Heiß diskutierte Lösung für die Zwillbrocker Straße

Wo sollen die Radler fahren?

Die Überzeugungsarbeit der Verwaltung hat offensichtlich Früchte getragen: An der Zwillbrocker Straße setzt die Stadt nun so weit wie möglich auf eine Lösung, die zuvor noch für heiße Diskussionen gesorgt hatte.

VREDEN

, 09.11.2016, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heiß diskutierte Lösung für die Zwillbrocker Straße

Hier endet der Radweg an der Zwillbrocker Straße. Dort soll künftig eine Querungshilfe entstehen. Stadtauswärts geht es dann demnächst auf Fahrradschutzstreifen weiter für die Radler.

Fahrradschutzstreifen sollen nun an so vielen Abschnitten der Straße wie möglich entstehen. Damit ist auch das Hin- und Her vom Tisch, das vorher noch als Favorit galt: getrennte Radwege, dann wieder Fahrradschutzstreifen, dann wieder Radweg…

Kurswechsel 

Den Ausschlag für diesen Kurswechsel hatte die Bürgerversammlung gegeben. Das machte Joachim Hartmann in der Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Dienstag deutlich. Dort berichtete der Leiter des Fachbereichs Bauen über die aktuelle Entwicklung. "Das war eine gelungene Veranstaltung", lobte er den Dialog zwischen Stadt und Bürgern. Das Konzept im Überblick: Ein Fahrradschutzstreifen führt in Zukunft stadteinwärts ab Ortseingangsschild durch bis zum Zebrastreifen. "Damit gibt es nicht mehr so einen komplizierten Wechsel zwischen den Systemen", zeigte Joachim Hartmann den Unterschied zum bisherigen Plan auf.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird es bald nur noch eine Zufahrt zum Parkplatz am Edeka-Markt geben. Doch wo sollte die Querungshilfe genau liegen, die an der Deventerstraße vorgesehen war? Ursprünglich war daran gedacht gewesen, sie östlich der Einmündung anzulegen. Doch die direkt betroffenen Anwohner reagierten darauf: Parkplätze würden entfallen, die Ausfahrt vom Grundstück erschwert und der Verkehr erst hinter der Einmündung gebremst. "Es gibt mehrere Aspekte, die für eine westlich gelegene Querungshilfe sprechen", erkannte Joachim Hartmann die Argumente der Bürger an. Nachvollziehbar sei das, befand Alfons Epping (SPD). Das sah Heinrich Wildenhues (CDU) ganz ähnlich. Er regte zusätzlich an, die Einfahrt zum Edeka-Parkplatz genau zu regeln - am besten mit einem Pfeil, damit der zu- und abfahrende Verkehr sauber getrennt werden.

Einstimmiges Ergebnis

"Grundsätzlich bevorzugen wie sichere Fahrradwege. Wir können mit dieser Planung aber auch leben", meinte Heinz-Josef Ostendorf für die UWG. Zustimmung signalisierte auch Hendrik Mulder (FDP). Gerd Welper (Grüne) befürwortete das Schutzstreifenkonzept, unterstrich aber auch die Notwendigkeit, deutliche Markierungen anzulegen. "Je länger und intensiver man sich mit der neuen Regelung auseinandersetzt, desto klarer wird es, dass sie richtig ist", machte sich der Erste Beigeordnete Bernd Kemper noch einmal für die Einführung der Fahrradschutzstreifen stark. Dem widersprach niemand - auch nicht im Abstimmungsverhalten. Die Zustimmung zur Planung war so gesehen nur noch eine Formsache.

Mit auf den Weg gebracht worden ist damit auch die Ausbauplanung für Teil eins des Baugebietes Schulze Wissing. Einen Punkt hatte die Verwaltung jedoch ganz bewusst ausgeklammert: die Frage, wo Sperren gesetzt werden, um Durchfahrten zu verhindern.

Ausbauplanung ist komplex

Dazu hatte es aus dem Baugebiet zwei gegensätzliche Anträge gegeben. Auch darüber war die Verwaltung mit den Bürgern ins Gespräch gekommen. Doch die Sache sei komplex, bekannte Joachim Hartmann. Deshalb darf der Ausschuss darüber in seiner nächsten Sitzung gesondert beraten. Das Abkoppeln dieses Punktes hat Zeit geschenkt: So kann die Verwaltung die Ausschreibungen für die Bauarbeiten an der Zwillbrocker Straße und im östlichen Teil des Baugebiets jetzt schon auf den Weg bringen.

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