«Ganz brauchbar, der Mann»

08.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vreden «Ich habe große Hochachtung vor der Arbeit, die hier täglich geleistet wird.» Dies war das Fazit des SPD-Bundestagsabgeordneten Christoph Pries nach seinem Tagespraktikum in der Werkstatt für behinderte Menschen in Vreden.

Um 7.30 Uhr startete mit der wöchentlichen Besprechung des gesamten Werkstattteams der etwas andere «Arbeitstag» des Abgeordneten. Im Anschluss daran hatte Christoph Pries Gelegenheit, in allen Bereichen vor und hinter die Kulissen des Werkstattlebens zu schauen.

Natürlich musste der Abgeordnete dabei auch seine Fähigkeiten in der Produktion unter Beweis stellen. Das Arbeitsergebnis wurde von den Spezialisten kritisch in Augenschein genommen. Fazit: «Ganz brauchbar, der Mann.» Neben der Teilnahme am Betriebsgeschehen standen Gespräche mit Vertretern der Einrichtungsleitung und des Personalrates auf dem Programm. Kritische Anmerkungen zu den aktuellen politischen Rahmenbedingungen wurden ebenfalls gemacht. Neben dem Kostendruck wurden vor allem die Forderung nach verstärkter ambulanter Unterbringung von Bewohnern und die zunehmende Bürokratisierung bemängelt.

Der «gläserne Bewohner» müsse sowohl unter ethischen als auch unter praktischen Gesichtspunkten kritisch hinterfragt werden. Die Zeit, die für die umfangreiche Dokumentation aufgewendet werde, fehle am Ende in der Pflege und Betreuung.

Beim Gespräch mit dem Werkstattrat, dem Mitwirkungsorgan der behinderten Beschäftigten, wurde deutlich, dass das Motto «miteinander leben» im Haus Früchting auch im Alltag eine große Rolle spielt und das Ziel der Teilhabe durch Arbeit auch von den Beschäftigten überaus positiv aufgenommen wird. Pries Resümmee: «Als Abgeordneter trifft man täglich Entscheidungen, die die Lebensbereiche vieler Menschen beeinflussen. Ich finde es wichtig, sich einen praktischen Eindruck vom Arbeitsalltag der Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Bereichen zu machen. Das verstärkt die Bodenhaftung!»

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