Hermann Stellermann engagiert sich ehrenamtlich als Obermeister für Nachwuchs im Handwerk

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Hermann Stellermann wurde zum Obermeister der Innung für Parkett- und Fußbodentechnik Münster gewählt. Die Themen Meisterprüfung und Nachwuchs liegen im besonders am Herzen.

Vreden

, 08.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hermann Stellermann löst ein Versprechen ein. Vor Jahren hat er gesagt, wenn er in seiner eigenen Firma irgendwann mal kürzer treten könne, dann werde er Obermeister. Das ist nun der Fall. Der 55-Jährige steht seit zwei Wochen an der Spitze der Innung für Parkett- und Fußbodentechnik Münster. „Meine beiden Söhne übernehmen viele Aufgaben in der Firma und halten mir den Rücken frei, da habe ich Zeit für das Ehrenamt“, sagt er.

Die gerade günstige Gelegenheit ist nicht der einzige Grund für sein Engagement. Schon mit 18 Jahren hat sich der Vredener als Berufseinsteiger in der Innung engagiert, damals im Prüfungsausschuss für Auszubildende. Inzwischen ist er Mitglied im Prüfungsausschuss für die Meisterausbildung. Doch da gibt es im Moment nicht so viel zu tun.

„Es lässt sich kaum noch jemand zum Meister ausbilden, seit die Meisterpflicht abgeschafft wurde“, erklärt Hermann Stellermann. Heute braucht man also nicht mehr unbedingt einen Meister, um sich selbstständig zu machen. Stellermann hält das nicht unbedingt für richtig. „In der Ausbildung lernt man neben dem Handwerk ja auch viele kaufmännische Grundlagen, die man in der Selbstständigkeit auf jeden Fall braucht“, meint er.

„Es kann ja nicht jeder studieren“

Das zweite Thema, das Hermann Stellermann sehr am Herzen liegt, ist der Nachwuchs. „Parkettleger und Bodenleger sind tolle Berufe, die sehr abwechslungsreich sind. Abends weiß man, was man geschafft hat“, meint er. Und: „Es kann ja nicht jeder studieren. Es ist wichtig, dass wir den jungen Leuten die Möglichkeit bieten, ein Handwerk auszuüben.“

Seit 25 Jahren ist er außerdem für die Innung als Sachverständiger tätig und fertigt 35 bis 50 Gutachten im Jahr an. Er kommt zum Einsatz, wenn sich Kunden über die Arbeit seiner Kollegen beschweren. „Ich untersuche dann für das Gericht, ob es zum Beispiel Verlegefehler oder Materialmängel gab“, erklärt er.

Eigene Erfahrungen weitergeben

Als Obermeister führt er nun ehrenamtlich die Innung für Parkett- und Fußbodentechnik Münster. Der Bezirk erstreckt sich über Gelsenkirchen und Warendorf an der niederländischen Grenze entlang bis nach Osnabrück. 39 Betriebe sind Mitglied, dazu kommen 24 Gastmitglieder. Hermann Stellermann kümmert sich unter anderem um Aus- und Fortbildungen, stellt die Prüfungsgremien zusammen, hilft bei Betriebsumwandlungen oder übernimmt repräsentative Aufgaben. Unterstützt wird er von einer hauptamtlichen Geschäftsführerin.

Hermann Stellermann möchte die Position auch nutzen, um seine Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb an die anderen Mitglieder weiterzugeben. 1963 hat sein Vater das Unternehmen Stellermann Fußböden gegründet. Hermann Stellermann ist 1984 eingestiegen, nachdem er eine Ausbildung als Parkettleger, eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich und zwei Meisterprüfungen gemacht hat.

Ehrenamtliche Verpflichtung

Dass er die Aufgaben als Obermeister ehrenamtlich übernimmt, ist für Hermann Stellermann selbstverständlich. „Wenn sich jeder ein bisschen ehrenamtlich engagiert, kommt das der Allgemeinheit zugute. Ich sehe das als Verpflichtung an, ein Ehrenamt zu übernehmen.“

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