennung zwischen Radweg und Straße mag aber an dieser Stelle nicht jeder so unterschreiben.

So gab es denn auch einen ganz anderen Beschluss als jenen, den die Verwaltung sich erhofft hatte. Denn im Beschlussvorschlag war eigentlich noch vorgesehen, dass es aus der Politik bereits grünes Licht für das Konzept gibt. Aber eine Festlegung war zum jetzigen Zeitpunkt politisch nicht zu erreichen. Stattdessen haben im nächsten Schritt die Bürger das Wort: bei einer Veranstaltung für die Anlieger.

Verwaltung hat ein Konzept erstellt

Wie sieht das Konzept nun aus, mit dem die Verwaltung in die Bürgerversammlung gehen wird? Stadteinwärts bleibt es ab Ringstraße für die Radfahrer zunächst bei dem bisherigen Geh- und Radweg. Ab Deventerstraße sollen sie aber auf die eigentliche Fahrbahn geführt werden und dort den Schutzstreifen nutzen. Der endet gegenüber der Einmündung Borculoer Weg.

Auf der gegenüberliegenden Seite wechseln die stadtauswärts fahrenden Radler an der Borculoer Straße ihrerseits auf einen Fahrradschutzstreifen. Der verläuft dort länger als auf der südlichen Straßenseite: bis zum Ortsausgang; danach geht es für die Fietsenfahrer weiter über einen Radweg bis zur Umgehungsstraße. Das Konzept sieht darüber hinaus auch Querungshilfen vor - westlich der Einmündung Deventer Straße und östlich der Einmündung Borculoer Straße.

"Schutzstreifen" für Fahrradfahrer

Was aber auf dem Papier als schlüssige Planung wirkte, traf im politischen Raum auf einige Skepsis. Viele Ausschussmitglieder spiegelten dabei wohl einen guten Teil des Unbehagens wider, das nicht wenige Radfahrer in Vreden dabei empfinden, wenn sie an Fahrradschutzstreifen denken. Experten halten solche Streifen für sicherer als abgetrennte Radwege. Diese Erkenntnis hatte auch in Vreden zu einem Grundsatzbeschluss geführt: Künftig sollten verstärkt eben solche Fahrradschutzstreifen Vorrang vor anderen Lösungen haben (Münsterland Zeitung berichtete).

Die deutlichste Ablehnung formulierten am Dienstagabend Vertreter der CDU-Fraktion. "Warum wird die Führung der Radfahrer dort nicht einheitlich geregelt?", wollte Heinrich Wildenhues wissen - und warnte damit vor einem "Flickenteppich". Das eindeutige Signal: Ein solches Konzept wolle die CDU so nicht mittragen.

"Bauchmschmerzen"

Alfons Effing (SPD) erinnerte daran, dass die Anlieger lange auf den Ausbau gewartet hatten: "Wir freuen uns, dass es jetzt etwas wird." Hintergrund: Die Verkehrssituation an der stark genutzten Straße hatte seinerzeit sogar zu Aktionen von Anliegern geführt. Doch mit der Führung der Radfahrer habe er "Bauchschmerzen", bekannte Effing. "Wir sollten heute noch nichts festlegen", warb Gerd Welper (Grüne) dafür, zunächst die Ergebnisse der Bürgerversammlung einzubeziehen. Diesen Kompromiss unterstützten auch Hendrik Mulder (FDP) und Elmar Kampshoff (UWG). Einstimmig stimmte der Ausschuss dafür, die Planung erst mal den Anliegern vorzustellen.

 

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