Karnevalsfest bringt Wohnungslose und alte Menschen zusammen

Antoniusheim

Eigentlich sind die Vredener ja nicht so für Karneval. Doch im Antoniusheim in Köckelwick werden am Freitagnachmittag Büttenreden gehalten und Orden verliehen und Bewohner und Mitarbeiter schunkeln zu karnevalistischer Musik. Den zum Teil alten oder wohnungslosen Menschen bietet das Fest ein "Stück Normalität".

VREDEN

, 05.02.2016, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Karnevalsfest bringt Wohnungslose und alte Menschen zusammen

Auch Büttenreden durften bei dem karnevalistischen Programm nicht fehlen, das am Freitag im Antoniusheim über die Bühne ging.

So nennt es Ulrike Nitsch, die im Sozialdienst der Einrichtung tätig ist. "Karneval ist ein Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens. Es ist wichtig, dass unsere Bewohner das feiern können", sagt sie. Die Bewohner des Altenheims und auch der Einrichtung der Wohnungslosenhilfe haben oft keine Angehörigen mehr. Für sie habe es deswegen große Bedeutung, dass sie unter Menschen kommen und nicht immer alleine sind.

Bereits vor zwei Wochen haben die Mitarbeiter zusammen mit den Bewohnern die Räume der Einrichtung mit Girlanden und Luftschlangen geschmückt. "Man merkt, dass sie sich schon früh auf die Feier freuen", sagt Nitsch. Der Sozialdienst besorgt außerdem für alle, die es wollen, ein Kostüm. Fast alle Bewohner tragen glänzende oder glitzernde Hüte, einige haben sich das Gesicht bunt angemalt. Auch das stärke das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Umgang mit Menschen

Hans Walfort arbeitet als ehrenamtlicher Nachtwächter im Antoniusheim und kennt die meisten Bewohner persönlich. "Viele sind einsam, viele sind alkoholkrank. Solche Feste hier sind wichtig, damit sie nicht verlernen, mit anderen Menschen umzugehen", sagt er. Das ist auch ein Grund dafür, dass die Bewohner des Altenheims und der Einrichtung für Wohnungslose zusammen Karneval feiern. "Wir wollen sie bewusst zusammenbringen und eine Gemeinschaft bilden. Auch die Leute, die im Rollstuhl sitzen oder ein Handicap haben, werden integriert", so Nitsch.

Seit sieben Jahren lebt Gerd Rossbach in dem Altenheim. Das Haus, in dem er alleine lebte, wurde damals verkauft, und er konnte nirgendwo anders hin. Normalerweise hält er sich viel in seinem Zimmer auf. Bei der Karnevalsfeier sitzt er mit seinem Zimmergenossen etwas abseits. "Ich stehe nicht so auf Karneval", sagt er. Ihm gehe es mehr darum, nicht alleine zu sein und das Gemeinschaftsgefühl zu erleben. "So eine gute Gemeinschaft wie hier findet man selten."

Genau deswegen organisiert der Sozialdienst der Einrichtung solche Feste. Für das Jahr 2016 sind eine Ferienfreizeit, ein Sommerfest im Innenhof und ein Heimausflug geplant.

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