Ordentliche Spargelsaison trotz Corona: „Mit blauem Auge davongekommen"

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Die Corona-Krise bedrohte die Spargelernte. Daniel Geesink von Geesinks Spargelhöffken zeigt sich im Rückblick aber zufrieden. Die Witterung spielte mit, die Kunden verzehrten privat mehr.

Vreden

, 25.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bekanntlich am 24. Juni endet mit dem Johannistag die Spargelsaison – eigentlich. Das Team von Geesinks Spargelhöffken hatte den letzten Spargel bereits an Fronleichnam gestochen, aus einem verständlichen Grund. „Wir hatten auch 14 Tage früher begonnen. Da ist dann die Energie aus dem Boden raus, die Gefahr, die Felder sprichwörtlich kaputtzustechen, zu hoch“, erklärt Inhaber Daniel Geesink mit Blick auf die Folgejahre. Auch sonst schaut der Vredener auf eine außergewöhnliche Spargelsaison zurück.

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„Trotz aller Unwägbarkeiten ist alles noch gut gelaufen, wir sind zufrieden. Es war alles halt ein wenig anders.“ Dabei waren die Vorzeichen zunächst keine rosigen. Ein Rückblick: Im Zuge des Corona-Lockdowns und damit verbundener Grenzschließungen drohten wichtige Erntehelfer nicht einreisen zu dürfen (wir berichteten). „Der Großteil war dann doch da, Ostern waren noch einige nachgekommen“, zeigt sich Geesink im Rückblick erleichtert. Ein Vorteil sei dabei gewesen, dass man seit Jahren auf Unterstützung von Helfern aus Polen bauen kann. Auch sonst sei die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung enorm gewesen.

„Spargel war im Grunde immer knapp"

Zudem spielte die Witterung dem Team in die Karten, nicht zuletzt deshalb konnte die Ernte so zeitig beginnen. „Es gab zum Glück auch mal kühlere Nächte. In früheren Jahren hatten wir auch im Mai schon mal Phasen wie aktuell, das hätte Probleme bereitet. So gab es insgesamt nie Übermengen, der Spargel war im Grunde immer knapp“, erklärt Geesink. Neben einer guten Qualität sei somit auch die Quantität ordentlich und handelbar gewesen.

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Dadurch, dass aber deutschlandweit trotz gleich großer Felder generell rund 20 Prozent weniger geerntet werden konnte – auch weil es vielfach an Erntehelfern fehlte –, waren die Preise insgesamt ein wenig höher. Die Nachfrage bei Restaurants war vielfach deutlich geringer. Davon habe man in Vreden nicht ganz so viel gespürt, wie Geesink berichtet: „Natürlich konnte die Gastronomie aufgrund der zwischenzeitlichen Schließungen nicht die gewohnten Mengen abnehmen. Die Leute haben aber privat mehr verzehrt, das hat sich bei uns ziemlich kompensiert.“

Die Erwartungen, die Daniel Geesink zu Beginn der Spargelsaison gehegt hatte, erfüllten sich somit.

Kommende Saison wird „anders geplant"

Nun gilt es auf Geesinks Spargelhöffken erst einmal „aufzuräumen“, so Daniel Geesink. Auch die Erdbeerernte ist abgeschlossen. „Wir haben ja nur die frühen Erdbeeren, die Ernte geht dann bis Anfang Juni“, ergänzt er. Und er blickt schon jetzt parallel sechs Monate voraus, dann nämlich geht es bereits an die Planung der kommenden Saison. „Es bleibt vieles ungewiss, wir werden anders planen müssen.“ Die vielen Erfahrungen gerade in Sachen Bürokratie und Hygienevorschriften – auch im Hofladen selbst – müsse man dann mitnehmen.

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