Investition für den Ernstfall

Neue Drehleiter

Mehr Reichweite schafft mehr Möglichkeiten für den Einsatz: Dieser Beweggrund spielte eine entscheidende Rolle, als es jetzt um eine neue Drehleiter für die Vredener Feuerwehr ging (Münsterland Zeitung berichtete).

VREDEN

, 26.07.2016, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon die nackten Daten verraten auch dem technischen Laien auf den ersten Blick: Das neue Fahrzeug stellt eine deutliche Verbesserung dar. Denn die alte Drehleiter zählt zum Typ "DLK 12/9". Das heißt: Die Leiter erreicht eine Nennrettungshöhe von zwölf Metern und eine sogenannte Nennrettungsauslassung von neun Metern Tiefe.

Dagegen lautet die Typenbezeichnung des neuen Fahrzeugs "DLK 23/12 GL". "Das bedeutet also, dass das neue Fahrzeug eine Höhe von 23 Metern erreicht und eine Auslassung von zwölf Metern", zeigte Vredens Erster Beigeordneter Bernd Kemper im Gespräch mit der Münsterland Zeitung die Dimensionen auf.

Zusätzliche Möglichkeiten

Das sind keine bloßen Zahlenspiele. Die neue Drehleiter wird der Feuerwehr auch bessere Chancen im Kampf gegen die Flammen eröffnen. Hinzu kommt, dass die Leiter die Möglichkeit besitzt, über einen Knick den Korb noch zusätzlich abzusenken und in eine ideale Position zu bringen. "Damit kommen wir den Anforderungen nach, die ja auch steigen", erklärte Bernd Kemper: Im Bereich der Wohnbebauung, aber ganz besonders bei der Entwicklung der Industriegebäude zeichneten sich Größenordnungen ab, die im Ernstfall einen Löschangriff von oben mit der bisherigen Drehleiter kaum noch möglich gemacht hätten.

Die Entscheidung über die Anschaffung hat sich die Stadt einige Arbeit kosten lassen - schließlich greifen bei Summen dieser Größenordnung Vorschriften wie die Pflicht, europaweit auszuschreiben. Mit dem Ergebnis ist Bernd Kemper sehr zufrieden: "Wir haben im Finanzplan einen Ansatz von 680000 Euro, der sich als deutlich ausreichend erwiesen hat."

Engagierte Arbeitsgruppe

Eine Arbeitsgruppe hatte sich im Vorfeld über einen längeren Zeitraum mit der Frage der Vergabe befasst. Ihr gehörten Vertreter der Stadt Vreden ebenso an wie der Feuerwehr. Die Kommunalagentur NRW war beratend tätig. So wurde unter anderem der Leistungsumfang des neuen Fahrzeuges ebenso festgelegt.

Im Ergebnis erfolgte die Vergabe an die Firma Rosenbauer, einen österreichischen Hersteller. Sie erhielt für alle drei Lose den Zuschlag: das Fahrgestell, den Aufbau und die feuerwehrtechnische Beladung. "Die Firma hatte die wirtschaftlichsten und preisgünstigsten Angebote vorgelegt", sagte Bernd Kemper.

Dringend erforderlich

Da die noch im Dienst befindliche Drehleiter mittlerweile ein Alter von 21 Jahren erreicht hat, sei nun ein neues Fahrzeug dringend erforderlich gewesen, so der Erste Beigeordnete weiter. Die Stadt werde die alte Drehleiter über ein entsprechendes Onlineportal als Gebrauchtfahrzeug verkaufen. Bernd Kemper hofft, dass die neue Drehleiter im April des nächsten Jahres durch die Vredener Feuerwehr übernommen werden kann.Thorsten.Ohm@mdhl.de

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