Auch bei der fünften Verurteilung wegen Diebstahls kam eine Vredenerin noch mit einer Geldstrafe davon. Ein letztes Mal, wie der Richter betonte. © picture alliance / dpa
Geldstrafe

Fünfter Diebstahl: Vredenerin kommt ein letztes Mal „glimpflich“ davon

Zum fünften Mal musste sich eine Vredenerin wegen Diebstahls vor Gericht verantworten. Der Richter erkannte die schwierige soziale Lage, beim nächsten Mal gebe es aber eine Freiheitsstrafe.

Verstehen könne er den Druck aufgrund ihrer schwierigen finanziellen Lage in gewisser Weise schon, aber: „Sie können nicht immer wieder ungestraft Diebstähle begehen.“ Der Richter gab der Angeklagten im Amtsgericht die sprichwörtlich letzte Chance.

Bei der fünften Verurteilung wegen Diebstahls verhängte er noch einmal eine Geldstrafe. „Wenn wir uns hier wegen einer solchen Sache noch einmal sehen, dann wird es eine Freiheitsstrafe geben“, so lautete die Warnung des Richters an die Vredenerin.

Die 33-Jährige hatte sich zunächst zur Tat nicht einlassen wollen. Das verwunderte den Richter. Denn zuvor hatte diese schriftlich die Taten bereits zugegeben. Entsprechend hatte der Richter auf die Einladung einer Zeugin verzichtet: „Dass Sie sich nicht äußern, ist ihr gutes Recht. Dann treffen wir uns hier aber noch mal wieder, dann mit Zeugin.“

Da sie bestrebt sei, „dass die Sache heute beendet wird“, äußerte sich die 33-Jährige letztlich doch. Sie gab zu, im Juni 2021 in einem Lebensmittelmarkt in Vreden Druckerpapier, Mais und Plätzchen im Wert von 13,34 Euro in die Handtasche gesteckt und nicht bezahlt zu haben. Dabei sei sie von einer Verkäuferin direkt festgehalten worden. Die Polizei wurde informiert.

Das Geld „reichte einfach nicht“

Als Motiv nannte die Vredenerin Geldnot. Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, warum das Geld am 10. eines Monats bereits weg gewesen sei, antwortete sie, dass das Geld „einfach nicht reichte“. Mittlerweile gehe sie seit einem Monat aber einer geregelten Arbeit nach und „stocke auf“.

Die Betreuerin berichtete, dass sich die Angeklagte in einer „schwierigen psychischen Lage“ befinde, seit gut einem Jahr werde sie deshalb auch betreut. Gleich vier Einträge wies der Registerauszug auf.

Da die Angeklagte entsprechend „erheblich vorbestraft sei wegen gleicher Delikte“, sei dies strafverschärfend zu werten, äußerte die Staatsanwaltschaft. Neben dem Geständnis und dem geringen Beutewert hob diese auf der anderen Seite den „schwierigen psychischen Zustand“ der 33-Jährigen hervor, auch sei die Motivation aus einer Notlage heraus naheliegend. Eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 15 Euro sei tat- und schuldangemessen.

Richter: Angeklagte ist für Strafen unempfindlich

Bei der Summe der Tagessätze ging der Richter in seinem Urteil mit – mit nahezu gleichlautender Begründung. Er setzte diese aber niedriger bei 10 Euro an: „Es macht ja auch nicht viel Sinn, die wirtschaftliche Not weiter zu verschärfen.“

Der Richter betonte aber dennoch, dass 110 Tagessätze für dieses einzelne Delikt schon hoch seien. „Dass Sie nun schon zum fünften Mal wegen Diebstahls vor Gericht stehen, zeigt, dass Sie in gewisser Hinsicht unempfindlich für Strafen sind“, erklärte der Richter.

Und so könne die Angeklagte froh sein, dass es „keine Freiheitsstrafe geworden ist“. Und er schob mahnend noch einmal hinterher: „Beim nächsten Mal geht es nicht mehr so glimpflich ab.“ Die finanzielle Not müsse anders gelöst werden – auch mit Unterstützung der Betreuerin.

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