Geisterkonzert des Musikzuges im Livestream: „Der Applaus der Zuschauer fehlte“

rnMusikzug der Feuerwehr

Die Proben sollten nicht umsonst sein und so übertrug der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr das Frühjahrskonzert live im Internet. Die Atmosphäre war dabei sehr besonders, denn Zuschauer waren keine da.

von Andreas Bäumer

Vreden

, 15.03.2020, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Glas Wein auf dem Sofa oder sogar aus dem Ausland konnten Musikfreunde am Freitagabend das Frühjahrskonzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Vreden verfolgen. Die Musiker spielten vor leeren Rängen - wegen des Coronavirus.

Per Youtube-Livestream aber konnten Interessierte trotzdem zuhören und zuschauen. Sie kommentierten fleißig und sogar ihre Zugabe-Rufe per Kommentarfunktion kamen an.

Die Musiker wollten trotz leeren Zuschauerrängen zeigen, was sie können.

Die Musiker wollten trotz leeren Zuschauerrängen zeigen, was sie können. © Hubert Stroetmann

Zwei Frühjahrskonzerte hatte der Musikzug eigentlich für das Wochenende geplant. Daraus wurde ein Geisterkonzert am Freitagabend,. „Über den Youtube-Livestream konnten auch die Weggezogenen mitgucken“, sieht Schriftführer und Tubist Martin Terbrack das Positive.

Starke Musik über starke Frauen

Ob Wonder Woman, Kaiserin Sissi, Carmen oder Gabriella aus dem Film „Wie im Himmel“ - starke Frauen und die entsprechend starke Musik waren das Thema des Abends. Vor den Auftritten des Jugendblasorchesters (JBO) moderierte Christof Büger. Für ihn war das Konzert das erste als Musikzug-Vorsitzender, Neuland in Sachen Organisation und Durchführung.

Das JBO dirigierten Jana Efing und Fabian Schenzel. Der Dirigent des Hauptorchesters Winfried J. Waschk moderierte dessen Stücke. Lilly Waschk sang Gabriellas Song und Ralf Velken ein Roger-Cicero-Stück jeweils mit Orchesterbegleitung.

Musikfreunde verfolgten den Livestream in Gruppen

Insgesamt waren während des Konzertes rund 500 Geräte durchgängig zugeschaltet, oft saßen Gruppen davor, wie zum Beispiel in der Kneipe Chippy‘s. Manche saßen beim Wein auf der Couch. „Wir glauben, dass wir ungefähr genauso viele Zuschauer hatten, wie die zwei Konzerte zusammen besucht hätten“, schätzt Martin Terbrack. Sogar in Köln und Österreich schauten Gruppen von Zuschauern den Stream und schrieben fleißig Kommentare.

Auch auf die Kostüme und die Farbenspiele verzichtete der Musikzug nicht.

Auch auf die Kostüme und die Farbenspiele verzichtete der Musikzug nicht. © Hubert Stroetmann

Die Österreicher freuten sich insbesondere über den Kaiserin-Sissi-Marsch. Viele Kommentatoren lobten die humorvolle Moderation und natürlich das Orchester und die Sänger. Auch die Zugabe-Rufe kamen schriftlich in den Konzertsaal im Gymnasium Georgianum und wurden wie andere Kommentare auch von einem Orchestermitglied vorgelesen.

Manche Kommentatoren waren jedoch etwas unzufrieden mit dem Knistern in der Leitung und viele wollen das Jugendblasorchester und das Hauptorchester beim nächsten Mal wieder live sehen.

Livestream war wohl eine einmalige Sache

So sieht es auch die Presseverantwortliche und Klarinettistin Elisa Robert: „Der Applaus und die begeisterten Gesichter des Publikums fehlten.“ Der einzige Applaus kam von den Musikern, die gerade nicht auf der Bühne gebraucht wurden und im Saal Platz genommen hatten.

Die Solisten überzeugten die Zuhörer vor den Bildschirmen zu Hause.

Die Solisten überzeugten die Zuhörer vor den Bildschirmen zu Hause. © Hubert Stroetmann

Aber Elisa Robert sagt auch deutlich: „Nochmal wollen wir das nicht so machen. Diesmal haben wir es vor allem für die Familien der Musiker gemacht. Die Eltern und Großeltern sollten den Auftritt der jungen Musiker trotzdem erleben können.“

Der Vorstand will noch entscheiden, was und ob überhaupt etwas von den Audio- und Videoaufnahmen im Nachgang noch auf die Video-Plattform gesetzt wird.

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