Schulen, Internet und Jugend: Wofür die Stadt Vreden 2020 Geld ausgeben will

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Ein E-Sports-Turnier für Jugendliche, die Sanierung einer Schule und schnelles Internet in der ganzen Stadt stehen auf der Liste der Stadt Vreden. Aber ob es wirklich so kommt, ist fraglich.

Vreden

, 25.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fast 27 Millionen Euro möchte die Stadt Vreden in diesem Jahr investieren. Das sind 14 Millionen Euro mehr als geplant. Kämmerer Jürgen Buckting erklärt, woran das liegt: „Maßnahmen, die für 2019 geplant waren, sind zum Teil noch gar nicht begonnen oder nicht abgeschlossen.“

Das Geld steht also in diesem Jahr zur Verfügung. Doch der Kämmerer ist skeptisch, ob die gesamte Summe überhaupt ausgegeben werden kann. Denn es sei sehr schwer, Handwerker zu bekommen.

Defizit von 4,7 Millionen Euro geplant

Wenn es aber trotzdem so kommt wie geplant, steht am Ende ein Defizit im Haushalt. Die Stadt möchte demnach rund 4,7 Millionen Euro mehr ausgeben als sie einnimmt.

Die geplanten Investitionen im Überblick:

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Investitionen in Vreden

Der Vredener Rat hat den Haushalt beschlossen. Diese Investitionen sind geplant.
25.02.2020
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Breitbandausbau: 660.000 Euro. Die Stadt möchte im Jahr 2020 für eine gute Internet-Datenübertragungsrate in Vreden sorgen. Die Maßnahme kostet insgesamt 6,6 Millionen Euro und wird von Bund und Land gefördert. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei zehn Prozent. © Till Goerke
Kultur für junge Leute: 6000 Euro. Für 20- bis 30-Jährige möchte die Stadt ein Kulturprogramm anbieten. Dazu zählen unter anderem ein E-Sports-Turnier und ein Open-Air-Kino.© picture alliance/dpa
Erste Hilfe an Schulen: 20.000 Euro. „Gerade in der Diskussion um den Notarzt ist deutlich geworden, wie wichtig Erste Hilfe ist“, sagte Hendrik Mulder (FDP). Deswegen sollen entsprechende Kurse an Schulen finanziert werden.© Victoria Garwer
Leerstandsmanagement: 5000 Euro. Die CDU möchte ein Konzept des Citymanagements unterstützen. Eigentümer von leerstehenden Ladenlokalen sollen animiert werden, die Schaufenster kreativ zu bekleben, zum Beispiel mit Landschaftsbildern oder historischen Fotos.© Markus Gehring
Schulcampus: 800.000 Euro. Nachdem der Rat die Entscheidung getroffen hat, wie das Schulzentrum umgestaltet werden soll, können die Arbeiten beginnen. Ein Teil des Gesamtbetrages steht deswegen im Haushalt 2020.© Bernd Schlusemann
Ersatz-Aufforstung: 250.000 Euro. Das Industriegebiet Gaxel soll wachsen und dafür müssen Waldflächen weichen. Die Stadt ist verpflichtet, das durch Aufforstung quasi auszugleichen. © Josef Freitag
Feuerwehrgerätehaus Ammeloe: 885.000 Euro. Der Neubau ist dringend nötig und soll in diesem Jahr in Angriff genommen werden.© Markus Gehring
Otto-Hahn-Straße: 501.000 Euro. Die Straße zwischen Ringstraße und Industriegebiet soll umgebaut werden. Im Gespräch ist auch eine Ampel.© Markus Gehring
Sanierung Freibad: 1,9 Millionen Euro. Nach einigem Hin und Her sollen die Arbeiten am neuen Edelstahl-Becken im Herbst 2020 beginnen. Die anderen Maßnahmen drumherum finden im nächsten Jahr statt.© Victoria Thünte
Modernisierung Rathaus: 260.000 Euro. Nachdem die neuen Büros im Anbau des Rathauses schon auf dem neuesten Stand ist, sollen auch die Arbeitsplätze im bestehenden Trakt moderner werden.© Thorsten Ohm
Fassade Felicitasschule: 587.000 Euro. Schon lange steht dieses Thema auf der To-Do-Liste der Stadt. In diesem Jahr soll die Sanierung an der Außenfassade endlich Realität werden.© Archiv
Fußweg An’t Lindeken: 300.000 Euro. Seit dem Neubau des Seniorenheims und der DRK-Unterkunft sind auf der Straße mehr Fußgänger unterwegs. Der vorhandene Schotterweg ist nach Ansicht der CDU nicht für gehbehinderte Menschen geeignet.© Markus Gehring
Bezahlbarer Wohnraum: 100.000 Euro. Der Rat hat 2019 ein fünfsäuliges Modell beschlossen, in dem auch steht, dass die Stadt Wohnungen bauen oder umbauen und diese dann vermieten soll. Mit dem Geld soll diese Idee vorangetrieben werden. Das war ein Antrag der Grünen.© Foto: Markus Gehring
Wasserrad für die Huningsche Mühle: 12.000 Euro. Das Rad der Mühle ist verrottet und hat sich verzogen, weil seit den Bauarbeiten am Kult dort kein Wasser mehr fließt. Ein neues kostet rund 24.000 Euro, auf Antrag der CDU wird die Stadt die Hälfte davon übernehmen.© Victoria Garwer
Ehemaliger Busbahnhof: 59.000 Euro. Die Fläche an der Ausbachstraße wird momentan als Parkplatz genutzt. Über den Umbau und die Neugestaltung diskutieren die Politiker schon lange.© Victoria Garwer
Sanierung Wirtschaftswege: 350.000 Euro. Diese Summe hat der Fachausschuss gerade erst um 100.000 Euro erhöht, damit alle größeren Schäden beseitigt werden können.© Markus Gehring
Hochwasserschutz in Gaxel: 330.000 Euro. Mit dem Geld soll das Industriegebiet vor Hochwasser geschützt werden.© Markus Gehring
Zuschuss zu Lastenrädern: 5000 Euro. Durch diese Maßnahme wollen die Grünen den Radverkehr stärken.© picture alliance/dpa
Kreuz und Glocke auf dem Friedhof: 95.000 Euro. Das Geld wurde auf Antrag der CDU in den Haushalt eingestellt, damit die Schenkungen aus der Marienkirche auf dem Friedhof aufgestellt werden können.© Foto: Hubert Stroetmann

Andere Anträge der Fraktionen wurden hingegen abgelehnt. Die SPD wollte ein Gutachten zum Thema Tiny House und eins zum Thema Standorte der Hamalandschule. Die Grünen wollten unter anderem die Eignung von Dächern für Photovoltaikanlagen prüfen lassen und die Möglichkeit eines Geschirrverleihs schaffen.

Zwei Fraktionen lehnen Haushalt ab

Die UWG hat zum wiederholten Mal den Antrag gestellt, ein Gutachten zur Schullandschaft erstellen zu lassen. Außerdem sollte die Möglichkeit geprüft werden, Leerstände in der Innenstadt in Wohnungen umzuwandeln.

Weil diese Anträge nicht angenommen wurden, haben sich die UWG und die SPD dazu entschieden, den Haushalt abzulehnen. CDU, FDP und Grüne haben zugestimmt.

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