Große Gefahr für Passanten: Letzte Trauerweide am Rathaus wird gefällt

rnInstabiler Baum

Mehrfach waren Äste aus der Trauerweide am Rathaus ausgebrochen. Der Baum wird nun gefällt. Die Entscheidung haben die Politiker am Montagabend getroffen – schweren Herzens.

Vreden

, 29.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Trauerweide am Rathaus wird fallen. Pilze und Bakterien haben den Baum so weit angegriffen, dass die Sicherheit für Fußgänger, Rad- und Autofahrer dort nicht mehr gewährleistet werden kann.

Binnen einer Woche habe es zwei Ausbrüche aus dem Baum gegeben, bei dem rund ein Drittel der Krone verloren ging. So erklärte es Fachbereichsleiter Joachim Hartmann am Montagabend im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. „Zum Glück ist das am Wochenende passiert, und zusätzlich während die Straße dort wegen der Bauarbeiten gesperrt war“, sagte er. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, hätten sich dort Menschen aufgehalten.

Baum musste regelmäßig zurückgeschnitten werden – das schwächte ihn

Problem bei der Weide sei auch, dass sie regelmäßig zurückgeschnitten werden musste. Nur so könne das notwendige Lichtraumprofil – also die Durchfahrt für den Verkehr – gewährleistet werden. An den Schnittstellen war der Baum anfällig für Pilze und Bakterien. Als der Baum an den Stellen neu ausgetrieben ist, setzten die sich auch in den neuen Ästen fest. Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Äste teilweise nur noch eine Wandstärke von drei bis vier Zentimetern hatten. Der Rest war hohl und entsprechend instabil.

Diese Schnittstellen würden beim Wiederaustreiben praktisch zu neuen Sollbruchstellen. Zusätzlich machte die Trockenheit der vergangenen Sommer dem Baum zu schaffen. Es sei also weiter zu erwarten, dass Äste immer wieder ausbrechen würden, erklärte der Fachbereichsleiter.

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„Wir wissen um die emotionale Seite“, sagte er. Auch er würde den Baum gerne erhalten. Aus Sicherheitsgründen sei es aber ganz einfach nicht mehr anders machbar. Als Ersatz für die Trauerweide, die gefällt wird, soll nahe der Fahrbahn Gartenstraße ein Blutahorn gepflanzt werden, wie er jetzt schon an der Einfahrt des Rathausparkplatzes steht.

Kritik an pflasterlastigem Rathausvorplatz

Gerd Welper (Grüne) machte keinen Hehl aus seinem Ärger. Natürlich sei die Verkehrssicherungspflicht wortwörtlich ein Totschlagargument. Allerdings zeige sich jetzt im Nachhinein, dass die andere Weide besser stehen geblieben wäre. Sie war im Zuge der Umgestaltung des Rathausumfelds gefällt worden. Natürlich habe man damals nicht erkennen können, dass dieser Baum so geschwächt sei.

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Er brachte die Kritik vieler Vredener auf den Punkt: „Der Vorplatz des Rathauses ist jetzt schon extrem pflasterlastig“, sagte er. Da fehle ganz einfach etwas. Das würde nun durch die Fällung der Trauerweide noch verschärft.

Der Bauausschuss stimmte schließlich einstimmig dafür, die Trauerweide fällen zu lassen.

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