Fahrplan für strikten Sparkurs

Ausschuss hat getagt

Ob am Ende ein nennenswerter Betrag steht oder ob es nur zum sprichwörtlichen Tropfen auf dem heißen Stein reicht? Darüber gingen die Meinungen im Hauptausschuss bereits auseinander, noch bevor es am Ende doch zu einem einstimmigen Beschluss kam.

VREDEN

, 24.07.2015, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fahrplan für strikten Sparkurs

Im Rathaus rauchten die Köpfe: Wo kann gespart werden, lautete die Frage in der Sitzung des Finanzausschusses.

Denn verweigern mochte sich auch Elmar Kampshoff am Donnerstagabend im Vredener Hauptausschuss nicht, als es um das Ausloten neuer Möglichkeiten zum Einsparen geht. Denn dass es in den nächsten Jahren nicht ohne den Rotstift gehen dürfte, hatte die Verwaltung zuvor nachhaltig aufgezeigt - in Form einer Zahl: 17 Millionen Euro. So hoch schätzt die Stadt das Minus, auf das sich die Jahresergebnisse der kommenden drei Jahre addieren dürften.

Bund der Steuerzahler gibt Tipps

Sparen ja - aber wo? Antworten auf diese Frage verspricht die Stadt Vreden sich vom Bund der Steuerzahler. Der hat einen ganzen Katalog entwickelt, den die Verwaltung nun wie eine "Matrix" an die eigenen Ausgaben anlegen will. Wobei schon von vornherein klar ist, dass sich nicht jeder gut gemeinte Sparvorschlag auch auf eine kleine Mittelstadt wie Vreden "herunterbrechen" lässt, der vielleicht in einer Großstadt funktioniert.

Einschätzung mitgeliefert

Die Experten im Vredener Rathaus haben die 380 Sparvorschläge bereits durchgeackert. Das haben die Fraktionen noch vor sich. Helfen soll ihnen dabei die Einschätzung, die die Stadt gleich mitgeliefert hat.

Aus dem Ausschuss gab es viel politische Rückendeckung, aber auch manche kritischen Anmerkungen. "Wir sind in Vreden gut aufgestellt, aber die Spielräume sind eng", befand CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Gewering. Ursachenforschung betrieb sein Fraktionskollege Bernhard Tenhumberg: Die Verantwortlichen dafür machte er in Düsseldorf aus, wo das Land bei der Gemeindefinanzierung den ländlichen Raum benachteilige. Gleichzeitig warnte er aber auch vor einem "Kaputtsparen".

SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Laurich stellte sich hinter den Vorschlag der Verwaltung: "Die Herangehensweise ist gut." Er regte an, sich interfraktionell zu beraten - es gehe nun um politische Entscheidungen. Ähnlich sah es Sandra Lentfort (Grüne). Für die Beratungen sollte nicht zu viel Zeit verstreichen. Heinrich Noldes (FDP) signalisierte ebenfalls Zustimmung: Nun sei es nötig, sich intensiver mit den Punkten zu befassen.

Frage des Herangehens

Zweifel hegte Elmar Kampshoff (UWG), dass das Sparpotenzial überhaupt in einem nennenswerten Verhältnis zu dem drohenden Minus stehe. Er forderte eine andere Herangehensweise. "Wir wollen unsere Hausaufgaben machen, auch wenn wir sicherlich nicht auf Einsparungen von 17 Millionen kommen", entgegnete Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch.

 

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