Heimatverein weckt Erinnerungen an Schulzeit

Moosääten

"Usse Jüffer un Magister" - "unsere Lehrerin und unser Lehrer" lautete am Donnerstag das Motto beim plattdeutschen Nachmittag des Heimatvereines Vreden, bei dem wieder herzhaft gelacht werden konnte.

VREDEN

, 04.02.2017, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vollbesetzten Saal des Gasthauses Terrahe übernahm Elisabeth Geling die Moderation und war auch als Akteurin mit einem lustigen Beitrag dabei.

Zunächst erzählte Jan Schoppen von seiner Schulzeit in der Norbertschule. Sein nur 1,60 Meter großer Lehrer Kemmerling wurde von allen Schülern heimlich "Kümmerling" genannt. Wenn einer aus Versehen "Herr Kümmerling" zu ihm sagte, folgte sofort eine große Strafe. Auch bei Schwester Annella sei es sehr diszipliniert zugegangen, mit Fleißkärtchen und Heiligenbildchen als Belohnung. Einmal hätten die Schüler ihr Heftzwecken auf ihren Stuhl geklebt. "Es hat aber unglaublich lange gedauert, bis sie die Heftzwecken bemerkt hat", meinte Jan Schoppen lachend.

Großemaster Schulerlebnisse

Josef Fahrland berichtete danach über seine Großemaster Schulerlebnisse. Die älteren Schüler hätten den jüngeren dort beim Schreiben geholfen, und wenn einer nicht gehorchte, gab es was mit dem Rohrstock auf die Hand. Für ihren Lehrer Nolte mussten die Schüler Hausmeisterarbeiten erledigen. Die reichten vom Heckeschneiden über Hühner schlachten und rupfen bis zum Garten umgraben und der Mäusejagd in der Lehrerwohnung.

"Heiraten durften die Jüfferkes erst vor gut 100 Jahren. Viele haben es aber gar nicht mitbekommen und blieben ledig", wusste Alfred van den Berg. Er ging in Ellewick zur Schule, wo Gehorsam, Disziplin, Fleiß und Ordnung im Vordergrund standen. Heimlich hätten die Schüler die Lehrer im Lehrerzimmer belauscht und bemerkt, dass sie dort trotzdem Spaß hatten. Er sei immer gerne zur Schule gegangen, ist jetzt Berufsschullehrer und sieht sich als eine Art Moderator.

Beim Stadtjubiläum dabei

Über die geschichtliche Entwicklung der Schule in Vreden berichtete Helmut Tschuschke - von der Schule im Damenstift des Mittelalters über die Klosterschule der Franziskaner bis zur ersten Schule in Ammeloe im Jahr 1675. "Mir ging es in der Schulzeit gut. Ich erinnere mich besonders gerne an das Stadtjubiläum im Jahr 1952, wo ich als Tambourmajor mitlaufen durfte", sagte Helmut Tschuschke. Die Bestrafungen ihrer Mitschüler mit dem Rohrstock sind Elisabeth Geling (Lisbeth van’t Amt) besonders im Gedächtnis geblieben.

"Bei Bernhard brach der Rohrstock durch. Da musste er einen neuen besorgen, der wurde direkt wieder bei ihm eingeweiht", blickte sie zurück. Nur einmal hätte der Lehrer Angst gehabt: Da blutete ein Schüler nach den Schlägen so heftig, dass er danach zwei Wochen zuhause bleiben durfte. "Das Blut war aber aus einer Schweineblase geflossen, die er sich vorher in die Hose gesteckt hatte", meinte Elisabeth Geling lachend.

Weitere Termine

Mit lang anhaltendem Beifall bedankte sich das Publikum bei den fünf Akteuren und bei Michael Weinitschke, der mit seinem Akkordeon die musikalische Gestaltung der traditionellen Veranstaltung übernommen hatte, für den unterhaltsamen Nachmittag.

Es folgen noch zwei weitere Veranstaltungen des Heimatvereins Vreden - die Moosääten-Abende - am Donnerstag, 9., und Donnerstag, 16. Februar, jeweils um 19 Uhr im Gasthaus Terrahe. Für die Veranstaltungen sind eventuell noch Karten zum Preis von elf Euro erhältlich. Interessenten können sich unter Tel. 392772 bei Guido Leeck melden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt