Hallenbad musste wegen eines technischen Defekts und eines blöden Zufalls schließen

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Der höhenverstellbare Boden im Hallenbad ließ sich tagelang nicht mehr verstellen. Ein blöder Zufall sorgte dafür, dass das Bad deswegen tagelang schließen musste.

Vreden

, 03.04.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein technischer Defekt und ein blöder Zufall haben dafür gesorgt, dass das Hallenbad tagelang schließen musste. Am Donnerstag kann es nach einer Reparatur wieder öffnen. Im Bad wirkt schon am Mittwoch eigentlich alles normal. Es ist drückend warm, das Licht der Deckenlampen spiegelt sich auf der glatten Wasseroberfläche. Doch beim genauen Hinschauen wird deutlich, dass sich Badegäste hier verletzen könnten. Im hinteren Bereich des Beckens hat sich zwischen Boden und Wand ein rund acht Zentimeter breiter Spalt gebildet. „Da würde genau ein Kinderfuß reinpassen. Das ist viel zu gefährlich“, sagt Badleiter Mario Menkehorst.

Vertiefung in der Wand sorgt für einen Spalt

Grund dafür ist ein technischer Defekt am höhenverstellbaren Boden. Am Samstag wollten die Badmitarbeiter den Boden von unten hochfahren und so die Wassertiefe verringern. Bei einem Meter und sieben Zentimetern jedoch blieb er plötzlich stehen. Und genau das ist der Grund dafür, dass das Hallenbad geschlossen werden musste. „Wenn der Boden etwas höher oder tiefer stehen geblieben wäre, hätte sich kein Spalt gebildet und wir hätten ganz normal öffnen können, wenn auch mit fester Wassertiefe“, erklärt Mario Menkehorst.

Ein acht Zentimeter breiter Spalt hatte sich zwischen Boden und Wand gebildet.

Ein acht Zentimeter breiter Spalt hatte sich zwischen Boden und Wand gebildet. © Victoria Thünte

Doch in genau dieser Höhe befindet sich eine Trittkante. Das ist eine Vertiefung in der Wand, sodass sich die Badegäste dort am Beckenrand hinstellen können. Wenn der Boden nun genau an dieser Vertiefung stehen bleibt, bildet sich ein Spalt zwischen Boden und Wand.

Der Motor sitzt unter dem Boden unter Wasser

Zwei Mitarbeiter der Firma Inducon Zwembadtechniek arbeiten am Mittwoch daran, das Problem zu beheben. „Ein Teil in einem der beiden Motoren ist kaputt“, erklärt Robin Dolstra. Doch es ist gar nicht so einfach, da ranzukommen. Der Motor sitzt unter dem höhenverstellbaren Boden unter Wasser. Über eine Klappe im Boden verschafft sich Robin Dolstra Zugang und hievt eine Metallröhre an den Beckenrand. Darin sitzt der Motor.

Der Motor sitzt unter dem Boden unter Wasser. Zugang ist nur über eine Klappe im Boden möglich.

Der Motor sitzt unter dem Boden unter Wasser. Zugang ist nur über eine Klappe im Boden möglich. © Victoria Thünte

Gemeinsam mit Danny Bartelds baut er den Motor auseinander und versucht, das kaputte Teil vom Rest zu trennen. Die beiden Männer schlagen, klopfen und drehen an dem Motor. Ohne Erfolg. „Wir müssen den Motor mitnehmen und ihn in der Firma reparieren“, erklärt Robin Dolstra, bevor er sich ins Auto setzt. Er hat einen langen Weg vor sich. Denn die niederländische Firma hat ihren Sitz in Beilen in der Nähe von Groningen. Das bedeutet eine Fahrzeit von rund 90 Minuten pro Weg.

Am späten Nachmittag kommt Robin Dolstra zurück. Im Gepäck hat er den Motor – mit dem passenden Ersatzteil. „Das Teil saß so fest, dass sie es mit einer hydraulischen Presse lösen mussten“, erzählt Mario Menkehorst am Abend. Dann kann das Ersatzteil verbaut und der Motor schließlich wieder unter der Klappe im Boden eingesetzt werden. Am Abend laufen noch einige Aufräumarbeiten, die Steuerung wird neu eingestellt. Am Donnerstagmorgen kann das Hallenbad dann wieder wie gewohnt öffnen.

Das blaue Teil des Motors war defekt und muss ausgetauscht werden.

Das blaue Teil des Motors war defekt und muss ausgetauscht werden. © Victoria Thünte

Der höhenverstellbare Boden ist eine der markantesten Eigenschaften des Hallenbades, das im Jahr 2007 eröffnet wurde. Der Hubboden ermöglicht eine Wassertiefe zwischen null und zwei Metern. „Seit zwölf Jahren wird der Boden mehrmals täglich verstellt“, sagt Mario Menkehorst. Die Wassertiefe wird an die jeweilige Benutzung angepasst: Schwimmkurse, Vereinsschwimmen oder Wassergymnastik. Auch beim Schulschwimmen können die Lehrer individuell entscheiden, welche Wassertiefe sie benötigen, je nach geplanter Übung.

Vorbereitungen für Freibadsaison laufen

Die Mitarbeiter des Hallen- und Freibades haben während der Schließung des Bades keineswegs frei. Stattdessen nutzen sie die Gelegenheit, das Freibad auf die neue Saison vorzubereiten. „Das Becken musste schon in der letzten Woche leer sein, damit für die geplante Sanierung Proben genommen und Ausmessungen gemacht werden konnten“, so Mario Menkehorst. Der Rat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass das Freibadbecken nach der Saison im Herbst 2019 saniert wird. Wenn alles klappt, sollen die Badegäste schon ab dem Sommer 2020 in einem Edelstahlbecken schwimmen.

Auch die Gärtner sind im Freibad schon aktiv, der Badleiter hat bereits Handwerker organisiert, die sich um die Fliesenschäden am Becken und die Folie im Planschbecken kümmern. Außerdem wird auf dem Spielplatz ein neues Spielgerät aufgestellt.

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